Bank, Kernsysteme

Deutsche Bank: Kernsysteme von 15 auf 2 Plattformen reduziert

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Deutsche Bank vereinbart zehn Jahre mit Thought Machine und will ab 2027 ihre Privatkunden-IT von 15 auf zwei Kernplattformen umstellen.

Deutsche Bank bündelt Kernbankensysteme mit Thought Machine
Moderne, minimalistische Server-Infrastruktur in einem klimatisierten Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Bank hat am 28. August 2026 eine weitreichende Partnerschaft zur Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur bekannt gegeben. Für die Transformation der Kernbankensysteme innerhalb der Privatkunden-Sparte setzt das Institut künftig auf die Technologie des Unternehmens Thought Machine. Die Kooperation ist langfristig angelegt und umfasst einen Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Strategische Konsolidierung der Systemlandschaft

Im Zentrum der technologischen Neuausrichtung steht der Einsatz der Cloud-Plattform Vault Core. Mit dieser Lösung strebt die Bank eine signifikante Vereinfachung ihrer bisherigen IT-Architektur an.

Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung sieht vor, die Anzahl der derzeit genutzten Kernsysteme drastisch zu reduzieren. Den Planungen zufolge soll die Systemlandschaft von aktuell 15 verschiedenen Kernsystemen auf lediglich zwei Plattformen konsolidiert werden.

Diese Reduktion gilt als zentraler Baustein, um die Komplexität innerhalb der IT-Prozesse zu verringern und die Effizienz in der Verwaltung von Kundenkonten und Finanzprodukten zu steigern. Durch den Einsatz einer Cloud-nativen Plattform wie Vault Core verspricht sich das Geldhaus eine flexiblere Reaktionsfähigkeit auf Marktanforderungen sowie eine stabilere Infrastruktur für digitale Dienstleistungen.

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Migrationsphase und langfristige Ziele

Obwohl der Zehnjahresvertrag bereits unterzeichnet wurde, ist der Beginn der operativen Umsetzung für einen späteren Zeitpunkt terminiert. Die Migration der bestehenden Kernsysteme auf die neue Plattform soll nach aktuellem Stand im Jahr 2027 eingeleitet werden. Dieser Vorlauf ermöglicht eine detaillierte Vorbereitung der komplexen Datenübertragungen und Systemumstellungen innerhalb der Privatkunden-Sparte.

Christian Rhino, CIO der Deutschen Bank, bezeichnete die Modernisierung der Kernbankenlandschaft als ein erklärtes Ziel des Unternehmens. Die Umstellung auf eine moderne Architektur sei notwendig, um die Grundlage für künftige Innovationen im Bankbetrieb zu schaffen. Die Wahl von Thought Machine unterstreiche dabei die Ambition, veraltete Strukturen durch skalierbare Cloud-Lösungen zu ersetzen.

Bedeutung für die digitale Transformation

Die Entscheidung für Vault Core markiert einen wichtigen Meilenstein in der langfristigen Digitalisierungsstrategie der Deutschen Bank. Durch die drastische Verringerung der Systemanzahl können künftig Wartungskosten gesenkt und Ressourcen für die Entwicklung neuer digitaler Angebote freigesetzt werden.

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Die Cloud-Plattform ermöglicht es zudem, Bankprodukte schneller zu konfigurieren und in den Markt einzuführen, als dies mit den bisherigen, teils fragmentierten Altsystemen möglich war.

Die Partnerschaft zeigt zudem den anhaltenden Trend im Finanzsektor, kritische Infrastrukturen zunehmend auf spezialisierte Cloud-Anbieter auszulagern, um die technologische Zukunftsfähigkeit gegenüber agileren Wettbewerbern zu sichern.

Mit der geplanten Migration ab 2027 stellt die Deutsche Bank die Weichen für eine vereinheitlichte und modernisierte Plattform, die das Rückgrat der privaten Bankdienstleistungen für das kommende Jahrzehnt bilden soll.

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