Demenzprävention: Lifestyle-Intervention steigert Kognition um 55%
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die wissenschaftliche Untersuchung von Demenzprävention hat durch die Ergebnisse der LatAm-FINGERS-Studie neue Impulse erhalten. Im Fokus der klinischen Forschung steht die Frage, inwieweit kulturell angepasste Lebensstil-Interventionen den kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen mit erhöhtem Demenzrisiko verzögern können. Die im Sommer 2026 präsentierten Daten deuten auf eine signifikante Wirksamkeit strukturierter Programme hin.
Signifikante Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit
Zentrales Ergebnis der Untersuchung ist eine deutliche Verbesserung der globalen Kognition. Den Studiendaten zufolge führte die systematische Lifestyle-Intervention zu einer Steigerung der kognitiven Werte um 55 % im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ein wesentlicher Indikator für diesen Erfolg ist die Differenz in den sogenannten z-Scores, die den Fortschritt der kognitiven Leistung messen. Während die ursprüngliche FINGER-Studie in Finnland eine Differenz von 0,04 auswies, verzeichnete die lateinamerikanische Studie einen Wert von 0,11. Damit fiel der Effekt in der untersuchten Region mehr als doppelt so hoch aus wie in der europäischen Vergleichsstudie.
Ein spezifischer Befund der in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Ergebnisse betrifft die demografische Verteilung der Erfolge. Demnach profitierten primär Frauen von den durchgeführten Maßnahmen. Im Hinblick auf die methodische Umsetzung zeigte sich zudem, dass eine strukturierte Unterstützung (Structured Lifestyle Intervention, SLI) effektiver war als ein flexibler Ansatz (Flexible Lifestyle Intervention, FLI).
Studiendesign und kulturelle Einbettung
Die LatAm-FINGERS-Studie ist Teil des globalen World-Wide FINGERS Netzwerks und umfasste einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Teilnehmerzahl wird in den vorliegenden Berichten auf 1.200 bis 1.700 Personen im Alter zwischen 60 und 77 Jahren beziffert. Die Untersuchung erstreckte sich über 11 lateinamerikanische Länder.
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Ein wesentliches Merkmal der Studie war die kulturelle Anpassung der Maßnahmen. Die Interventionen setzten sich aus vier Kernbereichen zusammen:
* Ernährung auf Basis der MIND-Diät,
* Körperliche Betätigung, die unter anderem Salsa, Tango und Übungen im Freien umfasste,
* Regelmäßiges kognitives Training,
* Systematische Kontrolle chronischer Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen.
Während die Interventionsgruppe für die Maßnahmen unter anderem Einrichtungen wie Universitäten aufsuchte, verblieb die Kontrollgruppe in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld ohne diese spezifischen strukturellen Vorgaben.
Wissenschaftliche Präsentation und gesundheitspolitische Relevanz
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Die Ergebnisse wurden Mitte Juli 2026 auf der Alzheimer's Association International Conference (AAIC) vorgestellt. Auch die Universidad Nacional Pedro Henríquez Ureña (UNPHU) thematisierte Ende Juli 2026 die Resultate der zweijährigen Untersuchung. Experten wiesen dabei auf die Bedeutung der systematischen Betreuung hin, um messbare Erfolge in der kognitiven Erhaltung zu erzielen.
Als nächste Schritte nach der Auswertung der Studiendaten ist die Erarbeitung von Aktionsplänen vorgesehen. Diese sollen in Zusammenarbeit mit regionalen Gesundheitsbehörden entwickelt werden, um die Erkenntnisse aus der klinischen Forschung in die breite gesundheitliche Versorgung älterer Menschen zu überführen. Ziel ist es, präventive Lebensstil-Programme als festen Bestandteil der öffentlichen Gesundheitspolitik zu etablieren, um der steigenden Zahl von Demenzerkrankungen in alternden Gesellschaften entgegenzuwirken.
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