Deutsche Telekom, Künstliche Intelligenz

Deutsche Telekom will mit KI bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro sparen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 08:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Deutsche Telekom will mit Künstlicher Intelligenz und Automatisierung bis 2030 jährlich rund 2,5 Milliarden Euro an indirekten Kosten einsparen. Gleichzeitig soll das KI-Geschäft mit Unternehmen außerhalb der USA deutlich wachsen.

Telekom-Chef Tim Höttges: «KI verändert die Telekom von Grund auf.» (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa
Telekom-Chef Tim Höttges: «KI verändert die Telekom von Grund auf.» (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa

Die Deutsche Telekom will mit Künstlicher Intelligenz und Automatisierung ihre jährlichen indirekten Kosten bis 2030 um rund 2,5 Milliarden Euro senken.

Höheres Sparziel bis 2030

Der Dax-Konzern teilte dies am Montag anlässlich eines Investorentags mit. Gegenüber 2023 sollen die Einsparungen damit deutlich über den für 2027 vorgesehenen Bruttoeinsparungen von 1,1 Milliarden Euro liegen.

Außerhalb der USA will die Telekom den KI-bezogenen Umsatz mit Unternehmen bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigern. Für dieses Jahr erwartet der Konzern in diesem Geschäft rund 250 Millionen Euro.

KI im Netz und im Kundenservice

Die Telekom bestätigte zugleich ihre Prognose und die mittelfristigen Ziele. Die Aktie bewegte sich vorbörslich auf Tradegate kaum gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag.

Nach Angaben des Unternehmens soll KI Auslastungen im Mobilfunknetz früher erkennen, Beschäftigte im Kundenservice unterstützen und Anliegen direkt lösen. Für Privatkunden plant die Telekom unter anderem KI-Dienste wie die Live-Übersetzung von Gesprächen im Mobilfunk.

Chatbot übernimmt Millionen Anrufe

Der Konzern setzt KI nach eigenen Angaben vor allem dort ein, wo große Mengen wiederkehrender Arbeit anfallen. Genannt werden der Netzbetrieb, der Kundenservice, die Softwareentwicklung und Verwaltungsprozesse.

Im ersten Halbjahr habe ein Chatbot rund 2,6 Millionen Anrufe im Kundenservice übernommen. In den USA sei die Zahl der Kundenservice-Anrufe um 55 Prozent gesunken; KI-Agenten bearbeiteten dort inzwischen 40 Prozent der Kundenkontakte.

Neue Geschäftsmodelle

KI unterstütze Entwicklerteams außerdem bei der Erstellung von Software und bei der Ablösung älterer IT-Systeme. Telekom-Chef Tim Höttges erklärte laut Mitteilung: «KI verändert die Telekom von Grund auf. Sie macht unsere Netze noch besser und intelligenter, unseren Service persönlicher und eröffnet neue Geschäftsmodelle, vom KI-Assistenten im Telefonat bis zur souveränen Infrastruktur für Europas Industrie.»

KI wird zum Kostenprogramm

Die Deutsche Telekom verknüpft den Ausbau künstlicher Intelligenz mit einem klaren Effizienzziel: Bis 2030 sollen die indirekten jährlichen Kosten gegenüber 2023 um rund 2,5 Milliarden Euro sinken. Dazu zählen vor allem Prozesse, in denen große Datenmengen und wiederkehrende Arbeit anfallen – etwa Netzüberwachung, Kundenservice, Softwareentwicklung und Verwaltung.

Die Größenordnung zeigt, dass KI im Telekommunikationssektor nicht mehr nur als Zusatzangebot verstanden wird. Netzbetreiber verfügen über umfangreiche Betriebs- und Kundendaten und können damit Auslastungen prognostizieren, Störungen früher erkennen und Standardanliegen automatisiert bearbeiten. Für Kundinnen und Kunden kann das kürzere Bearbeitungszeiten bedeuten; zugleich wird entscheidend sein, wie zuverlässig komplexe oder sensible Fälle an Beschäftigte weitergeleitet werden.

Neue Dienste und Folgen für den Wettbewerb

Neben Einsparungen setzt der Konzern auf zusätzliche Erlöse. Der KI-bezogene Umsatz mit Unternehmen außerhalb der USA soll bis 2030 auf 800 Millionen Euro steigen, nachdem für dieses Jahr rund 250 Millionen Euro erwartet werden. Dazu gehören nach Unternehmensangaben unter anderem KI-Assistenten, souveräne Infrastruktur und Anwendungen wie die Live-Übersetzung von Gesprächen.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb: Telekommunikationsanbieter verkaufen nicht mehr ausschließlich Netzzugang, sondern zunehmend automatisierte Dienste und Rechenleistung. Die angekündigten Ziele machen zugleich deutlich, dass der wirtschaftliche Nutzen an messbaren Produktivitätsgewinnen hängt. Für Beschäftigte stehen Veränderungen bei Routinetätigkeiten im Mittelpunkt; für Unternehmen werden Datenschutz, sichere Datenverarbeitung und die Kontrolle automatisierter Entscheidungen zentrale Anforderungen.

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