Demenzversorgung, ParGenDA

Demenzversorgung: ParGenDA priorisiert zehn Forschungsfragen zu Pflege

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fachveranstaltungen, Klinikmaßnahmen und Forschungsfragen zeigen unterschiedliche Wege zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

Demenzversorgung: Ansätze für Angehörige, Kliniken und Forschung
Ein helles, lichtdurchflutetes Zimmer mit barrierefreier Gestaltung und warmen Holzelementen. Illustration mit AI erstellt.

Die Begleitung von Menschen mit Demenz erfordert fundierte Konzepte in der Pflegepraxis, angepasste bauliche Strukturen sowie verlässliche Unterstützung für pflegende Angehörige.

Bei einer Fachveranstaltung des VdK Schweinfurt im Pfarrzentrum St. Kilian standen diese Herausforderungen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand im Rahmen der 7. Bayerischen Demenzwoche statt und zog 113 Gäste an, darunter auch eine Schulklasse der Fachschule für Heilerziehungspflege.

Wohnumfeld und Praxisanregungen für Angehörige

Im Fokus des Schweinfurter Fachforums standen konkrete Ansätze zur Erleichterung des Alltags und zur Gestaltung des Lebensraums. Prof. Dr.-Ing. Birgit Dietz, Architektin und Dozentin an der Technischen Universität München, referierte über demenzsensible Architektur in Theorie und Praxis. Dabei stellte sie die Kernaspekte Orientierung, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe heraus.

Ergänzend dazu behandelte Tina Würzburger vom VdK-Bayern aus dem Ressort Leben im Alter das Thema Demenz verstehen und den Alltag erleichtern, wobei sie praxisnahe Anregungen für pflegende Angehörige präsentierte. Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden den Rahmen für eine Fragerunde und einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Hohe Belastung in der häuslichen Pflege

Die Situation im häuslichen Umfeld betrifft einen großen Teil der Versorgungsstrukturen, wie ein Aktionstag des Sozialverbands VdK für pflegende Angehörige im Haus Brandstätter in Bad Zwischenahn unterstrich. Die Veranstaltung unter dem Motto Und wer pflegt dich? vereinte lokale Hilfs- und Beratungsorganisationen.

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Nach Angaben des Landtagsabgeordneten Björn Meyer sind im Ammerland rund 10.000 Menschen pflegebedürftig, von denen etwa 85 Prozent im eigenen Zuhause versorgt werden. Dadurch seien mindestens 8.500 Angehörige stark belastet.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fischer Sordon verwies darauf, dass ein Drittel der Bürger von Bad Zwischenahn 65 Jahre und älter sei; 3.500 Personen zählten zur Altersgruppe zwischen 80 und 99 Jahren, während zehn Menschen über 100 Jahre alt seien.

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Ministerpräsident Olaf Lies sprach sich vor diesem Hintergrund für das Beibehalten der Verhinderungspflege aus und gab zu bedenken, dass Beratungen häufig eine Stunde und länger dauerten, vergütet werde bislang jedoch lediglich eine halbe Stunde.

Initiativen in Kliniken und pflegewissenschaftlicher Forschung

Neben dem häuslichen Bereich stehen Krankenhäuser vor besonderen Aufgaben bei der Betreuung Betroffener. Das Agaplesion Evangelische Krankenhaus Gießen testet seit einigen Monaten gelbe Armbänder zur besseren Kennzeichnung von Demenzpatienten, die ausschließlich mit Zustimmung der Betroffenen oder Angehörigen angelegt werden.

Zu den weiteren Maßnahmen der Klinik zählen Rooming-in für Begleitpersonen, Piktogramme an Türen, eine Unterbringung nahe den Stationsstützpunkten, das Fingerfood-Angebot Eat by Walking, Delir-Prophylaxe und ein geschützter Aufnahmebereich.

Ein abgestimmtes Vorgehen vermittelt zudem die Broschüre Klinikaufenthalt für Menschen mit Demenz, die vom Arbeitskreis Demenz der Region Gießen herausgegeben wird.

Auf wissenschaftlicher Ebene widmet sich die Forschungspartnerschaft ParGenDA am Lehrstuhl für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke der geschlechtersensiblen psychosozialen Demenzversorgung.

Unter Leitung von Prof. Dr. Margareta Halek formulierte und priorisierte die Initiative gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zehn zentrale Forschungsfragen. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Vorhaben untersucht unter anderem die Wahrung von Schamgrenzen bei der Körperpflege, den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen sowie die gezielte Unterstützung von LSBTIQ+-Personen mit Demenz und deren Angehörigen.

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