Depressionsstudie: DeepPsy erhÀlt 1,99 Millionen Franken vom SNF
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 20:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Technologien halten zunehmend Einzug in die psychiatrische und neurologische Versorgung. Im Zentrum aktueller Entwicklungen stehen digitale Anwendungen, die bestehende Behandlungskonzepte ergÀnzen oder individualisieren sollen. Einen spezifischen Ansatz verfolgt das in Regensburg ansÀssige Start-up Brainjo.
Das Unternehmen arbeitet an einer digitalen Therapie fĂŒr Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/HyperaktivitĂ€tsstörung (ADHS). Das Konzept setzt auf Virtual-Reality-Brillen, mit deren Hilfe junge Patienten spielerisch lernen sollen, Herausforderungen im Alltag besser zu bewĂ€ltigen.
UnterstĂŒtzung durch Politik und Fachwelt
Das Vorhaben stöĂt auch auf politisches Interesse. Der Gesundheitspolitische Arbeitskreis der CSU (GPA) setzt sich dafĂŒr ein, derartige Innovationen in der medizinischen Versorgung gezielt zu fördern.
An den diesbezĂŒglichen Initiativen und dem Austausch rund um das Vorhaben sind mehrere Akteure beteiligt: Neben Brainjo-GrĂŒnder Christian Gnerlich zĂ€hlen dazu Professor Joachim Grifka, GPA-Chef Bernhard Seidenath sowie Ilja Hagen, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Regensburger Technologie- und GrĂŒnderzentrums Biopark, wie idowa.de in einem Bericht vom 12. Oktober 2026 darlegte.
Personalisierte Diagnostik bei depressiven Störungen
Parallel zu AnsĂ€tzen im Bereich kindlicher Verhaltensstörungen gewinnt die Digitalisierung auch in der Depressionsbehandlung an Bedeutung. Das Schweizer Unternehmen DeepPsy, das im Jahr 2021 gegrĂŒndet wurde und seinen Sitz in Zollikon hat, entwickelt klinische Berichte auf der Basis von Gehirn- und HerzaktivitĂ€t. FĂŒr die wissenschaftliche ĂberprĂŒfung dieses Konzepts stellt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) finanzielle Mittel bereit.
Die Depressionsbehandlung steht vor einem Wandel: Statt Trial-and-Error sollen kĂŒnftig elektrophysiologische Biomarker aus EEG- und EKG-Messungen die Therapiewahl prĂ€zisieren. Ein vierjĂ€hriges Forschungsvorhaben mit 500 Erkrankten prĂŒft derzeit, ob solche biomarkerbasierten Entscheidungen bessere Ergebnisse erzielen als Standardempfehlungen. Unser kostenloser Leitfaden erklĂ€rt in drei Schritten, wie Sie diese Entwicklung fĂŒr Ihre Klinik einordnen. Leitfaden zu Biomarkern jetzt anfordern
Laut einem Bericht von zhk.ch vom 12. Oktober 2026 erhĂ€lt das Unternehmen 1,99 Mio. Franken fĂŒr eine groĂ angelegte, vierjĂ€hrige randomisierte Studie. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollen 500 Erkrankte mit schweren depressiven Störungen untersucht werden.
Ziel ist es festzustellen, ob Behandlungsentscheidungen, die auf elektrophysiologischen Biomarkern wie EEG- und EKG-Messungen beruhen, zu besseren Therapieergebnissen fĂŒhren als herkömmliche Standardempfehlungen. Die multizentrische Untersuchung wird dabei von einem unabhĂ€ngigen akademischen Konsortium durchgefĂŒhrt.
Digitale Methoden im klinischen Kontext
Die Entwicklungen bei ADHS und Depressionen verdeutlichen einen strukturellen Trend: Moderne Therapieverfahren zielen darauf ab, entweder das Verhaltenstraining ĂŒber immersive Technologien wie Virtual Reality direkt in kindgerechte AblĂ€ufe zu integrieren oder Behandlungsentscheidungen mithilfe biologischer Messdaten zu prĂ€zisieren.
Digitale Gesundheitsanwendungen scheitern in der Praxis oft an der Integration in den Klinikalltag â nicht an der Technik. Wer heute digitale Depressionstherapie einfĂŒhren will, braucht eine klare Checkliste: Welche Anwendung passt zu welchem Patientenpfad, welche Schnittstellen fehlen, welche Wirksamkeitskriterien muss ein Anbieter vorlegen? Unser kostenloser Leitfaden fĂŒhrt Sie Schritt fĂŒr Schritt durch die Bewertung. Checkliste digitale Depressionstherapie sichern
WĂ€hrend Start-ups wie Brainjo auf Trainings- und BewĂ€ltigungsstrategien setzen, konzentrieren sich Verfahren wie jene von DeepPsy auf eine datengestĂŒtzte Individualisierung medikamentöser oder therapeutischer Pfade.
Die ĂberprĂŒfung durch wissenschaftliche Studien und die Einbindung in regionale Versorgungsnetzwerke gelten dabei als zentrale Schritte, um die Wirksamkeit digitaler Gesundheitsanwendungen im regulĂ€ren Gesundheitssystem zu etablieren.
