Device-Code-Phishing, Millionen

Device-Code-Phishing: 7 Millionen Angriffe in 4 Wochen auf Microsoft

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 17:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer warnen vor aktuellen Phishing-Kampagnen, die AOK, PayPal und Sparkassen imitieren. KI-gestützte Angriffe nehmen rasant zu.

Betrugswelle: AOK-Phishing, KI-Angriffe und neue Maschen im Überblick
Ein verschwommener Warnhinweis auf einem Laptop-Bildschirm, der vor Cyberbetrug und Phishing-Gefahren warnt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor einer betrügerischen E-Mail-Kampagne, die im Namen der Krankenkasse AOK verbreitet wird. In den Nachrichten wird den Empfängern eine Beitragsrückerstattung in Höhe von 324,90 Euro in Aussicht gestellt. Experten weisen darauf hin, dass es sich hierbei um einen Versuch handelt, sensible Daten abzugreifen. Betroffene sollten die E-Mail ignorieren und umgehend löschen.

Als deutliche Warnsignale für die betrügerische Absicht gelten eine unseriöse Absenderadresse sowie eine unpersönliche Anrede. Zudem setzen die Täter die Empfänger durch eine extrem kurz bemessene Frist unter Druck, um sie zu unüberlegten Handlungen zu bewegen. Diese Methode reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, bei denen Kriminelle das Vertrauen in bekannte Institutionen und Unternehmen ausnutzen.

Neue Taktiken bei PayPal-Phishing und Quishing

Neben Krankenkassen stehen Finanzdienstleister weiterhin im Fokus der Betrüger. Berichten zufolge werden vermehrt Phishing-Mails im Namen von PayPal versendet, die teilweise auf echten Systemnachrichten basieren, jedoch manipulierte Betreffzeilen verwenden. Darin wird beispielsweise auf eine angeblich ausstehende Belastung von 987,90 USD oder eine Abbuchung von 909 Euro hingewiesen. Die Empfänger werden über Links auf gefälschte Zahlungsseiten geleitet oder dazu animiert, betrügerische Hotlines anzurufen.

Zusätzlich verbreitet sich das sogenannte Quishing, eine Kombination aus QR-Code und Phishing. Hierbei platzieren Täter manipulierte QR-Codes an öffentlichen Orten wie Parkuhren oder auf Speisekarten in Restaurants. Scannt ein Nutzer den Code, wird er auf eine präparierte Website geführt, die zur Eingabe von Zahlungsdaten auffordert. Branchenanalysten wiesen bereits darauf hin, dass Phishing im Jahr 2025 das primäre Einfallstor für Cyberkriminalität innerhalb der Europäischen Union darstellte.

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Technologische Aufrüstung durch Künstliche Intelligenz

Die Professionalität der Angriffe nimmt durch den Einsatz moderner Technologien stetig zu. Aktuelle Daten eines Sicherheitsunternehmens zeigen, dass mittlerweile 86 Prozent der Phishing-Angriffe durch Künstliche Intelligenz gestützt werden. Dies ermöglicht es den Tätern, täuschend echte Nachrichten ohne sprachliche Fehler zu verfassen. Besonders aggressiv zeigt sich derzeit das Device-Code-Phishing, bei dem innerhalb von vier Wochen rund 7 Millionen Angriffe registriert wurden. Davon richteten sich 99 Prozent gegen Nutzer von Microsoft-Diensten.

Auch im Bereich der Sparkassenkunden wurde eine Welle von Betrugsversuchen beobachtet. In gefälschten E-Mails wird eine Kontosperre angedroht, sofern kein vermeintliches Update des chipTAN-Verfahrens durchgeführt wird. Studien belegen die Reichweite dieser Kampagnen: Etwa 62 Prozent der Deutschen haben bereits solche betrügerischen Nachrichten erhalten.

Hohe Schäden durch Social Engineering und Fernzugriff

Die Folgen dieser Angriffe sind für die Opfer oft verheerend. Ein Fall aus Bassum verdeutlicht die Methode des „Call ID Spoofing“: Ein 53-jähriger Mann gab nach einer vermeintlichen Klarna-Mail seine Bankdaten preis. Ein anschließender Anrufer, dessen Nummer die der örtlichen Volksbank vortäuschte, brachte das Opfer dazu, drei Buchungen im Gesamtwert von 5.000 Euro zu autorisieren. Da das Opfer aktiv mitwirkte, lehnen Banken in solchen Fällen eine Erstattung oft ab.

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In Ludwigshafen verlor ein 83-Jähriger sogar 19.000 Euro, nachdem er auf ein Gewinnversprechen reagiert und den Tätern Zugriff auf seinen Computer via Fernwartungssoftware gewährt hatte. International erreichen die Schadenssummen noch größere Ausmaße. In den USA wurde ein Fall bekannt, in dem ein Rentner 200.000 US-Dollar durch einen vorgetäuschten PayPal-Support verlor. Die Täter simulierten eine Bank-Website und drängten ihn zum Kauf von Gold. Insgesamt beläuft sich der Schaden durch diese spezifische Gruppe auf fast 8 Millionen US-Dollar.

Juristen raten Betroffenen, bei Verdacht sofort die Zugangsdaten zu ändern, die Bank zu informieren und Strafanzeige zu erstatten. Zudem sollten sämtliche Beweise in Form von Screenshots oder E-Mails gesichert werden. Grundsätzlich gilt: Kreditinstitute und Krankenkassen fordern niemals sensible Zugangsdaten per E-Mail oder Telefon an.

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