DemenzprÀvention, Erkrankungen

DemenzprĂ€vention: 45% aller Erkrankungen ließen sich verhindern

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 04:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die WHO aktualisiert Leitlinien zur Demenz-PrĂ€vention. KI erkennt Alzheimer Jahre frĂŒher, Roche startet große Studie und Deutschland plant PrĂ€ventionsoffensive.

WHO-Update: Wie Demenz-PrĂ€vention und KI-FrĂŒherkennung voranschreiten
HĂ€nde halten ein Gehirn-Puzzle, wobei einige Teile fehlen oder eingesetzt werden, symbolisiert GedĂ€chtnis und PrĂ€vention. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen ließen sich verhindern – wenn man die richtigen Stellschrauben kennt. Die WHO hat ihre Leitlinien aktualisiert.

Weltweit sind rund 57 Millionen Menschen betroffen, jedes Jahr kommen zehn Millionen Neuerkrankungen hinzu. Die wirtschaftlichen Verluste: etwa 1134 Milliarden Euro jĂ€hrlich. Umso wichtiger werden PrĂ€vention und FrĂŒherkennung.

Diese Risikofaktoren lassen sich beeinflussen

Mitte Juli veröffentlichte die WHO eine aktualisierte Leitlinie zur DemenzprĂ€vention. Generaldirektor Tedros betonte den Zuwachs an wissenschaftlichen Erkenntnissen ĂŒber vorbeugende Strategien.

Die zentralen Empfehlungen: kognitive Stimulation und soziale AktivitĂ€ten. Wer einen Hörverlust hat, sollte konsequent HörgerĂ€te tragen – das kann den kognitiven Abbau verzögern. Weitere Faktoren sind weniger Luftverschmutzung und ein gesunder Lebensstil.

Konkret empfiehlt die WHO: 150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche, kein Tabak, wenig Alkohol, ausgewogene ErnÀhrung. Von VitaminprÀparaten (B, E oder Omega-3) ohne nachgewiesenen Mangel raten die Experten explizit ab. Auch die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes ist entscheidend.

KI erkennt Alzheimer sieben Jahre frĂŒher

Parallel zur PrĂ€vention machen Technologien die FrĂŒherkennung deutlich prĂ€ziser. Forscher der Texas A&M University entwickelten das KI-Modell NITROGEN. Es basiert auf Transformer-Techniken und prognostiziert Alzheimer mit ĂŒber 92 Prozent Genauigkeit – bis zu sieben Jahre vor dem Ausbruch. Selbst mit unvollstĂ€ndigen Patientendaten liefert das System zuverlĂ€ssige Ergebnisse.

Im Fokus steht auch der Biomarker p-tau217. Sehr hohe Werte bedeuten ein 78-prozentiges Risiko, innerhalb von zehn Jahren an Alzheimer zu erkranken. FDA-zugelassene Bluttests erreichen hier bereits ĂŒber 90 Prozent Genauigkeit. Dennoch raten Fachleute derzeit von einem routinemĂ€ĂŸigen Screening symptomfreier Personen ab.

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Neue Medikamente: Roche startet große Studie

Im Bereich der Pharmakotherapie untersuchen Forscher verschiedene AnsÀtze gegen Amyloid-beta-Plaques und Tau-Fibrillen. Roche plant eine Phase-III-Studie namens PrevenTRON mit 1600 symptomfreien Probanden ab 55 Jahren. Getestet wird der Antikörper Trontinemab, der die Blut-Hirn-Schranke effektiver passieren kann. Ziel: Alzheimer bei Menschen mit erhöhtem p-tau217-Risiko prÀventiv verhindern.

FrĂŒhere Medikamente wie Lecanemab und Donanemab verlangsamten den kognitiven Abbau um 27 bis 35 Prozent. Neuere Anti-Tau-Wirkstoffe liefern ein differenziertes Bild: Ceperognastat reduzierte zwar Tau-Fibrillen, zeigte aber keinen klinischen Nutzen bei leichter Demenz. Diranersen senkte die Tau-Werte um 50 bis 65 Prozent und verlangsamte die Verschlechterung um bis zu 42 Prozent. Entscheidend könnten das Timing und die Kombination verschiedener Wirkstoffe sein.

Deutschland plant PrÀventionsoffensive

Auch national tut sich etwas. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant einen speziellen Check-up fĂŒr Menschen ĂŒber 60 Jahre. FĂŒr 2025 sind rund 734 Millionen Euro fĂŒr allgemeine Gesundheitsförderung vorgesehen.

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Klinische Projekte wie Redurisk aus Freiburg zeigen positive Effekte: Bei 589 Patienten ĂŒber 70 Jahren fĂŒhrten gezielte Interventionen nach sechs Monaten zu messbaren Verbesserungen der MobilitĂ€t und des Alltagslebens. Eine Studie der Uniklinik RWTH Aachen belegt zudem, dass Bewegung die Kommunikation in neuronalen Netzwerken des Gehirns bereits in frĂŒhen Krankheitsstadien stĂ€rken kann.

Und noch ein Aspekt: Eine im Juli 2026 veröffentlichte taiwanesische Studie legt nahe, dass regelmĂ€ĂŸiger Joghurt-Konsum sowie PrĂ€- und Probiotika mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit fĂŒr bestimmte Krebserkrankungen verbunden sind. Die Bedeutung der ErnĂ€hrung fĂŒr die Gesundheitsvorsorge wird damit einmal mehr unterstrichen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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