Neue Kritik an Musks X-Plattform von verklagten Forschern
Veröffentlicht am: 15.11.2023 um 04:28 Uhr | dpa.de
Die von Elon Musks Online-Plattform X verklagten Hassrede-Forscher legen mit neuer Kritik an dem Dienst nach. Die Experten meldeten X (ehemals Twitter) Ende Oktober 200 BeitrĂ€ge rund um den Hamas-Ăberfall auf Israel und den Gaza-Krieg, die nach Angaben der Forscher eindeutig gegen die Regeln verstieĂen. Eine Woche spĂ€ter seien 196 davon immer noch online gewesen, berichtete die Organisation CCDH.
In den BeitrÀgen sei unter anderem zu Gewalt gegen Juden, PalÀstinenser und Muslime aufgerufen worden, hieà es in einem Blogeintrag der CCDH (Center for Countering Digital Hate). Auch seien antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und der Nazi-Massenmord an Juden geleugnet oder verharmlost worden.
Von X gab es zunĂ€chst keine Reaktion auf die Kritik der Organisation. Wenige Stunden zuvor veröffentlichte der Dienst allerdings einem Blogpost zu seinem Umgang mit Inhalten, die gegen die Regeln der Plattform verstoĂen. Darin hieĂ es unter anderem, bisher sei man gegen mehr als 320.000 BeitrĂ€ge unter anderem wegen Hassrede vorgegangen. Mehr als 3000 Accounts seien entfernt worden. Bei ĂŒber 25.000 Posts hĂ€tten die Teams wegen manipulierten Inhalten eingegriffen.
Online-Plattformen mĂŒssen gegen Hassrede und Hetze vorgehen
X hatte in den vergangenen Wochen eine offizielle Anfrage der EU-Kommission zur Einhaltung des neuen EU-Digitalgesetzes DSA erhalten. Online-Plattformen werden vom Digital Services Act (DSA) verpflichtet, strikt gegen illegale Inhalte wie zum Beispiel Hassrede und Hetze im Netz vorzugehen.
Musks Plattform hatte die Online-Forscher, die Hassrede und Falschinformationen im Netz aufdecken, im Sommer verklagt. X wirft CCDH in der Klage vor, fĂŒr Berichte zum Umgang mit Hassrede widerrechtlich auf Daten des Dienstes zugegriffen zu haben. Dem Unternehmen sei dadurch Schaden entstanden, weil Werbekunden abgesprungen seien.
