Macadamia, Australien

Macadamia aus Australien: Warum die Supernuss so teuer ist

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Macadamia stammt aus Australien und ist längst ein global gefragter Snack. Ihre aufwendige Erzeugung, der hohe Fettgehalt und der wachsende Konkurrenzdruck machen die Nuss zu einem besonderen Agrarprodukt.

  • Macadamia-Nüsse haben eine buttrige, fast cremige Konsistenz.  - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Macadamia-Nüsse haben eine buttrige, fast cremige Konsistenz. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Unter der harten Schale verbirgt sich ein fast cremiger Kern. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Unter der harten Schale verbirgt sich ein fast cremiger Kern. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • In den Plantagen hüpfen auch viele Kängurus zwischen den Bäumen hindurch. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    In den Plantagen hüpfen auch viele Kängurus zwischen den Bäumen hindurch. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Der Walter-Hill-Baum wurde 1858 in Brisbane gepflanzt - und trägt noch immer Früchte. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Der Walter-Hill-Baum wurde 1858 in Brisbane gepflanzt - und trägt noch immer Früchte. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • An der Ostküste Australiens sind viele Macadamia-Plantagen zu finden. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    An der Ostküste Australiens sind viele Macadamia-Plantagen zu finden. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Das Unternehmen Nutworks lockt jedes Jahr rund 200.000 Besucher an. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Das Unternehmen Nutworks lockt jedes Jahr rund 200.000 Besucher an. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Interessenten können bei Nutworks beobachten, wie die Macadamia-Nüsse verarbeitet werden. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Interessenten können bei Nutworks beobachten, wie die Macadamia-Nüsse verarbeitet werden. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Chris Fuller von Nutworks prüft die Früchte an einem Macadamia-Baum. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Chris Fuller von Nutworks prüft die Früchte an einem Macadamia-Baum. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • So sehen die Nüsse am Baum aus. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    So sehen die Nüsse am Baum aus. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Die Macadamia-Nüsse fallen von selbst von den Bäumen. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Die Macadamia-Nüsse fallen von selbst von den Bäumen. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Es gibt Macadamia-Nüsse in vielen Variationen, auch zum Selber-Knacken. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Es gibt Macadamia-Nüsse in vielen Variationen, auch zum Selber-Knacken. - Bild: Carola Frentzen/dpa
  • Die Verarbeitung von Macadamia ist aufwendig. - Bild: Carola Frentzen/dpa
    Die Verarbeitung von Macadamia ist aufwendig. - Bild: Carola Frentzen/dpa
Macadamia-Nüsse haben eine buttrige, fast cremige Konsistenz.  - Bild: Carola Frentzen/dpa Unter der harten Schale verbirgt sich ein fast cremiger Kern. - Bild: Carola Frentzen/dpa In den Plantagen hüpfen auch viele Kängurus zwischen den Bäumen hindurch. - Bild: Carola Frentzen/dpa Der Walter-Hill-Baum wurde 1858 in Brisbane gepflanzt - und trägt noch immer Früchte. - Bild: Carola Frentzen/dpa An der Ostküste Australiens sind viele Macadamia-Plantagen zu finden. - Bild: Carola Frentzen/dpa Das Unternehmen Nutworks lockt jedes Jahr rund 200.000 Besucher an. - Bild: Carola Frentzen/dpa Interessenten können bei Nutworks beobachten, wie die Macadamia-Nüsse verarbeitet werden. - Bild: Carola Frentzen/dpa Chris Fuller von Nutworks prüft die Früchte an einem Macadamia-Baum. - Bild: Carola Frentzen/dpa So sehen die Nüsse am Baum aus. - Bild: Carola Frentzen/dpa Die Macadamia-Nüsse fallen von selbst von den Bäumen. - Bild: Carola Frentzen/dpa Es gibt Macadamia-Nüsse in vielen Variationen, auch zum Selber-Knacken. - Bild: Carola Frentzen/dpa Die Verarbeitung von Macadamia ist aufwendig. - Bild: Carola Frentzen/dpa

Die Macadamia stammt von der australischen Ostküste und wird heute weltweit als Snack und Zutat gehandelt.

Ernte an der Sunshine Coast

Auf den Plantagen rund um Yandina, etwa 100 Kilometer nördlich von Brisbane, endet Ende September die Erntezeit. Die Nüsse fallen von März bis September selbst von den Bäumen. Bei Nutworks wird ein Teil der Ernte verarbeitet; das Unternehmen arbeitet mit mehr als 80 Erzeugern zusammen und verarbeitet nach eigenen Angaben rund neun Prozent der australischen Macadamia-Ernte.

