DexForce nennt 10 Billionen Datenproben: Reale Erfassung stöĂt an Grenzen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Entwicklung physischer kĂŒnstlicher Intelligenz stĂŒtzt sich branchenweit zunehmend auf ein duales Fundament: groĂflĂ€chig von Menschen aufgezeichnete Aufgaben-Daten aus der realen Welt und computergenerierte synthetische Umgebungen.
Um humanoide Maschinen und Fabrikroboter auf komplexe BewegungsablĂ€ufe vorzubereiten, greifen Technologieunternehmen weltweit auf reale Bewegungsdaten zurĂŒck. Diese Entwicklung treibt eine globale Expansion neuer ArbeitsmĂ€rkte voran, wirft jedoch gleichzeitig Fragen zu Arbeitsbedingungen und Datenschutz auf.
Globale Datenerfassung zwischen Niedriglohn und Facharbeit
Der Einsatz menschlicher Datensammler erstreckt sich mittlerweile ĂŒber mehr als 30 LĂ€nder. Ziel der Initiativen ist es primĂ€r, Fabrikroboter anzulernen, um dem ArbeitskrĂ€ftemangel in Europa und den USA zu begegnen.
Die Entlohnung variiert je nach Region und Aufwand erheblich: Unternehmen zahlen Arbeitern zwischen 1 und 10 US-Dollar pro Stunde, wobei die VergĂŒtung laut Unternehmensangaben von CEO Raj Patel je nach Störung durch die ErfassungsgerĂ€te teils deutlich höher liegen könne.
In den USA vergĂŒtet HUMXN Research Labs im Rahmen eines 50-Millionen-Dollar-Programms genehmigte Aufnahmen von Baustellen via Wearable-Kameras mit 20 US-Dollar pro Stunde. In Australien zahlt das Start-up OpenTraining.AI einem Elektro-Lehrling zusĂ€tzlich 3 Australische Dollar pro Stunde fĂŒr das Tragen von Smart-Glasses auf Baustellen.
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Gleichzeitig verlagern sich repetitive Aufgaben zunehmend nach Asien. SĂŒdasien etabliert sich dank bestehender Outsourcing-KapazitĂ€ten als wichtiger Lieferant von Videomaterial fĂŒr Imitation Learning und Vision-Language-Action-Systeme.
In China ist das Berufsbild des Roboter-Trainers entstanden: Arbeiter erfassen dort alltĂ€gliche Handgriffe wie das Falten von Kleidung oder Ăffnen von Flaschen bei einem Monatslohn zwischen 4.000 und 6.000 Yuan, was rund 840 US-Dollar entspricht. Im August stattete das Unternehmen Paixian AI StraĂenreiniger in Shenzhen mit DatenerfassungsgerĂ€ten aus.
Kritik an Arbeitsbedingungen und rechtliche Grauzonen
Die wachsende Branche gerĂ€t zunehmend in den Fokus von Arbeitsforschern. Mark Graham vom Oxford Internet Institute verweist auf sinkende Löhne, eine geringe Verhandlungsmacht der Arbeiter sowie mangelnde AufklĂ€rung ĂŒber die Verwendung der Daten.
Auch der rechtliche Rahmen bleibt heterogen: WĂ€hrend Unternehmen wie Mecka und Human Archive keine Angaben zur Einwilligung machten, betont das Unternehmen Shift die Freiwilligkeit der Teilnahme und holt explizite Zustimmungen ein. Branchenbeobachter verweisen insbesondere in SĂŒdasien auf offene Fragen bezĂŒglich der Rechte am gefilmten Material sowie einer fairen Wertbeteiligung.
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Synthetische Daten als Alternative zur physischen Erfassung
Da die rein physische Datensammlung an logistische Grenzen stöĂt, setzen Entwickler parallel auf synthetische Simulationswelten. DexForce-CEO Jia Kui bezifferte den Bedarf fĂŒr eine rein reale Datensammlung zur Realisierung physischer AGI auf rund 10 Billionen Datenproben, weshalb das Unternehmen auf virtuelle Umgebungen setzt.
Auch Konzerne wie NVIDIA mit den Cosmos-Modellen, Hesai mit der 3D-Plattform Kosmo sowie Neura Robotics und Google mit Real2Sim-Verfahren kombinieren Sensordaten mit synthetischen Welten, um Modelle effizienter zu trainieren und den Aufwand in der realen Datenerfassung zu reduzieren.
