Demenzprävention, Fälle

Demenzprävention: 36% der Fälle vermeidbar – Früherkennung ab 20 Jahren

18.06.2026 - 19:41:03 | boerse-global.de

Metaanalyse belegt: Ernährung in den ersten zwei Lebensjahren beeinflusst die Intelligenz. Auch das Demenzrisiko wird früh geprägt.

Frühe Ernährung prägt IQ und senkt Demenzrisiko
Demenzprävention - Eine Kinderhand greift nach einem bunten Teller mit Obst und Gemüse, mit verschwommenem Hintergrund von Gehirnaktivität. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die richtige Ernährung in der Kindheit kann messbare Auswirkungen auf die Intelligenz haben – und sogar das Demenzrisiko senken.

Die ersten zwei Jahre entscheiden mit

Eine aktuelle Metaanalyse der Swansea University liefert neue Belege. Die im Fachmagazin „Advances in Nutrition“ veröffentlichte Studie von Hayley A. Young wertete 73 Untersuchungen aus. Ergebnis: Die Ernährung in den ersten zwei Lebensjahren hat signifikanten Einfluss auf den späteren IQ.

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Besonders die verbale Intelligenz profitiert von einer Kost mit viel Obst, GemĂĽse, Milchprodukten und Vollkorn. Zuckerreiche und hochverarbeitete Lebensmittel hingegen korrelieren mit niedrigeren IQ-Werten.

Eine niederländische Langzeitstudie mit rund 1.900 Kindern untermauert diese Erkenntnisse. Ungünstige Ernährung im ersten Lebensjahr führte im Alter von zehn Jahren zu einem geringeren Volumen der weißen Hirnsubstanz. Mit 13 Jahren zeigten diese Kinder schwächere IQ-Testergebnisse.

Wenn Nährstoffe fehlen

Besonders kritisch ist die Versorgung mit Mikronährstoffen. Eisenmangel in der frühen Kindheit beeinträchtigt zentrale kognitive Funktionen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Rechenfähigkeiten und kognitive Kontrolle leiden darunter.

Bemerkenswert: Selbst nach erfolgreicher Behandlung waren diese Defizite im Alter von zehn Jahren nicht vollständig kompensiert. Die Folgen früher Mangelernährung wirken also langfristig nach.

Wie Nervenzellen auf Herausforderungen reagieren

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universitätsmedizin Göttingen zeigte in „Nature Communications“ (2026), wie spezialisiert Nervenzellen arbeiten. Bei Weißbüschelaffen wiesen erregende Nervenzellen im präfrontalen Kortex – zuständig für das Arbeitsgedächtnis – eine komplexere Struktur auf als Zellen in anderen Hirnarealen.

Diese spezialisierten Strukturen bilden die Grundlage für komplexe kognitive Prozesse. Externe Faktoren wie Ernährung können ihre Entwicklung beeinflussen.

Koffein und Tee fĂĽr bessere Konzentration?

Eine im Mai 2026 in „Nutritional Neuroscience“ veröffentlichte Studie untersuchte die Kombination von L-Theanin und Koffein. Die Aminosäure aus Tee und das Koffein aus Kaffee verbesserten die selektive Aufmerksamkeit bei Jugendlichen – ein vielversprechender Ansatz etwa für ADHS-Betroffene.

Demenzrisiko beginnt frĂĽh

Die NAKO-Gesundheitsstudie mit knapp 150.000 Teilnehmern liefert alarmierende Daten. Bereits bei 20- bis 39-Jährigen zeigen sich Risikofaktoren für spätere Demenzerkrankungen in verminderter kognitiver Leistung.

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Während bei älteren Probanden Bluthochdruck und Cholesterinwerte dominierten, waren bei Jüngeren vor allem Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen ausschlaggebend.

Experten schätzen: Etwa 36 Prozent der Demenzfälle in Deutschland gehen auf beeinflussbare Risikofaktoren zurück. Bei 1,8 Millionen Betroffenen und einer Prognose von 2,7 Millionen bis 2050 gewinnt frühzeitige Prävention enorm an Bedeutung.

Pädagogische Förderung als dritte Säule

Die Karg-Stiftung veröffentlichte im Mai 2026 eine Expertise von Prof. Dr. Tim Rohrmann und Dr. Nadine Gaus. Ziel: Begabungsförderung bereits in der Kindertagesbetreuung verankern. Konzepte wie Montessori oder Early Excellence werden auf ihre Eignung geprüft.

Der Trend ist klar: Kognitive Entwicklung versteht sich zunehmend als Zusammenspiel von biologischen Voraussetzungen, optimierter Nährstoffversorgung und gezielter pädagogischer Förderung.

de | wissenschaft | 69575315 |