WHO-Notfallausschuss tagt wegen Mpox
14.08.2024 - 12:00:35 | dpa.de
Angesichts einer besorgniserregenden Variante der gefĂ€hrlichen Viruskrankheit Mpox in Afrika tagt in Genf ein Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO). UnabhĂ€ngige Experten beraten, ob die Gefahr einer gröĂeren Ausbreitung besteht und die WHO eine «gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite» (PHEIC) ausrufen soll.Â
Das ist die höchste Alarmstufe der WHO. Konkrete MaĂnahmen löst dies nicht aus. Es soll vielmehr AnstoĂ sein, dass Behörden in aller Welt sich auf mögliche AusbrĂŒche vorbereiten. Welche MaĂnahmen ergriffen werden, entscheidet jedes Land selbst. Die europĂ€ische Gesundheitsbehörde ECDC hat das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa Ende Juli als «sehr gering» eingeschĂ€tzt.Â
In Afrika gebe es aber in diesem Jahr schon mehr als 14.000 VerdachtsfĂ€lle und gut 500 TodesfĂ€lle, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zum Auftakt der virtuellen Sitzung von 16 Expertinnen und Experten. Es gebe zudem mehrere AusbrĂŒche mit verschiedenen Varianten, Ăbertragungswegen und Risiken. Die meisten FĂ€lle gibt es in der Demokratischen Republik Kongo, aber in den vergangenen Wochen seien auch rund 90 FĂ€lle aus vier LĂ€ndern der Umgebung gemeldet worden, die vorher keine FĂ€lle hatten: Burundi, Ruanda, Uganda und Kenia. Die WHO setze alles daran, mehr Impfdosen zu beschaffen.
Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC hat den Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Nachbarstaaten bereits als gesundheitliche Notlage fĂŒr den Kontinent erklĂ€rt. Damit könnten mehr Mittel bereitgestellt werden, um die LĂ€nder bei der EindĂ€mmung zu unterstĂŒtzen, so die afrikanische CDC.Â
Die Krankheit hieĂ frĂŒher Affenpocken, weil sie zufĂ€llig erstmals in Affen nachgewiesen wurde. Die WHO hat den Namen geĂ€ndert, weil sie generell Krankheiten nicht nach Tieren, Regionen oder LĂ€ndern benennen will.Â
Seit Ende 2023 sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo zahlreiche FĂ€lle einer neuen Unterlinie des Mpox-Virus Klade I (römisch eins) entdeckt worden. Sie könnte sich nach Beobachtungen vor Ort einfacher ausbreiten und schwerere KrankheitsverlĂ€ufe verursachen. Studien dazu stehen noch aus. Mpox zeigen sich durch einen Hautausschlag und meist Fieber, was fĂŒr kleine Kinder lebensgefĂ€hrlich sein kann.Â
Der Ausschuss tagt virtuell bis 17 Uhr. Ob eine Entscheidung kurz danach veröffentlicht wird, war noch nicht entschieden.Â
Von Juli 2022 bis Mai 2023 bestand bereits eine von der WHO ausgerufene Mpox-Notlage. Damals gab es FĂ€lle der weniger gefĂ€hrlichen Klade II in Dutzenden LĂ€ndern, auch in Deutschland. Durch AufklĂ€rung ĂŒber SchutzmaĂnahmen und Impfungen wurden die AusbrĂŒche in den meisten LĂ€ndern schnell unter Kontrolle gebracht.Â
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
