Deutschland, Natur

NaturklÀnge aus heimischen WÀldern wirken besonders erholsam

Veröffentlicht am: 11.04.2026 um 05:00 Uhr | dpa.de

Die meisten kennen es: Ein Spaziergang im Wald bringt Ruhe und Entspannung. Ob das Vogelgezwitscher vertraut ist oder nicht, kann dabei einen Unterschied machen, wie eine neue Studie zeigt.

  • Der Gesang des Rotkehlchens ist eine Abfolge hoher Töne, die laut Nabu in einer perlenden Strophe enden. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
    Der Gesang des Rotkehlchens ist eine Abfolge hoher Töne, die laut Nabu in einer perlenden Strophe enden. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa
  • Bei den Kuckucken hört man in der Regel nur die MĂ€nnchen rufen. (Symbolbild) - Bild: Wolfram Steinberg/dpa
    Bei den Kuckucken hört man in der Regel nur die MÀnnchen rufen. (Symbolbild) - Bild: Wolfram Steinberg/dpa
Der Gesang des Rotkehlchens ist eine Abfolge hoher Töne, die laut Nabu in einer perlenden Strophe enden. (Symbolbild) - Bild: Patrick Pleul/dpa Bei den Kuckucken hört man in der Regel nur die MÀnnchen rufen. (Symbolbild) - Bild: Wolfram Steinberg/dpa

WaldgerĂ€usche wirken sich positiv auf unser GemĂŒt aus – vor allem, wenn sie aus heimischen WĂ€ldern stammen. Das hat eine Studie unter der Leitung des Deutschen Zentrums fĂŒr integrative BiodiversitĂ€tsforschung (IDIV), des Helmholtz-Zentrums fĂŒr Umweltforschung (UFZ), der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, der UniversitĂ€t Leipzig, der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und der UniversitĂ€t Freiburg ergeben, die im «Journal of Environmental Psychology» veröffentlicht wurde. 

Die in Deutschland lebenden Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer empfanden NaturgerĂ€usche aus heimischen LĂ€ndern als beeindruckender und erholsamer als solche aus den Tropen. Außerdem fĂŒhlten die Befragten sich insgesamt besser, wenn sich glaubten, viele Tierarten zu hören.

Aufnahmen aus Deutschland, Polen und Panama

An der Untersuchung nahmen 195 Personen teil. Sie bekamen einminĂŒtige Tonaufnahmen von VogelgesĂ€ngen aus dem Wald zu hören, inklusive HintergrundgerĂ€usche. Ein Teil der Gruppe hörte sich Aufnahmen aus heimischen WĂ€ldern (Deutschland und Polen) an, ein anderer Teil aus tropischen WĂ€ldern (Panama). Jeder Teilnehmer hörte eine Version mit hoher und eine mit geringer Artenvielfalt. 

Jede Person hörte sich zwei Tonaufnahmen an und gab davor und danach an, wie sie sich fĂŒhlte, wie gestresst sie war und wie gut sie sich konzentrieren konnte. Außerdem schĂ€tzten die Teilnehmer, wie viele verschiedene Tiere sie hören konnten, und gaben an, wie angenehm und vertraut ihnen die GerĂ€usche erschienen.

Weniger Stress und bessere Konzentration

«Insgesamt fĂŒhrte das bloße Anhören von einminĂŒtigen WaldgerĂ€uschen ĂŒber Kopfhörer zu grĂ¶ĂŸerem Wohlbefinden: Die Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer berichteten von positiveren Emotionen, besserer Konzentration und weniger Stress», heißt es in der Pressmitteilung des IDIV. Die positivsten Ergebnisse erzielten demnach vertraute GerĂ€usche aus heimischen WĂ€ldern. 

Eine grĂ¶ĂŸere Artenvielfalt verbesserte das Wohlbefinden nur bei manchen. Die subjektive Wahrnehmung allerdings machte sehr wohl einen Unterschied: Wenn die Menschen glaubten, viele Arten zu hören, fĂŒhlten sie sich insgesamt besser. Bei GerĂ€uschen, die den Angaben nach komplex wirkten, aber nicht eindeutig mit Tieren in Verbindung gebracht wurden, wurden positive GefĂŒhle verringert.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur auf die Artenzahl ankommt», erklÀrte Aletta Bonn, Mitautorin und Forschungsgruppenleiterin beim UFZ, IDIV und der UniversitÀt Jena. «KlÀnge, die Menschen an vertraute WÀlder erinnern, wie zum Beispiel die Vögel in der NÀhe ihres Zuhauses, scheinen eine viel stÀrkere Wirkung zu haben.»

de | wissenschaft | 69122020 |