Depression: In einer Pilotstudie war ein Viertel zeitweise beschwerdefrei
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen steht vor groĂen Herausforderungen, insbesondere wenn Patientinnen und Patienten auf Standardtherapien nicht ansprechen. An der Philipps-UniversitĂ€t Marburg widmet sich das Forschungsprojekt MindShift dieser Problematik.
Das Team entwickelt eine Plattform auf Basis kĂŒnstlicher Intelligenz, die neuronale AktivitĂ€ten erfasst und darauf aufbauend eine individuell angepasste Neurostimulation ermöglicht.
Funktionsweise der KI-gestĂŒtzten Neurostimulation
Das System kombiniert moderne Messtechnik mit Algorithmen des maschinellen Lernens. Ăber eine Sensorhaube wird die HirnaktivitĂ€t der Behandelten registriert. Die integrierte kĂŒnstliche Intelligenz soll spezifische Denkmuster sowie Ăngste identifizieren. Auf dieser Basis erfolgt eine zielgerichtete Stimulation, die darauf ausgelegt ist, negative Bewertungen neuronal umzudeuten und festgefahrene neuronale Schleifen zu durchbrechen.
Um eine verlÀssliche Mustererkennung zu gewÀhrleisten, wurde das KI-Modell der Marburger Forscher im Vorfeld mit mehr als 30.000 MRT-DatensÀtzen trainiert. Dieses breite Datenfundament erlaubt es dem System, individuelle Abweichungen in der AktivitÀt des Gehirns zu verarbeiten und entsprechende Stimulationsimpulse passgenau abzustimmen.
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Erste Resultate aus der Pilotphase
Erste praktische Erfahrungen lieferte eine Pilotstudie mit 20 Patientinnen und Patienten. Den Erhebungen zufolge verbesserte sich die Stimmung bei rund der HĂ€lfte der Teilnehmenden deutlich. Ein Viertel der Probanden war zeitweise sogar beschwerdefrei.
Trotz dieser positiven Tendenzen betonen die Verantwortlichen, dass die vorliegenden Ergebnisse vorlĂ€ufig sind. Um die Wirksamkeit und Sicherheit des Verfahrens belastbar zu belegen, sind weiterfĂŒhrende und deutlich gröĂere Studien erforderlich. Zudem soll die Plattform die Psychotherapie nicht ersetzen, sondern als ergĂ€nzendes Instrument in bestehende Behandlungskonzepte integriert werden.
Fokus auf therapieresistente FĂ€lle und wirtschaftliche Verwertung
Wie unter anderem aus einem Bericht von ground.news vom 05.10.2026 hervorgeht, richtet sich der Ansatz von MindShift insbesondere an Menschen mit therapieresistenter Depression. Bei diesen Betroffenen fĂŒhren gĂ€ngige medikamentöse und psychotherapeutische Interventionen hĂ€ufig nicht zu einer ausreichenden Linderung der Symptome.
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Das Entwicklungsvorhaben stöĂt auch auf öffentliche UnterstĂŒtzung: Das Land Hessen fördert das Vorhaben an der Philipps-UniversitĂ€t Marburg mit rund 870.000 Euro. Neben der wissenschaftlichen Validierung treibt das Forschungsteam auch die wirtschaftliche Umsetzung voran.
Noch fĂŒr das Jahr 2026 ist die AusgrĂŒndung eines Start-ups geplant, um die Technologie kĂŒnftig fĂŒr den Einsatz in der klinischen Praxis und im therapeutischen Versorgungsalltag nutzbar zu machen.
