DemenzprÀvention: 45% der FÀlle durch Lebensstil vermeidbar
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 15:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt ein aktuelles Update der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 15. Juli. Neben Bewegung und gesunder ErnĂ€hrung rĂŒcken nun auch HörgerĂ€te und saubere Luft in den Fokus der PrĂ€vention.
Die WHO hat ihren Katalog der beeinflussbaren Risikofaktoren erweitert. Bluthochdruck, Diabetes, Ăbergewicht, Schlafstörungen und Depressionen gelten weiterhin als zentrale Gefahren. Neu hinzugekommen sind die Versorgung von Hörverlust mit HörgerĂ€ten und die Belastung durch Luftverschmutzung.
Von der pauschalen Einnahme von VitaminprĂ€paraten raten die Experten ab. Stattdessen setzen sie auf einen ganzheitlich gesunden Lebensstil. âNur bei klinisch nachgewiesenem Mangel macht eine Supplementierung Sinnâ, so die WHO.
30 Pflanzen pro Woche senken EntzĂŒndungsrisiko
Die Vielfalt auf dem Teller entscheidet mit ĂŒber die Gesundheit. Eine Analyse der Tufts-UniversitĂ€t mit ĂŒber 15.000 Probanden zeigt: Wer mindestens 30 verschiedene Pflanzenarten pro Woche isst, senkt sein Risiko fĂŒr Krankenhausaufenthalte durch EntzĂŒndungskrankheiten um 31 Prozent.
Noch konkreter wird eine Studie der Chung Shan Medical University. Sie wertete Daten von 2001 bis 2020 aus und fand: RegelmĂ€Ăiger Joghurt-Konsum sowie Pro- und PrĂ€biotika senken das Darmkrebsrisiko um etwa 50 Prozent. Bei Konsumenten lag die Erkrankungsrate bei 1,2 Prozent, bei Nicht-Konsumenten bei 2,1 Prozent.
Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Nutrition & Diabetes veröffentlicht. Sie untermauern die wachsende Bedeutung der Darmgesundheit fĂŒr die PrĂ€vention schwerer Erkrankungen.
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Darmbakterien: Menge wichtiger als Verteilung
Die UniversitĂ€t Hohenheim liefert am 15. Juli neue Einblicke in die Funktionsweise des Mikrobioms. Die Forscher beobachteten: Ballaststoffreiche ErnĂ€hrung und Intervallfasten entfalten Ă€hnliche entzĂŒndungshemmende Wirkungen â obwohl sie zu unterschiedlichen Zusammensetzungen der Darmflora fĂŒhren.
Die absolute Menge der Darmbakterien scheint entscheidender zu sein als die genaue prozentuale Verteilung einzelner StĂ€mme. Ein ĂŒberraschender Befund, der die bisherige Forschung zur Darmgesundheit neu einordnen könnte.
Parallel dazu entdeckten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums fĂŒr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) einen weiteren EntzĂŒndungsmechanismus. Ihre am 14. Juli publizierte Studie zeigt: OxalsĂ€ure kann eine durch den Botenstoff IL-17A vermittelte EntzĂŒndung aktivieren. Die Folge: SchĂ€den an Nieren und Herz. In Tiermodellen fĂŒhrte oxalatreiche ErnĂ€hrung zu systemischen EntzĂŒndungen und reduzierter Herzfunktion.
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HEAL-Konzept: 101 Empfehlungen fĂŒr ein gesĂŒnderes Leben
Ein internationales Konsortium aus 64 Wissenschaftlern hat 2026 das HEAL-Konzept (Healthy Eating & Active Living) vorgestellt. Der in Frontiers in Nutrition veröffentlichte 10-Punkte-Fahrplan umfasst 101 evidenzbasierte Empfehlungen. Ziel: Gesundheitskompetenz, ErnÀhrung und Bewegung fest in Bildungssystemen, Gesundheitsversorgung und Politik verankern.
Der Hintergrund ist alarmierend: Nicht-ĂŒbertragbare Krankheiten sind weltweit fĂŒr 75 Prozent aller TodesfĂ€lle verantwortlich. Das HEAL-Konzept soll diesen Trend brechen.
Planetary Health Diet könnte 15 Millionen TodesfÀlle verhindern
Ăkologische Aspekte der ErnĂ€hrung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine im Juli 2026 in Nature veröffentlichte Studie zur âPlanetary Health Dietâ berechnet: Eine weltweite Umstellung könnte bis 2050 etwa 15 Millionen vorzeitige TodesfĂ€lle vermeiden.
Gleichzeitig wĂŒrden die Treibhausgase aus der Viehzucht um 85 Prozent sinken. Die Produktion von Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchten mĂŒsste um 25 Prozent steigen. Experten diskutierten diese Zahlen am 15. Juli auf einem Fachforum in Göttingen.
Dort standen vor allem HĂŒlsenfrĂŒchte im Fokus. Sie gelten als SchlĂŒsselkomponente fĂŒr eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Proteinversorgung. Ein Ansatz, der sowohl der Gesundheit als auch dem Planeten zugutekommt.
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