Diabetes und Haut: Acht VerĂ€nderungen können frĂŒhe Warnzeichen sein
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerĂ€nderungen des Hautbildes können wichtige FrĂŒhindikatoren fĂŒr Störungen des Glukosestoffwechsels sein. Die US-Dermatologen Brendan Camp und Shari Lipner verweisen auf acht spezifische Hautmerkmale, die im Zusammenhang mit Diabetes auftreten können.
Dazu zĂ€hlen die Acanthosis nigricans â dunkle, verdickte und samtige Hautareale an Hals, Achseln und Leiste â, HautanhĂ€ngsel infolge eines InsulinĂŒberschusses sowie trockene und juckende Haut. Hinzu kommen sogenannte Schienbeinflecken, auch als diabetische Dermopathie bekannt, die durch langfristig erhöhte Blutzuckerwerte bedingt sind, eine erhöhte AnfĂ€lligkeit fĂŒr Hautinfektionen sowie eine verzögerte Wundheilung. DarĂŒber hinaus gelten Xanthelasmen in Form von gelben Knötchen um die Augen sowie eruptive Xanthome als mögliche Anzeichen.
Die American Academy of Dermatology stuft insbesondere die Acanthosis nigricans als mögliches erstes Anzeichen fĂŒr PrĂ€diabetes oder eine manifeste Diabeteserkrankung ein. Wie Camp und Lipner betonen, entwickelt jedoch lediglich etwa ein Drittel der Diabetespatienten spezifische HautverĂ€nderungen.
Zudem können die beschriebenen Symptome andere Ursachen haben. Treten neue, bislang unerklÀrliche HautverÀnderungen auf, empfehlen Fachleute eine dermatologische AbklÀrung.
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Insulinresistenz und dermatologische Manifestationen
Die Acanthosis nigricans gilt medizinisch als eine Manifestation, die eng mit einer Insulinresistenz assoziiert ist, und erfordert eine entsprechende diagnostische ĂberprĂŒfung. Nach Angaben des National Health Service (NHS) kommen fĂŒr diese HautverĂ€nderung allerdings auch hormonelle Störungen oder medikamentöse Behandlungen als Ursache infrage.
Das National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) weist darauf hin, dass eine Insulinresistenz in der Regel symptomlos verlĂ€uft. LĂ€sst die körpereigene Kompensation nach, steigt der Blutzuckerspiegel ĂŒber den Normalwert, erreicht jedoch noch nicht die Schwelle zur Diabetesdiagnose.
Ein solcher PrĂ€diabetes erhöht zwar das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes, ein Ăbergang erfolgt jedoch nicht zwangslĂ€ufig. Laut Assurance Maladie zeigen sich die Symptome eines Typ-2-Diabetes oft erst spĂ€t.
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Ein ungewöhnliches DurstgefĂŒhl, hĂ€ufigeres Wasserlassen und ein unerklĂ€rlicher Gewichtsverlust gelten dabei als Anzeichen, die eine zĂŒgige Ă€rztliche Konsultation rechtfertigen. Die Messung des NĂŒchternblutzuckers erfasst die GlykĂ€mie, liefert jedoch keinen direkten Messwert fĂŒr die InsulinsensitivitĂ€t.
Zeitlicher Verlauf und diagnostische Kriterien
Der Arzt Sergey Dlin erlĂ€utert, dass Typ-2-Diabetes mit einer Insulinresistenz beginnt und nicht unmittelbar mit erhöhten NĂŒchternblutzuckerwerten einhergeht. Betroffene können demnach fĂŒnf bis zehn Jahre mit einem hohen Insulinspiegel leben, bevor es zu einer Entgleisung der Blutzuckerwerte kommt.
Ein NĂŒchternzuckerwert von 5,5 gilt medizinisch als unauffĂ€llig, obgleich bereits postprandiale Blutzuckerspitzen und ein erhöhter Insulinspiegel vorliegen können.
Dlin rĂ€t zu gezielten Laboruntersuchungen, sobald drei oder mehr Warnzeichen vorliegen. Neben dunklen Hautflecken im Bereich von Hals, Achseln oder Hautfalten und einer verzögerten Wundheilung zĂ€hlt er dazu ein Kribbeln oder TaubheitsgefĂŒhl in den FĂŒĂen, stĂ€ndige Mundtrockenheit, kalte HĂ€nde und FĂŒĂe sowie ein- bis dreimalige nĂ€chtliche ToilettengĂ€nge.
Weitere Indikatoren seien starker Durst am Abend oder in der Nacht, Schwindel beim schnellen Aufstehen gepaart mit SchlĂ€frigkeit eine Stunde nach den Mahlzeiten, HeiĂhunger auf SĂŒĂes beim Erwachen zwischen 3 und 4 Uhr, verschwommenes Sehen am Abend sowie Kopfschmerzen nach dem Konsum von SĂŒĂem oder nach lĂ€ngerem Verzicht auf Nahrung.
Zur medizinischen AbklĂ€rung empfiehlt Dlin die Bestimmung der NĂŒchternglukose nach mindestens achtstĂŒndigem Fasten, die Ermittlung des HbA1c-Wertes â bei dem ein Wert von 6,5 Prozent oder höher einen Diabetes anzeigt â sowie die DurchfĂŒhrung eines oralen Glukosetoleranztests unter Verabreichung von 75 Gramm Glukose.
