DemenzprÀvention, ErnÀhrung

DemenzprÀvention: 18 Monate ErnÀhrung und Bewegung verbessern Kognition bei MCI

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei einer genetisch und biologisch bestimmten MCI-Gruppe verbesserten sich kognitive FĂ€higkeiten nach 18 Monaten gezielter Lebensstilmaßnahmen.
Ein minimalistisches, modernes Labor mit leeren ReagenzglÀsern in einem Gestell auf einer EdelstahloberflÀche. Illustration mit AI erstellt.

In der PrÀventionsforschung zu neurodegenerativen Erkrankungen gewinnen biologische und genetische Profile zunehmend an Bedeutung. Bei Personen mit leichten kognitiven BeeintrÀchtigungen (Mild Cognitive Impairment, MCI) wird verstÀrkt untersucht, welche Patientengruppen von gezielten LebensstilÀnderungen am stÀrksten profitieren.

Wissenschaftliche Analysen des Nationalen Zentrums fĂŒr Geriatrie und Gerontologie in Japan (NCGG) deuten darauf hin, dass eine Kombination aus Blutbiomarkern und Genanalysen den Weg zu einer zielgerichteten, personalisierten DemenzprĂ€vention ebnen kann.

Nicht-medikamentöse Intervention zeigt selektive Wirkung

In einer Untersuchung des NCGG mit 269 MCI-Patienten ließen sich anhand von vier Alzheimer-assoziierten Blutbiomarkern zwei genetisch unterschiedliche Gruppen identifizieren. Bei der sogenannten Gruppe 1 lag zu Beginn ein schlechterer Status dieser Blutbiomarker vor.

Dennoch zeigte sich bei dieser Patientengruppe nach einer 18-monatigen, nicht-medikamentösen Multifaktoren-Intervention eine signifikante Verbesserung der kognitiven FÀhigkeiten. Das Interventionsprogramm kombinierte unter anderem angepasste ErnÀhrung, körperliche Bewegung sowie kognitives Training.

Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Interventionen, die auf mehrere Lebensstilfaktoren gleichzeitig abzielen, insbesondere bei biologisch definierbaren Risikoprofilen.

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Hörverlust-Gene als PrÀdiktoren im Fokus

Mittels einer genomweiten Assoziationsanalyse ermittelte das NCGG vier spezifische Genpolymorphismen, die Gruppe 1 charakterisieren. Zwei dieser Polymorphismen befinden sich auf den Genen PCDH15 und ATP11A, welche mit Hörverlust in Verbindung stehen und laut NCGG mit Kognition und Demenz assoziiert sind. Nach Angaben des Instituts leisteten gerade diese beiden genetischen Varianten den stÀrksten Beitrag zu einem mathematischen Vorhersagemodell.

Übergeordnetes Ziel der Arbeiten des NCGG ist es, prĂ€ventive Maßnahmen kĂŒnftig nicht mehr pauschal, sondern anhand individueller biologischer und genetischer Merkmale passgenau zuzuschneiden.

Demografischer Druck und internationale Vergleichsdaten

Der Bedarf an prĂ€ventiven Konzepten wird durch demografische Kennzahlen verdeutlicht: Laut Hintergrundangaben des NCGG gab es in Japan im Jahr 2018 ĂŒber fĂŒnf Millionen Demenzpatienten, was einem Anteil von einer betroffenen Person unter sieben Menschen im Alter von ĂŒber 65 Jahren entsprach. Ältere Modellrechnungen bezifferten die SchĂ€tzungen fĂŒr 2025 auf 6,75 Millionen und fĂŒr 2040 auf 8,02 Millionen Betroffene.

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Die Rolle von Bluttests in der Diagnostik und RisikoabschĂ€tzung wird parallel auch international eingeordnet. An der University of Southern California (USC) ergaben Untersuchungen laut einem Bericht, dass sich die absoluten Blutbiomarker-Werte zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen zwar unterschieden, der grundlegende Zusammenhang zwischen den Biomarkerwerten und dem Amyloidstatus im Gehirn jedoch weitgehend Ă€hnlich ausfiel. Diese Erkenntnisse stĂŒtzen die klinische Relevanz blutbasierter Parameter fĂŒr differenzierte Diagnose- und Interventionspfade.

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