DemenzprÀvention, FÀlle

DemenzprÀvention: Bis zu 45% der FÀlle sind vermeidbar

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lilly informiert ĂŒber vermeidbare Demenzrisiken und plant Veranstaltungen; regionale Projekte fördern Beratung, Bewegung und gesellschaftliche Teilhabe.
Ein sonniger, herbstlicher Park mit Spazierwegen und BÀumen, der eine AtmosphÀre von Gesundheit und Wohlbefinden vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts einer alternden Gesellschaft und einer prognostizierten Zunahme von neurodegenerativen Erkrankungen gewinnen AufklÀrungskampagnen zur Gehirngesundheit zunehmend an Bedeutung.

Anfang September 2026 startete das Pharmaunternehmen Lilly die Initiative 'Bevor du es vergisst', um das Bewusstsein fĂŒr DemenzprĂ€vention in der Öffentlichkeit zu stĂ€rken. Die Kampagne stĂŒtzt sich auf aktuelle epidemiologische Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber vermeidbare Risikofaktoren.

Epidemiologische Entwicklung und PrÀventionspotenzial

Derzeit leben in Deutschland rund 1,8 Mio. Menschen mit einer Demenzerkrankung. Analysen zur Bevölkerungsentwicklung deuten darauf hin, dass diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf 2,7 Mio. ansteigen wird. Vor diesem Hintergrund betont die Kampagne von Lilly, dass Demenz kein unvermeidbares Schicksal darstellt. Experten gehen davon aus, dass bis zu 45% der DemenzfĂ€lle als potenziell vermeidbar gelten, sofern Risikofaktoren frĂŒhzeitig adressiert werden.

Die wissenschaftliche Grundlage fĂŒr solche EinschĂ€tzungen lieferte unter anderem die Lancet-Kommission im Jahr 2024. In einem entsprechenden Bericht wurden 14 spezifische Risikofaktoren identifiziert, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung beeinflussen können. Zu den zentralen Themen gehören dabei körperliche Bewegung, eine ausgewogene ErnĂ€hrung sowie die Aufrechterhaltung geistiger AktivitĂ€t.

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Formate der öffentlichen AufklÀrung

Um diese Botschaften zu vermitteln, setzt Lilly auf interaktive Informationsangebote. Geplant sind Veranstaltungen in deutschen GroßstĂ€dten: Vom 18. bis zum 21. September soll ein Event in Berlin stattfinden, gefolgt von einer Station in Köln im Zeitraum vom 25. bis zum 29. September. Ein zentrales Element dieser Auftritte ist die sogenannte Memory Radio Station, die einen niederschwelligen Zugang zum Thema Gehirngesundheit ermöglichen soll.

Parallel zu bundesweiten Kampagnen zeigen regionale Initiativen im September 2026 verstĂ€rkte AktivitĂ€ten. Im Netzwerk Demenz Parchim wird ein Aktionsmonat unter dem Titel 'FĂŒr ein gutes Leben mit Demenz' durchgefĂŒhrt. Das Programm umfasst verschiedene Formate wie einen Infotag am 7. September in der Stadthalle, ein Sportfest am 15. September sowie eine musikalische Lesung und Tanzangebote im Sitzen.

Regionale Modellprojekte und Beratung

Auch auf kommunaler Ebene werden neue Strukturen geschaffen. Der Ilm-Kreis wurde als Teil des Projekts 'ThĂŒringer Demenz-Modellregion' vorgestellt. Das Vorhaben sieht vor, neue Beratungsangebote, Schulungen fĂŒr Angehörige und spezialisierte Versorgungskonzepte zu implementieren. Ziel ist eine bessere Vernetzung der Akteure vor Ort, um Betroffene und deren Umfeld gezielter zu unterstĂŒtzen.

ErgĂ€nzend dazu finden fachspezifische VortrĂ€ge statt. In Taunusstein referiert ein Experte auf Basis der Lancet-Ergebnisse ĂŒber zehn konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung. In Weißenthurm thematisiert eine Beraterin fĂŒr Ethik im Rahmen eines Begleitprogramms zu einer Kunstausstellung die Bedeutung von Bewegung und geistiger VitalitĂ€t.

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Inklusion durch Kultur und digitale Angebote

Ein weiterer Fokus der aktuellen BemĂŒhungen liegt auf der gesellschaftlichen Teilhabe. In Donauwörth planen das Mehrgenerationenhaus und lokale Museen inklusive Angebote. Dazu gehören Weiterbildungen fĂŒr Kulturschaffende sowie FĂŒhrungen in leichter Sprache, beispielsweise im KĂ€the-Kruse-Puppen-Museum. In Offenbach wird im Projekt 'NeuroTango' die therapeutische Wirkung von Tanz fĂŒr Menschen mit Demenz und ihre Begleitpersonen genutzt.

Auch digitale PrĂ€ventionsansĂ€tze werden staatlich gefördert. Das Online-Format 'Taiso am Morgen', das japanische Morgengymnastik per Zoom anbietet, erhielt eine Förderung in Höhe von 17.000 Euro vom Hessischen Ministerium fĂŒr Digitalisierung und Innovation. Solche niederschwelligen Programme zielen darauf ab, körperliche AktivitĂ€t fest im Alltag der Zielgruppe zu verankern und so einen Beitrag zur langfristigen Gehirngesundheit zu leisten.

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