Diabetes-Vorsorge, Kärnten

Diabetes-Vorsorge in Kärnten: 1.923 Menschen mit Prädiabetes entdeckt

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine frühere Kärntner Aktion fand bei 1.923 Personen Prädiabetes und entdeckte 178 bislang unbekannte Diabetesfälle.

EU Screening Week: Ă–sterreichische Apotheken bieten Gesundheitschecks an
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit neutralen Oberflächen und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Ă–sterreichische Apotheken beteiligen sich an der ersten EU Screening Week, die vom 28. September bis 4. Oktober 2026 stattfindet. In diesem Zeitraum bieten zahlreiche Apotheken landesweit Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzucker-Checks an.

Ziel der Aktion ist es, die Gesundheitsprävention niedrigschwellig und ohne Terminvereinbarung im vertrauten Umfeld der wohnortnahen Apotheke zu stärken. Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenfall der Screening-Woche mit dem Weltherztag am 29. September 2026, der zusätzliches Gewicht auf die Herz-Kreislauf-bezogenen Tests legt.

Breites Testangebot ĂĽber die Basis-Checks hinaus

Neben den klassischen Messungen von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker reicht das Angebot in vielen Apotheken deutlich weiter. Dazu zählen Tests auf Langzeitblutzucker, umfassende Lipidprofile, Vitamin-D- und Ferritin-Werte sowie Körperfettmessungen.

Wie aus der Aussendung der Ă–sterreichischen Apothekerkammer hervorgeht, liegen die Ergebnisse meist bereits nach wenigen Minuten vor und werden direkt vor Ort mit dem Apothekenpersonal besprochen. Welche Tests konkret verfĂĽgbar sind, unterscheidet sich allerdings von Apotheke zu Apotheke, sodass Interessierte sich vorab informieren sollten.

Erfahrungswerte aus Kärnten belegen den Nutzen früher Diagnosen

Dass solche niedrigschwelligen Vorsorgeangebote tatsächlich Wirkung zeigen, belegt eine bereits durchgeführte Diabetes-Vorsorgeaktion der Kärntner Apotheken. Demnach nahmen knapp 5.200 Personen teil, wobei bei 1.923 Teilnehmenden ein Prädiabetes festgestellt wurde.

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Bei 178 Personen wurde eine bislang unbekannte Diabeteserkrankung entdeckt – Fälle, die anschließend zur ärztlichen Abklärung und Diagnosestellung weitervermittelt wurden. Diese Zahlen unterstreichen, welches Potenzial in der frühzeitigen Erkennung chronischer Erkrankungen durch niederschwellige Testangebote in Apotheken steckt, bevor sich Folgeschäden manifestieren.

Apothekerkammer sieht Rolle im Gesundheitssystem wachsen

Die Screening-Woche fällt in eine Phase, in der die Österreichische Apothekerkammer (ÖAK) ihre Rolle im Gesundheitssystem grundsätzlich stärker profilieren möchte.

Anlässlich des Welt-Apothekertages verwies die Kammer darauf, dass rund 7.000 Apothekerinnen und Apotheker in 1.470 öffentlichen Apotheken sowie 43 Krankenhausapotheken tätig sind und täglich bis zu 600.000 Patientinnen und Patienten versorgen. Damit sei die Apotheke der meistfrequentierte Primärversorgungspunkt des Landes.

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Kammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr und der 1. Vizepräsident Raimund Podroschko forderten eine stärkere Einbindung der Apotheken in laufende Gesundheitsreformen sowie eine angemessene Honorierung ihrer Leistungen.

Potenzial sehen sie insbesondere bei Impfungen, Medikationsanalysen und telemedizinischen Angeboten. Zum Thema Impfen in der Apotheke liegt bereits eine Zusage der Bundesregierung vor – der Start soll mit Jahresbeginn 2027 gelingen.

Politischer RĂĽckenwind aus dem Parlament

Auch aus der Politik kommen Forderungen in eine ähnliche Richtung. FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak verlangte anlässlich des Welt-Apothekertages, die Medikationsanalyse als Kassenleistung zu verankern, Auffrischungsimpfungen in Apotheken zu ermöglichen und die wohnortnahe Arzneimittelversorgung abzusichern.

Kaniak hatte die Medikationsanalyse bereits 2024 eingefordert und brachte im Juni 2026 einen parlamentarischen Antrag zur Medikamentenversorgung und Stärkung des Pharmastandorts Österreich ein. Ein entsprechender Antrag zu Auffrischungsimpfungen in Apotheken war bereits 2021 gestellt worden.

Kaniak pochte zudem auf eine faire Honorierung, insbesondere für Apotheken in ländlichen Regionen, deren wirtschaftliche Tragfähigkeit angesichts sinkender Margen und steigender Anforderungen zunehmend unter Druck gerate.

Die EU Screening Week reiht sich damit in eine breitere Debatte über die künftige Rolle der Apotheken im österreichischen Gesundheitssystem ein – zwischen niedrigschwelliger Prävention vor Ort und der Forderung nach struktureller Anerkennung dieser Leistungen im Kassensystem.

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