Demenzversorgung, Pflegebedürftigen

Demenzversorgung: 86 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft stehen häusliche Pflege, regionale Defizite und digitale Ansätze im Mittelpunkt.
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Wohnraum mit einem leeren Stuhl und einer einzelnen Blume in einer Vase, der eine Atmosphäre von häuslicher Geborgenheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die Versorgung von Menschen mit Demenz steht vor tiefgreifenden Herausforderungen, die von regionalen Versorgungslücken bis hin zur notwendigen Integration neuer Technologien reichen.

Anlässlich des 13. Kongresses der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG), der am 15. und 16. Oktober 2026 in der Messe Magdeburg stattfindet, diskutieren rund 700 Fachleute über zukunftsfähige Versorgungsstrukturen.

Im Zentrum der Fachgespräche stehen neben Fortschritten in Diagnostik und Prävention vor allem der Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz sowie die gesellschaftliche und politische Verankerung bestehender Hilfsangebote.

Häusliche Pflege dominiert die Versorgungsrealität

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Versorgungslandschaft ist die starke Belastung des häuslichen Umfelds. Der Pflegewissenschaftler Prof. Andreas Büscher hob hervor, dass gegenwärtig 86 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden.

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Vor diesem Hintergrund sprach er sich für eine deutlich engere Vernetzung zwischen der professionellen Pflege und der Angehörigenpflege aus, um bestehende Versorgungsbrüche zu vermeiden und pflegende Familien wirksamer zu entlasten.

Die Perspektive der Betroffenen selbst brachte der Beirat Leben mit Demenz in die Fachdebatte ein. Dieser formulierte als Leitgedanken, dass Aufgeben keine Option darstelle, und unterstrich damit die Notwendigkeit, Teilhabe und Lebensqualität auch bei fortschreitender Erkrankung aktiv zu fördern.

Lücken in der Grundversorgung und Forderungen an die Politik

Trotz einer Vielzahl an Modellprojekten und Hilfsinitiativen hapert es weiterhin an der Überführung in den Versorgungsalltag. Der DAlzG-Vorsitzende Swen Staack betonte, dass viele Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige zwar bereits existierten, diese jedoch nach wie vor zu selten fest in der Regelversorgung implementiert seien. Zudem warnte er davor, dass die pflegerische Grundversorgung inzwischen in immer mehr Regionen nicht mehr ausreichend sichergestellt werden könne.

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Staack rief daher zu einer klaren gesellschaftlichen und politischen Haltung auf. Ziel der Zusammenkunft sei es, innovative Ansätze voranzutreiben und den Dialog mit Politik und Gesellschaft intensiv zu verstärken.

Auch von politischer Seite wurde die Bedeutung koordinierter Maßnahmen unterstrichen. Im Rahmen der Veranstaltung übermittelte Bundesministerin Karin Prien ein Videogrußwort an die Teilnehmenden. Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne verwies zudem auf die konkrete Demenzstrategie des Bundeslandes, mit der bestehende Strukturen gestärkt und Versorgungsnetzwerke weiter ausgebaut werden sollen.

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