Depression: Kreatin-Supplement zeigt gemischte Wirkung in Metaanalyse
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung wird verstĂ€rkt untersucht, inwieweit NahrungsergĂ€nzungsmittel die Wirkung herkömmlicher Psychopharmaka unterstĂŒtzen können.
Eine systematische Ăbersicht, die im August 2026 in der Fachzeitschrift Brain Medicine (Genomic Press) veröffentlicht wurde, beleuchtet in diesem Kontext das Potenzial von Kreatin-Monohydrat als Zusatztherapie bei Depressionen. Die Analyse liefert ein differenziertes Bild ĂŒber die Wirksamkeit dieses Ansatzes, der primĂ€r aus dem Bereich des Energiestoffwechsels bekannt ist.
Methodik und Umfang der untersuchten Studien
Die Ăbersichtsarbeit stĂŒtzt sich auf die Auswertung von fĂŒnf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Der Fokus der Forschung lag dabei auf verschiedenen AusprĂ€gungen depressiver Erkrankungen. Vier dieser Studien untersuchten Patienten mit einer Major Depression, wĂ€hrend eine weitere Untersuchung die Effekte bei einer bipolaren Depression in den Blick nahm.
Die Ergebnisse dieser Zusammenstellung sind heterogen. Die Autoren berichten von einer gemischten Datenlage: WĂ€hrend in einigen Versuchsreihen signifikante Verbesserungen der depressiven Symptomatik dokumentiert wurden, konnten andere Studien keine messbare Wirkung der Kreatin-Gabe feststellen.
Beobachtete Effekte bei kombinierter Anwendung
Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft die Dosierung und die Kombination mit etablierten Antidepressiva. In einer der untersuchten Studien fĂŒhrte die tĂ€gliche Einnahme von 5g Kreatin-Monohydrat zusĂ€tzlich zum Wirkstoff Escitalopram zu einer messbaren Verbesserung der Symptome. Dieser Effekt wurde nach einem Beobachtungszeitraum von acht Wochen festgestellt.
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ErgĂ€nzende Daten deuten darauf hin, dass die Supplementierung von 5g Kreatin pro Tag in Verbindung mit einem Antidepressivum nicht nur die IntensitĂ€t der Symptome mindern kann, sondern unter UmstĂ€nden auch zu einem frĂŒheren Wirkungseintritt fĂŒhrt. Im Vergleich zur alleinigen Gabe von Antidepressiva wurde in diesen FĂ€llen eine stĂ€rkere Reduktion der depressiven Beschwerden beobachtet.
Grenzen der Wirksamkeit und wissenschaftliche Einordnung
Trotz der positiven Befunde in einzelnen Teilbereichen zeigt die Ăbersicht deutliche Grenzen auf. In mehreren Studien blieb der therapeutische Nutzen aus. Dies betraf nach Angaben der in Brain Medicine veröffentlichten Arbeit unter anderem Untersuchungen mit jugendlichen Probanden. Auch bei der Behandlung der bipolaren Depression konnte durch die zusĂ€tzliche Gabe von Kreatin keine signifikante Wirkung erzielt werden.
Die Autoren der Meta-Analyse betonen daher, dass die vorliegenden Ergebnisse als vorlÀufig einzustufen sind. Ein wesentlicher Punkt der wissenschaftlichen Bewertung ist der Hinweis, dass eine beobachtete Korrelation zwischen der Einnahme und der Besserung des Zustands nicht automatisch eine KausalitÀt beweist.
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Angesichts der uneinheitlichen Studienlage sehen Fachleute weiteren Forschungsbedarf. Weitere groĂ angelegte Untersuchungen seien notwendig, um die Mechanismen und die tatsĂ€chliche klinische Relevanz von Kreatin-Monohydrat in der Psychiatrie abschlieĂend zu bewerten.
Bevor eine allgemeine Empfehlung fĂŒr die klinische Praxis ausgesprochen werden kann, mĂŒssen die Bedingungen, unter denen Patienten von einer solchen Zusatztherapie profitieren, genauer definiert werden.
