Demenzpflege, Millionen

Demenzpflege: 1,8 Millionen Betroffene – spezialisierte Programme wachsen

04.06.2026 - 00:21:13 | boerse-global.de

Spezialisierte Programme und Schulungen entlasten pflegende Angehörige von Demenzkranken in Deutschland.

Demenzpflege: 1,8 Millionen Betroffene – spezialisierte Programme wachsen - Bild: über boerse-global.de
Demenzpflege: 1,8 Millionen Betroffene – spezialisierte Programme wachsen - Bild: über boerse-global.de

Bei rund 1,8 Millionen Betroffenen und 440.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist der Bedarf an professioneller Begleitung enorm. Organisationen und wissenschaftliche Einrichtungen reagieren mit spezialisierten Programmen – von praktischen Handgriffen bis zur psychologischen Entlastung.

Praktische Hilfe fĂĽr den Pflegealltag

Der DRK-Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroba startet am 25. Juni einen kostenfreien Kurs im neuen Bildungszentrum in Jena. Acht Module vermitteln Wissen zu Pflegekassenleistungen, Sturzprävention und Inkontinenz. Ein Schwerpunkt liegt auf rückenschonenden Techniken und der Selbstfürsorge der Angehörigen.

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Auch in Bernau bei Berlin gibt es ab dem 5. Juni eine Kursreihe. „Bewegung im Einklang“ kombiniert Aktivierung und Entspannung im Pflegealltag. Am 8. Juni folgt in Nürtingen eine Infoveranstaltung zu einem Kinästhetik-Kurs, der die Bewegungskompetenz der Pflegenden stärkt.

Psychologische Entlastung: Das „Offene Ohr“

Die Universität Jena hat das Projekt „Offenes Ohr“ gestartet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Wilz können pflegende Angehörige von Demenzkranken entlastende Gespräche mit klinischen Psychologinnen führen. Das Angebot soll emotionale Isolation durchbrechen und professionelle Unterstützung im herausfordernden Alltag bieten.

Ergänzend helfen regionale Pflegestützpunkte bei organisatorischen Fragen. Der Pflegestützpunkt des Landratsamtes Aschaffenburg informierte am 2. Juni über Pflegegrade, Hilfsmittel und Entlastungsangebote. „Der Bedarf an Unterstützung bei Antragstellung und Organisation ist hoch“, sagt Koordinatorin Despina Benz.

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Ehrenamtliche als StĂĽtze im System

Viele Kommunen setzen auf qualifizierte Ehrenamtliche. Im Landkreis Wunsiedel wurden zuletzt 17 Personen geschult – in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken. Die Themen: Kommunikation, Umgang mit Demenz und Hilfsmitteleinsatz. Die Leistungen können über den Entlastungsbetrag der Pflegekassen abgerechnet werden.

Die Notwendigkeit strukturierter Ausbildungsprogramme zeigt sich auch international. In Belo Horizonte startet am 22. Juni das Projekt „Geração Cuidadora“. Zurich Seguros und das Sistema Divina Providência bieten kostenfreie 60-stündige Kurse an. Ziel: Acht Gruppen von Familienpflegern innerhalb eines Jahres ausbilden.

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