Depressionsrisiko, Jugendfitness

Depressionsrisiko: Jugendfitness zeigt bei Frauen einen stärkeren Zusammenhang

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 07:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeituntersuchung verbindet höhere Ausdauer bei Kindern und Jugendlichen mit weniger Depressionen im Erwachsenenalter, belegt aber keine Ursache.

Studie: Fitness in jungen Jahren hängt mit geringerem Depressionsrisiko zusammen
Eine leere Laufbahn in einem Park im morgendlichen Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die körperliche Verfassung in jungen Jahren könnte für die psychische Gesundheit bis weit ins Erwachsenenalter eine wesentliche Rolle spielen. Eine Untersuchung des Menzies Institute for Medical Research der University of Tasmania in Zusammenarbeit mit der Adelaide University, über die Medien am 1. Oktober 2026 berichteten, widmet sich diesem Zusammenhang.

Kinder und Jugendliche mit einer höheren kardiorespiratorischen Fitness weisen demnach im späteren Erwachsenenalter ein geringeres Risiko für depressive Erkrankungen auf. Die wissenschaftliche Arbeit wurde im Fachmagazin Journal of Affective Disorders veröffentlicht.

Datengrundlage über drei Jahrzehnte hinweg

Als Basis der Analyse diente die „Childhood Determinants of Adult Health study“. Für diese Langzeitkohorte wurden im Jahr 1985 über 1.000 Australier im Alter von 7 bis 15 Jahren erstmals untersucht. Mehr als 30 Jahre später erfolgte bei denselben Personen im Alter zwischen 36 und 49 Jahren eine Nachuntersuchung.

Die körperliche Fitness der Teilnehmenden war 1985 über standardisierte Methoden ermittelt worden, darunter ein 1,6-km-Lauf sowie der Standweitsprung. Teilweise wurden die Daten zusätzlich über Leistungsmessungen beim Radfahren und Tests der Handkraft ergänzt.

Das Auftreten von Depressionen im Erwachsenenalter wurde über Diagnostikinterviews der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhoben. Dr. Brooklyn Fraser vom Menzies Institute hob hervor, dass die über drei Jahrzehnte reichenden Daten eine methodisch seltene Untersuchung ermöglichten.

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Kardiorespiratorische Ausdauer und geschlechtsspezifische Aspekte

Die Auswertung der Daten ergab, dass die beobachtete Verbindung nicht bei allen Fitnessparametern gleichermaßen ausgeprägt war. Die Assoziation erwies sich für die kardiorespiratorische Fitness als am stärksten und konsistentesten. Zudem zeigte sich der Zusammenhang bei Frauen ausgeprägter als bei Männern.

Die statistische Verknüpfung erwies sich zudem als robust gegenüber Störvariablen: Der Zusammenhang zwischen der im Kindes- und Jugendalter gemessenen Fitness und dem späteren Depressionsrisiko blieb auch nach der statistischen Anpassung an den sozioökonomischen Status, den Lebensstil und vorbestehende psychische Erkrankungen bestehen.

Wissenschaftliche Einordnung und präventive Ansätze

Trotz der deutlichen statistischen Zusammenhänge betonen die beteiligten Forscher die Grenzen der Aussagekraft. Die Hauptautorin Kylie Smith vom Menzies Institute der University of Tasmania gab zu bedenken, dass die Ergebnisse keine Kausalität belegen könnten. Körperliche Fitness sei möglicherweise lediglich ein einzelnes Teil eines komplexeren Gesamtbildes.

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Gleichzeitig heben die Wissenschaftler den praktischen Nutzen für die Gesundheitsförderung hervor. Grant Tomkinson von der Adelaide University betonte, dass Fitness im Gegensatz zu vielen anderen Risikofaktoren veränderbar sei. Dadurch stelle sie einen vielversprechenden und konkreten Ansatzpunkt für präventive Strategien im Kinder- und Jugendalter dar.

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