DFB-Trainingsphilosophie, Drei-gegen-Drei

DFB-Trainingsphilosophie: Drei-gegen-Drei soll Kindern mehr Ballkontakte bringen

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kleine Spielformen sollen Kindern mehr Aktionen ermöglichen und ihre KreativitĂ€t sowie EntscheidungsfĂ€higkeit im Fußball fördern.

DFB reformiert die Nachwuchsausbildung mit mehr Spielzeit und Ballkontakten
Ein verwaister, leerer Fußballplatz bei Sonnenuntergang, der die AtmosphĂ€re eines Bolzplatzes einfĂ€ngt. Illustration mit AI erstellt.

Der Deutsche Fußball-Bund richtet die Ausbildung im Nachwuchsbereich grundlegend neu aus. Unter der Leitung von Hannes Wolf, dem DFB-Direktor fĂŒr Nachwuchs, Training und Entwicklung, wurde eine ĂŒberarbeitete Trainingsphilosophie fĂŒr den Kinder- und Jugendfußball erarbeitet. Das Konzept basiert auf den drei KernsĂ€ulen Freude, IntensitĂ€t und Wiederholung.

Im Zentrum der Reform stehen eine spĂŒrbare Erhöhung der tatsĂ€chlichen Spielzeit pro Kind, die drastische Reduzierung von Wartezeiten im Trainingsbetrieb sowie die gezielte Förderung eigenstĂ€ndiger spielerischer Lösungen, wie swr.de in einem Bericht vom 28.09.2026 zusammenfasste.

RĂŒckstand bei Einsatzzeiten im europĂ€ischen Spitzenbereich

Als wesentlichen Ausgangspunkt fĂŒr den Kurswechsel beschreibt der Verband den Mangel an im eigenen Land ausgebildeten Spielern auf absolutem Spitzenniveau. Ein Blick auf die Daten verdeutlicht den Handlungsbedarf: In der Saison 2022/23 wiesen deutsche Akteure im Vergleich zu ihren Alters- und Ausbildungskollegen aus Frankreich, Spanien und Italien die geringste Einsatzzeit in den Profiligen auf.

Um diesen Trend mittelfristig umzukehren, sieht Wolf auch den Profibereich in der Pflicht. Der Verbandsdirektor fordert unter anderem den verstĂ€rkten Einsatz junger Spieler in der 2. Bundesliga, um Talenten frĂŒhzeitig Spielpraxis auf hohem Niveau zu verschaffen und den Übergang in den Erwachsenenfußball zu erleichtern.

GeÀnderte LebensrealitÀten verdrÀngen das freie Spiel

Ein zentrales Problem der Nachwuchsförderung liegt nach EinschĂ€tzung von Wolf im verĂ€nderten Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die frĂŒher prĂ€gende Zeit auf dem Bolzplatz, in der Talente intuitiv und ohne feste Vorgaben Techniken entwickelten, ist in den vergangenen Jahren stark zurĂŒckgegangen.

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Der Verband richtet die Nachwuchsausbildung neu aus: Statt langer Übungsreihen mit vielen Pausen sollen kleine Spielformen wie das Drei-gegen-Drei im Zentrum stehen — so hat jedes Kind ĂŒberdurchschnittlich viele Aktionen am Ball. Wie Sie das konkret in Ihre nĂ€chste Trainingseinheit bringen, zeigt unser kostenloser Leitfaden. Trainings-Leitfaden jetzt anfordern

Als wesentliche Ursachen fĂŒr diesen Verlust identifiziert der DFB zwei gesellschaftliche Entwicklungen: Zum einen binden lĂ€ngere Schultage die Kinder zeitlich stĂ€rker ein, zum anderen nimmt der alltĂ€gliche Handykonsum einen wachsenden Raum in der Freizeitgestaltung ein. Das Training im Verein muss folglich Aufgaben kompensieren, die frĂŒher außerhalb organisierter Strukturen ganz von selbst stattfanden.

Kleine Spielformen als methodischer Lösungsansatz

Um dem Mangel an Bewegungszeit und Ballkontakten entgegenzuwirken, setzt die neue Methodik konsequent auf verkleinerte Spielformate. Statt langer Übungsreihen mit vielen Pausen sollen Formate wie das Drei-gegen-Drei im Zentrum der Trainingseinheiten stehen.

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LĂ€ngere Schultage und wachsender Handykonsum verdrĂ€ngen das freie Spiel auf dem Bolzplatz — das Training im Verein muss kompensieren, was frĂŒher nebenbei passierte. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie mit kleinen Spielformen eigenstĂ€ndige Lösungen und Handlungsschnelligkeit fördern. Methodik fĂŒr kleine Spielformen sichern

Durch das Spiel auf kleinem Raum und in geringer MannschaftsstĂ€rke ist gewĂ€hrleistet, dass jedes Kind ĂŒberdurchschnittlich viele Aktionen am Ball hat. Die hohe Dichte an Spielsituationen fordert stĂ€ndige Entscheidungen und sorgt zugleich fĂŒr die gewĂŒnschte IntensitĂ€t und den Erhalt der Spielfreude.

Durch das wiederholte Lösen komplexer Spielsituationen sollen junge Talente jene Handlungsschnelligkeit und KreativitĂ€t zurĂŒckgewinnen, die fĂŒr eine spĂ€tere Karriere auf Profiniveau unerlĂ€sslich sind.

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von SWR.

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