Macadamia aus Australien: Warum die Supernuss so teuer ist
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Macadamia stammt von der australischen Ostküste und wird heute weltweit als Snack und Zutat gehandelt.
Ernte an der Sunshine Coast
Auf den Plantagen rund um Yandina, etwa 100 Kilometer nördlich von Brisbane, endet Ende September die Erntezeit. Die Nüsse fallen von März bis September selbst von den Bäumen. Bei Nutworks wird ein Teil der Ernte verarbeitet; das Unternehmen arbeitet mit mehr als 80 Erzeugern zusammen und verarbeitet nach eigenen Angaben rund neun Prozent der australischen Macadamia-Ernte.
In der Anlage werden die harten Schalen geknackt, die Kerne sortiert und anschließend unter anderem gewürzt oder zu Butter und Öl verarbeitet.
Von den Aborigines in die Supermärkte
Australische Ureinwohner sammelten die Nüsse bereits lange vor ihrer weltweiten Vermarktung. Sie nannten sie Kindal Kindal, rösteten sie über dem Feuer und öffneten die Schalen mit Steinen.
Der älteste noch lebende kultivierte Macadamia-Baum steht im Botanischen Garten von Brisbane. Der Walter-Hill-Baum wurde 1858 gepflanzt und trägt bis heute Nüsse.
Ein deutscher Botaniker gab der Nuss ihren Namen
Der in Rostock geborene Botaniker Ferdinand von Mueller beschrieb die Pflanze 1857 erstmals wissenschaftlich. Er benannte sie nach seinem Bekannten John Macadam, einem Wissenschaftler und Politiker.
Von vier Macadamia-Arten sind zwei für Menschen genießbar: Macadamia integrifolia und die seltenere Macadamia tetraphylla.
Gesund, aber sehr kalorienreich
Macadamia enthält besonders viele einfach ungesättigte Fettsäuren. Nüsse liefern außerdem Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2008 zeigte bei Menschen mit leicht erhöhten Cholesterinwerten mögliche günstige Effekte einer Macadamia-reichen Ernährung.
Die Nuss enthält zudem unter anderem B-Vitamine, Vitamin E, Calcium, Eisen und Magnesium. Mit mehr als 700 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie zugleich besonders energiereich; eine kleine Handvoll gilt daher als ausreichende Portion.
Aufwendiger Anbau treibt den Preis
Macadamia-Bäume tragen erst nach fünf bis sieben Jahren nennenswert. Für die Bestäubung sind Honigbienen und stachellose Bienen wichtig, doch nach Angaben aus dem Anbau wird nur etwa ein Prozent der Blüten tatsächlich zu einer Nuss.
Die aufwendige Ernte und Verarbeitung machen Macadamia deutlich teurer als etwa Walnüsse, Cashews oder Mandeln. Im Handel gibt es die Kerne unter anderem mit Wasabi, Rosmarin, Meersalz, Fingerlimette oder Jalapeño sowie in süßen Varianten.
Australien sucht neue Abnehmer
Australische Erzeuger geraten nach Angaben aus der Branche zunehmend unter Druck durch Produzenten in China. Auch Malawi und Vietnam planen demnach einen Ausbau ihrer Macadamia-Produktion.
Australien will deshalb Europa und insbesondere Deutschland stärker als Absatzmarkt für nachhaltig produzierte und möglichst chemikalienfreie Nüsse gewinnen. In der Branche wächst zugleich die Hoffnung, ein Trend wie der Boom der Pistazie könne der Macadamia zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.
Australische Herkunft und globale Produktion
Macadamia wächst ursprünglich an der australischen Ostküste, wird inzwischen aber weltweit angebaut. Besonders China und Südafrika haben ihre Produktion ausgeweitet. Damit steht Australien als Herkunftsland der Nuss zugleich für Tradition und für einen Markt, in dem die heimischen Erzeuger um internationale Abnehmer konkurrieren.
Die lange Produktionskette erklärt einen Teil des hohen Preises: Macadamia-Bäume benötigen fünf bis sieben Jahre, bevor sie nennenswert tragen. Hinzu kommen die aufwendige Ernte, die harte Schale und die Verarbeitung. Die Abhängigkeit von Bestäubern macht die Erzeugung zusätzlich empfindlich gegenüber Problemen in der Landwirtschaft.
Nährwert und Bedeutung für den Einkauf
Macadamia liefert viele einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Mineralstoffe und Vitamine, ist wegen ihres sehr hohen Fettgehalts aber besonders energiereich. Für Verbraucher bedeutet das: Die Nuss kann eine nährstoffreiche Ergänzung sein, bleibt jedoch ein kalorienreiches Lebensmittel, bei dem die Portionsgröße eine wichtige Rolle spielt.
Australien sucht neue Absatzmärkte
Der australische Macadamia-Sektor richtet seinen Blick verstärkt auf Europa und Deutschland. Für deutsche Käufer kann das künftig eine größere Auswahl an Produkten aus australischem Anbau bedeuten. Zugleich dürften Herkunft, Anbaumethoden und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der Kaufentscheidung an Bedeutung gewinnen, wenn Produzenten um einen wachsenden Markt für nachhaltig erzeugte Nüsse werben.
