Diabetes, Neuerkrankungen

Diabetes vermeidbar: Über 55 Prozent der Neuerkrankungen durch Lebensstil

26.05.2026 - 09:16:10 | boerse-global.de

Neue Forschung zeigt: Über die HĂ€lfte der Diabetes-FĂ€lle ist durch VerhaltensĂ€nderungen vermeidbar. Bewegung und ErnĂ€hrung im Fokus.

Diabetes vermeidbar: Über 55 Prozent der Neuerkrankungen durch Lebensstil - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Diabetes vermeidbar: Über 55 Prozent der Neuerkrankungen durch Lebensstil - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das ist das zentrale Ergebnis des 60. Deutschen Diabetes-Kongresses in Berlin. Eine Langzeitstudie der University of Massachusetts mit 332.000 Teilnehmern ĂŒber 14 Jahre zeigt: Ein ungesunder Lebensstil erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um das Siebenfache. Genetische Faktoren steigern es dagegen nur um das 2,6-Fache. Die Botschaft der Forscher ist klar: Über 55 Prozent der Neuerkrankungen sind vermeidbar.

Anzeige

Da ein Großteil der Diabetes-Erkrankungen auf den Lebensstil zurĂŒckzufĂŒhren ist, bietet dieser kostenlose Ratgeber eine wertvolle UnterstĂŒtzung. Ein betroffener Arzt zeigt Ihnen darin seine 6 Goldenen Regeln, mit denen er seinen Diabetes Typ 2 erfolgreich in den Griff bekommen hat. Kostenlosen ErnĂ€hrungs-Ratgeber hier herunterladen

Bewegung: Die WHO-Empfehlung reicht nicht

Eine chinesische Studie im British Journal of Sports Medicine liefert konkrete Richtwerte fĂŒr körperliche AktivitĂ€t. Forscher analysierten Daten von 17.000 Teilnehmern der UK Biobank ĂŒber acht Jahre. Das Ergebnis: 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche senken das Risiko fĂŒr Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz um mehr als 30 Prozent. Zum Vergleich: Die Standardempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 150 Minuten pro Woche reduziert das Risiko nur um acht bis neun Prozent. Die LĂŒcke zwischen Empfehlung und optimaler Dosis ist gewaltig.

LebensmittelzusĂ€tze: Risiko aus der TĂŒte

Doch nicht nur die Menge der Bewegung zĂ€hlt – auch die QualitĂ€t der Nahrung steht im Fokus. Die französische NutriNet-SantĂ©-Studie mit 112.000 Teilnehmern identifizierte konkrete Risiken durch gĂ€ngige LebensmittelzusĂ€tze. Nicht-antioxidative Konservierungsstoffe wie E202, E224 und E250 erhöhen das Risiko fĂŒr Bluthochdruck um 29 Prozent und das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko um 16 Prozent.

Überraschend: Selbst vermeintlich harmlose Stoffe wie ZitronensĂ€ure (E330) und AscorbinsĂ€ure (E300) zeigten negative Effekte. Sie waren mit einem 22 Prozent höheren Bluthochdruck-Risiko verbunden. Nur 35 Prozent dieser ZusĂ€tze stammen aus stark verarbeiteten Lebensmitteln – die Stoffe sind also in der gesamten Nahrungskette prĂ€sent. Daten der EuropĂ€ischen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie untermauern die Bedenken: Hoher Konsum von Fertigprodukten erhöht das Risiko fĂŒr Herzkrankheiten um bis zu 19 Prozent, die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar um bis zu 65 Prozent.

