Uganda, Demokratische Republik Kongo

Ebola-Ausbruch begann wohl frĂŒher – Uganda meldet neue FĂ€lle

23.05.2026 - 18:04:19 | dpa.de

Die Angst vor dem Überschwappen des Ebola-Ausbruchs aus dem Kongo in andere LĂ€nder ist groß. Es gibt neue FĂ€lle in Uganda - und möglicherweise begann der Ausbruch frĂŒher als bislang vermutet.

Die WHO geht davon aus, dass die tatsÀchliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
Die WHO geht davon aus, dass die tatsÀchliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa

Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo hat möglicherweise frĂŒher begonnen als bisher angenommen. Drei freiwillige Rotkreuz-Helfer hĂ€tten sich wahrscheinlich schon am 27. MĂ€rz infiziert, als sie mit Toten in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo in Kontakt kamen, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. 

Sie seien in einer anderen humanitÀren Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt wurde, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai. 

Ausbruch blieb wochenlang unentdeckt

Bislang war die frĂŒheste bekannte Infektion des aktuellen Ausbruchs ein Mann aus dem Kongo, der am 24. April mit Symptomen behandelt und drei Tage spĂ€ter gestorben war. Die ersten Ebola-FĂ€lle waren erst am 15. Mai im Labor bestĂ€tigt worden. Am 17. Mai erklĂ€rte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits mehr als 240 bekannte mutmaßliche Infektionen.

Experten gehen davon aus, dass der Ausbruch ĂŒber Wochen unentdeckt blieb. HĂ€ufungen von ungeklĂ€rten TodesfĂ€llen wurden bereits vorher untersucht. Da es sich bei dem aktuellen Ausbruch aber um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt, wurde der Erreger mit herkömmlichen Tests zunĂ€chst nicht bestĂ€tigt. 

Neue FĂ€lle in Uganda entdeckt

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es nach WHO-Angaben fast 750 VerdachtsfĂ€lle und knapp 180 mutmaßliche TodesfĂ€lle. In dem Land wurden demnach 83 Infektionen mit dem Ebolavirus, darunter 9 TodesfĂ€lle, im Labor bestĂ€tigt.

Erstmals seit vergangener Woche meldete auch das Nachbarland Uganda drei neue bestĂ€tigte Infektionen mit dem Virus. Zwei von ihnen, ein Fahrer und eine Krankenschwester, waren vorige Woche mit dem ersten bekannten Fall in dem Land in Kontakt gekommen, wie das ugandische Gesundheitsministerium mitteilte. Damit zĂ€hlt Uganda nun fĂŒnf bestĂ€tigte FĂ€lle. Zahlen zu VerdachtsfĂ€llen veröffentlicht das Land nicht. 

Frau mit Ebola-Symptomen im Flugzeug

Beim dritten Fall handele es sich um eine Frau aus der Demokratischen Republik Kongo, die mit einem Flugzeug in die ugandische Hauptstadt Kampala gereist war. Sie wurde dort mit Bauchbeschwerden behandelt und sei dann zurĂŒckgereist. Eine Probe von ihr sei inzwischen positiv auf Ebola getestet worden, hieß es. Alle Kontaktpersonen der drei Infizierten seien identifiziert und wĂŒrden ĂŒberwacht und mit Blick auf ihre Kontakte nachverfolgt.

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudĂ€mmen, weil es fĂŒr den seltenen Bundibugyo-Typ weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. 

Die WHO betrachtet das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch, weltweit aber als gering. Ebola ĂŒbertrĂ€gt sich anders als etwa das Coronavirus nicht durch Tröpfchen in der Luft, sondern durch engen Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten eines Infizierten.

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