In der Anlage werden die harten Schalen geknackt, die Kerne sortiert und anschließend unter anderem gewürzt oder zu Butter und Öl verarbeitet.

Von den Aborigines in die Supermärkte

Australische Ureinwohner sammelten die Nüsse bereits lange vor ihrer weltweiten Vermarktung. Sie nannten sie Kindal Kindal, rösteten sie über dem Feuer und öffneten die Schalen mit Steinen.

Der älteste noch lebende kultivierte Macadamia-Baum steht im Botanischen Garten von Brisbane. Der Walter-Hill-Baum wurde 1858 gepflanzt und trägt bis heute Nüsse.

Ein deutscher Botaniker gab der Nuss ihren Namen

Der in Rostock geborene Botaniker Ferdinand von Mueller beschrieb die Pflanze 1857 erstmals wissenschaftlich. Er benannte sie nach seinem Bekannten John Macadam, einem Wissenschaftler und Politiker.

Von vier Macadamia-Arten sind zwei für Menschen genießbar: Macadamia integrifolia und die seltenere Macadamia tetraphylla.

Gesund, aber sehr kalorienreich

Macadamia enthält besonders viele einfach ungesättigte Fettsäuren. Nüsse liefern außerdem Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2008 zeigte bei Menschen mit leicht erhöhten Cholesterinwerten mögliche günstige Effekte einer Macadamia-reichen Ernährung.

Die Nuss enthält zudem unter anderem B-Vitamine, Vitamin E, Calcium, Eisen und Magnesium. Mit mehr als 700 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie zugleich besonders energiereich; eine kleine Handvoll gilt daher als ausreichende Portion.

Aufwendiger Anbau treibt den Preis

Macadamia-Bäume tragen erst nach fünf bis sieben Jahren nennenswert. Für die Bestäubung sind Honigbienen und stachellose Bienen wichtig, doch nach Angaben aus dem Anbau wird nur etwa ein Prozent der Blüten tatsächlich zu einer Nuss.

Die aufwendige Ernte und Verarbeitung machen Macadamia deutlich teurer als etwa Walnüsse, Cashews oder Mandeln. Im Handel gibt es die Kerne unter anderem mit Wasabi, Rosmarin, Meersalz, Fingerlimette oder Jalapeño sowie in süßen Varianten.

Australien sucht neue Abnehmer

Australische Erzeuger geraten nach Angaben aus der Branche zunehmend unter Druck durch Produzenten in China. Auch Malawi und Vietnam planen demnach einen Ausbau ihrer Macadamia-Produktion.

Australien will deshalb Europa und insbesondere Deutschland stärker als Absatzmarkt für nachhaltig produzierte und möglichst chemikalienfreie Nüsse gewinnen. In der Branche wächst zugleich die Hoffnung, ein Trend wie der Boom der Pistazie könne der Macadamia zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Australische Herkunft und globale Produktion

Macadamia wächst ursprünglich an der australischen Ostküste, wird inzwischen aber weltweit angebaut. Besonders China und Südafrika haben ihre Produktion ausgeweitet. Damit steht Australien als Herkunftsland der Nuss zugleich für Tradition und für einen Markt, in dem die heimischen Erzeuger um internationale Abnehmer konkurrieren.

Die lange Produktionskette erklärt einen Teil des hohen Preises: Macadamia-Bäume benötigen fünf bis sieben Jahre, bevor sie nennenswert tragen. Hinzu kommen die aufwendige Ernte, die harte Schale und die Verarbeitung. Die Abhängigkeit von Bestäubern macht die Erzeugung zusätzlich empfindlich gegenüber Problemen in der Landwirtschaft.

Nährwert und Bedeutung für den Einkauf

Macadamia liefert viele einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Mineralstoffe und Vitamine, ist wegen ihres sehr hohen Fettgehalts aber besonders energiereich. Für Verbraucher bedeutet das: Die Nuss kann eine nährstoffreiche Ergänzung sein, bleibt jedoch ein kalorienreiches Lebensmittel, bei dem die Portionsgröße eine wichtige Rolle spielt.

Australien sucht neue Absatzmärkte

Der australische Macadamia-Sektor richtet seinen Blick verstärkt auf Europa und Deutschland. Für deutsche Käufer kann das künftig eine größere Auswahl an Produkten aus australischem Anbau bedeuten. Zugleich dürften Herkunft, Anbaumethoden und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der Kaufentscheidung an Bedeutung gewinnen, wenn Produzenten um einen wachsenden Markt für nachhaltig erzeugte Nüsse werben.

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