Anzeige

Der Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung und Blutdruck ist wissenschaftlich belegt – doch viele Betroffene unterschĂ€tzen die Risikofaktoren im Alltag. In diesem Spezialreport erklĂ€rt ein renommierter Medizinprofessor, wie Sie Ihren Blutdruck auf ganz natĂŒrlichem Weg regulieren können. 7 Tipps zur natĂŒrlichen Blutdrucksenkung kostenlos sichern

GLP-1-Medikamente: Vom Abnehmwunder zum Krebsschutz

Die pharmazeutische Entwicklung macht parallel große SprĂŒnge. Am 22. Mai 2026 empfahlen die europĂ€ischen Behörden die Zulassung von Wegovy 7,2 mg. Daten der Cleveland Clinic zeigen zudem, dass GLP-1-Medikamente die Sterblichkeit bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz um 38 Prozent senken. Auf dem ASCO-Kongress 2026 prĂ€sentierte dieselbe Klinik bahnbrechende Ergebnisse: Bei mehr als 10.000 Patienten reduzierten die Medikamente das Risiko einer Krebsprogression ins Stadium IV erheblich – um 50 Prozent bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, 43 Prozent bei Brustkrebs, 38 Prozent bei Leberkrebs und 31 Prozent bei Darmkrebs.

Doch die Kehrseite zeigt eine Studie im Annals of Internal Medicine. Bei 68 Prozent der Anwender machte der Muskelabbau mehr als ein Viertel des gesamten Gewichtsverlusts aus – ein Wert, der ĂŒber der empfohlenen Schwelle fĂŒr gesunde Gewichtsabnahme liegt. Die „Abnehmspritzen" verĂ€ndern auch das Konsumverhalten: Eine Deutsche-Bank-Umfrage unter 550 US-Nutzern ergab, dass 54 Prozent hĂ€ufiger zu Hause kochen. Restaurantbesuche werden seltener, die Ausgaben pro Besuch steigen jedoch – die Gastronomie verzeichnet trotzdem stabile UmsĂ€tze.

Pflanzliche Alternativen: Segen mit Nebenwirkungen

Der Trend zu pflanzlicher ErnĂ€hrung bringt neue Herausforderungen. Die Ärzte Zeitung berichtet von zunehmendem Jodmangel in Deutschland – eine Folge des wachsenden Veganismus. ErnĂ€hrungsexperten empfehlen daher gezielte Proteinquellen zum Erhalt der Muskelmasse, besonders fĂŒr Frauen in den Wechseljahren: rund 30 Gramm Protein zum FrĂŒhstĂŒck aus Skyr, HĂŒlsenfrĂŒchten oder Eiern.

Die Stiftung Warentest bescheinigt vegetarischen Burger-Patties dagegen klare Vorteile: Sie schneiden bei Fettgehalt und Sicherheit oft besser ab als Fleischprodukte. Mehrere vegane Optionen erhielten Bestnoten, da sie keine bakteriellen Verunreinigungen aufwiesen, die bei Rindfleischprodukten gelegentlich gefunden werden.

Personalisierte Medizin: Der Stoffwechsel als SchlĂŒssel

Die Forschung bewegt sich hin zu individuellen Modellen. Der Forscher Tim Hollstein vom NIH in Arizona identifizierte „sparsame" und „verschwenderische" Stoffwechseltypen. In kontrollierten Studien variierte der Gewichtsverlust unter identischen Bedingungen zwischen vier und zwölf Prozent. Ursache ist unter anderem das braune Fettgewebe, das Energie in WĂ€rme umwandelt. KĂ€ltereize werden derzeit als Methode zur Aktivierung dieses Gewebes erforscht.

Ausblick: Was kommt auf uns zu?

In den kommenden Monaten erwartet die Medizin die Ergebnisse randomisierter Studien, die die metastasisierenden Effekte von GLP-1-Agonisten bestĂ€tigen sollen. ErnĂ€hrungsempfehlungen werden sich von allgemeinen Richtlinien zu individuellen Rezepten entwickeln – basierend auf dem persönlichen Stoffwechseltyp. Die öffentliche Gesundheitspolitik wird sich der massiven BewegungslĂŒcke widmen mĂŒssen, die die WHO-Daten offenlegen. Und die Erkenntnisse ĂŒber Bluthochdruck-Risiken selbst durch gĂ€ngige Antioxidantien könnten die Debatte ĂŒber Lebensmittelkennzeichnung und die Zusammensetzung von Fertigprodukten in der EU neu entfachen.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69419634 |