Demenzprävention, Fälle

Demenzprävention: 45 Prozent der Fälle sind vermeidbar

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung belegt: Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle wären durch gezielte Prävention vermeidbar. Bewegung und Risikofaktoren-Management spielen Schlüsselrolle.

Demenz-Prävention: Neue Studien zeigen Wege zur Risikosenkung
Moderne medizinische Diagnostik mit einer Gehirnscan-Visualisierung auf einem Monitor in einem Labor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gedächtnislücken können ein erstes Anzeichen für Alzheimer sein. Experten setzen deshalb verstärkt auf Früherkennung und Prävention.

Die ersten Anzeichen erkennen

Fachleute identifizieren neben der Unfähigkeit, sich neue Informationen einzuprägen, weitere frühe Symptome: Dazu gehören Wortfindungsstörungen sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Planung und Strukturierung von Alltagsaufgaben. Diese Anzeichen müssen jedoch von anderen Phänomenen abgegrenzt werden.

So deuten Berichte darauf hin, dass etwa zwei Drittel der Frauen während der Wechseljahre unter dem sogenannten „Brain Fog“ leiden. Dieser wird durch einen sinkenden Östrogenspiegel verursacht und gilt als vorübergehender Zustand, der nicht mit einer Demenzerkrankung gleichzusetzen ist.

Was die Forschung über Risikofaktoren weiß

Die Forschung unterstreicht, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Demenzfälle vermeidbar wäre. Ein Bericht der Lancet-Kommission aus dem Jahr 2024 beziffert diesen Anteil auf bis zu 45 Prozent, sofern 14 spezifische Risikofaktoren konsequent adressiert werden. Ergänzend dazu veröffentlichte die WHO im Juli 2026 aktualisierte Leitlinien zur Reduzierung des Demenzrisikos.

Zu den zentralen Faktoren zählen physische Inaktivität, soziale Isolation, Tabakkonsum und Luftverschmutzung. Auch Krankheitsbilder wie Bluthochdruck und Diabetes spielen eine entscheidende Rolle.

Anzeige

Wer sich mit den Anzeichen von Vergesslichkeit befasst, sucht oft nach einer schnellen Einschätzung der eigenen Situation. Dieser anonyme 7-Fragen-Selbsttest wurde mit Experten entwickelt und liefert Ihnen in nur zwei Minuten eine erste, diskrete Rückmeldung. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frühe Demenz?Anzeichen

Untersuchungen an der Gehirnrinde zeigen zudem: Rauchen korreliert mit einer kortikalen Ausdünnung in den frontalen Hirnregionen, was das Demenzrisiko signifikant erhöht. Ein Rauchstopp kann hier zumindest teilweise zu einer Regeneration führen.

Bewegung als Schutzfaktor

Der Einfluss von Bewegung auf die Gehirngesundheit wird durch aktuelle Daten präzisiert. Entgegen weitverbreiteter Annahmen senkt Krafttraining das Demenzrisiko laut Experten nicht direkt um einen festen Prozentsatz, wird jedoch im Rahmen der Stressregulation und allgemeinen Gesundheit zweimal wöchentlich empfohlen.

Eine Harvard-Studie, veröffentlicht in Nature Medicine im Jahr 2025, lieferte konkrete Richtwerte: Bereits 3.000 bis 5.000 Schritte täglich können den kognitiven Verfall um etwa drei Jahre verzögern. Werden täglich zwischen 5.000 und 7.500 Schritte erreicht, lässt sich dieser Prozess um bis zu sieben Jahre verlangsamen.

Anzeige

Neben regelmäßiger Bewegung gilt gezieltes Training der kognitiven Fähigkeiten als wichtiger Baustein für die geistige Fitness bis ins hohe Alter. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, mit welchen elf Alltagsübungen und Ernährungstipps Sie Ihr Gedächtnis nachhaltig stärken können. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Andere Analysen vom August 2026 legen nahe, dass die Optimierung von drei spezifischen Gesundheitsfaktoren im mittleren Alter die Demenzentwicklung sogar um bis zu 13 Jahre aufschieben kann.

Neue Ansätze in der Forschung

Die medikamentöse Forschung untersucht derzeit neue Kombinationstherapien. Eine Studie aus dem Jahr 2025 beobachtete bei Tiermodellen, dass eine Kombination aus niedrig dosiertem THC und Celecoxib die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Tangles reduzieren sowie die Kognition verbessern kann. Auch das Diabetesmittel Metformin wird auf seine Effekte im Gehirn untersucht.

Einen Meilenstein für die personalisierte Medizin stellt die Arbeit des T2T-Konsortiums dar. Wie in der Fachzeitschrift „Cell“ am 9. August 2026 berichtet wurde, ist das menschliche Genom nun zu 99,4 Prozent entschlüsselt. Diese nahezu vollständige Sequenzierung der 6,4 Milliarden Basenpaare ermöglicht künftig eine präzisere Analyse genetischer Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69932191 |