DemenzprÀvention, Computerspiele

DemenzprÀvention: Computerspiele senken Risiko um 25 Prozent

27.05.2026 - 18:20:13 | boerse-global.de

Studien belegen: Kombination aus Bewegung und kognitiven Übungen senkt Demenzrisiko deutlich. Neue Projekte in ganz Deutschland fördern die geistige Fitness im Alter.

DemenzprĂ€vention: Computerspiele senken Risiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de
DemenzprĂ€vention: Computerspiele senken Risiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Projekte in Deutschland zeigen: Die Kombination aus Bewegung und Gehirntraining ist besonders wirksam.

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Projekt „Gestalt“: Gehen, Spielen, Tanzen fĂŒr Senioren

Die Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg hat ein spezielles Programm entwickelt. „Gestalt“ steht fĂŒr Gehen, Spielen und Tanzen und richtet sich an Menschen ab 60 Jahren. In WĂŒrzburg gibt es dazu Kurseinheiten ĂŒber zwölf Termine – jeweils 90 Minuten pro Woche. Die Teilnehmer kombinieren klassische Bewegung mit spielerischen Aufgaben, um sowohl Ausdauer als auch geistige FlexibilitĂ€t zu fördern.

Jonglieren fĂŒrs Gehirn

Ende Mai startet in MĂŒnchen ein Praxis-Workshop, der Gehirn-Wissen mit JonglebĂŒroĂŒbungen verknĂŒpft. Experte Stephan Ehlers zeigt, wie koordinative Herausforderungen die Zusammenarbeit der GehirnhĂ€lften verbessern. Der Ansatz: Gleichzeitige Beanspruchung von Koordination und Kognition hat einen deutlich höheren Effekt auf die neuronale Vernetzung als statische Übungen.

Auch der MĂŒlheimer Sportbund ist aktiv. Das Angebot „Sport & Demenz trotz(t) Demenz“ fĂŒhrt alle zwei Wochen zweistĂŒndige Bewegungseinheiten in Pflegeeinrichtungen durch. Die Wartelisten zeigen: Der Bedarf an strukturierten Bewegungsangeboten ist riesig.

Computerspiele senken Demenzrisiko um 25 Prozent

Eine Studie mit rund 3.000 Personen ĂŒber 65 Jahren liefert beeindruckende Zahlen. Das Computerspiel „Doppelentscheidung“ trainiert die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns – und senkte das Demenzrisiko um etwa 25 Prozent. Professorin Marilyn Albert von der Johns Hopkins University bestĂ€tigt: Solche Interventionen erhöhen die GehirnplastizitĂ€t messbar. Allerdings: Technologie wirkt am besten in Kombination mit einem gesunden Lebensstil und Bewegung.

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Schatten-Navi fĂŒr heiße Tage

Das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT) entwickelt eine innovative Navigationslösung. Das Schatten-Navi berechnet Routen fĂŒr FußgĂ€nger in ĂŒber 80 deutschen GroßstĂ€dten basierend auf Schattendaten. Das Projekt HEAL ermöglicht StĂ€dten zudem, eigene Temperaturdaten einzubinden. Ziel: Ältere Menschen sollen auch bei extremen Wetterlagen mobil bleiben.

Sanfter Einstieg im FrĂŒhling

Fachleute empfehlen fĂŒr die warme Jahreszeit gelenkschonende AktivitĂ€ten. „Slow Jogging“ aus Japan eignet sich besonders fĂŒr Einsteiger. Auch Yoga oder Pilates in Parkanlagen stĂ€rken die Tiefenmuskulatur. FĂŒr einen Ganzkörpereffekt bietet sich Power-Walking an – mit Kleidung nach dem Zwiebelprinzip.

Kunst und Natur als Therapie

Kulturelle Institutionen entdecken die DemenzprĂ€vention fĂŒr sich. Die Kunsthalle Mainz bietet Mitte Juni spezielle RundgĂ€nge fĂŒr Menschen mit Demenz und ihre Begleiter an. UnterstĂŒtzt vom Rotary Club Mainz-Aurea Moguntia, setzt das Format auf emotionale und kognitive Impulse durch Kunstbetrachtung.

Im Juni ist zudem eine Benefiz-Waldbaden-Wanderung im Limbacher Wald geplant. Auf etwa fĂŒnf Kilometern kombinieren die Teilnehmer Achtsamkeit mit Bewegung. Waldbaden fördert nicht nur die physische Gesundheit, sondern auch psychische Entspannung und kognitive Regeneration.

Der Trend zur motorisch-kognitiven Kopplung

Die moderne Forschung erkennt: Bewegungsprogramme mit Koordination, Rhythmus und sozialer Interaktion schĂŒtzen die Gehirnstruktur effektiver als isoliertes GedĂ€chtnistraining. KreuzwortrĂ€tsel allein reichen nicht mehr aus.

Wirtschaftlich entsteht ein neuer Markt. Zertifizierte Programme wie „Gestalt“ oder spezialisierte Coaching-Methoden wie REHORULI zeigen: Wissenschaftlich fundierte PrĂ€ventionskurse sind gefragt. Das Schatten-Navi weist zudem auf wachsende Felder fĂŒr digitale Gesundheitsanwendungen hin.

Was die Zukunft bringt

Die Grenzen zwischen digitalem Training und physischer AktivitĂ€t werden weiter verschwimmen. DatengestĂŒtzte Analysen der Verarbeitungsgeschwindigkeit kombiniert mit praktischen Bewegungsanweisungen könnten zum Standard werden. Kommunen investieren zunehmend in eine „gehirngesunde“ Infrastruktur mit Schattenzonen und BewegungsrĂ€umen.

PrĂ€vention versteht sich immer mehr als Gemeinschaftsaufgabe. Der Erfolg hĂ€ngt davon ab, wie zugĂ€nglich und attraktiv die Programme fĂŒr die Zielgruppe sind. Die wissenschaftliche Begleitung stellt sicher, dass die effektivsten Methoden flĂ€chendeckend implementiert werden.

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