DiGA-Branche, Druck

DiGA-Branche unter Druck: 85 Prozent der Hersteller melden wirtschaftliche Einbußen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bitkom-Daten zeigen wirtschaftliche Einbußen bei DiGA-Herstellern, während viele Anbieter weitere Anwendungen planen und mehr Aufklärung gefragt ist.
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Die wirtschaftliche Situation der Anbieter von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) hat sich in Deutschland spürbar eingetrübt. Laut einer Branchenumfrage des Digitalverbands Bitkom unter 34 DiGA-Herstellern berichten 85% der befragten Unternehmen von einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage in den vergangenen zwei Jahren. 82% der Befragten stufen diesen Abwärtstrend sogar als starke Verschlechterung ein, wie aus Berichten von Anfang November 2026 hervorgeht.

Hohe Kosten und Unsicherheiten bei Studien belasten Geschäftsmodelle

Als wesentlichen Grund für den wirtschaftlichen Druck identifizieren die befragten Unternehmen vor allem die regulatorischen und finanziellen Hürden. 85% der 34 befragten DiGA-Unternehmen nennen die hohen Entwicklungs- und Zulassungskosten als Belastung für ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit. Zudem bewerten 76% der teilnehmenden Anbieter die Investitionssicherheit als gering oder sehr gering.

Auch das bestehende Vergütungssystem stößt auf deutliche Kritik: 74% der befragten DiGA-Hersteller halten die aktuelle Vergütung im Verhältnis zum betriebenen Entwicklungs-, Betriebs-, Evidenz- und Zulassungsaufwand für nicht angemessen. Zu den finanziellen Risiken kommen methodische Unwägbarkeiten hinzu. So klagen 79% der befragten DiGA-Unternehmen über Unsicherheiten bezüglich der von den Behörden akzeptierten Studiendesigns.

Grundsätzliches Lob für den deutschen Rahmen trotz bürokratischer Hürden

Trotz der aktuellen Herausforderungen genießt der Standort Deutschland im Grundsatz weiterhin hohes Ansehen. 86% der befragten DiGA-Hersteller stufen den deutschen Zulassungs- und Erstattungsrahmen im internationalen Vergleich als eher gut oder sehr gut ein.

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Entsprechend bleibt auch der Innovationswille ungebrochen: Die Hälfte der 34 befragten DiGA-Anbieter plant in den kommenden 24 Monaten weitere digitale Gesundheitsanwendungen auf den Markt zu bringen.

Gleichzeitig fordern die Unternehmen praktische Verbesserungen im Versorgungsalltag. Alle befragten DiGA-Anbieter halten eine volldigitale Verordnung ohne Medienbrüche für wichtig, 94% bezeichneten diesen Schritt sogar als sehr wichtig. Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, kommentierte die Branchenergebnisse mit der Warnung, dass der bisherige Fortschritt bei den Anwendungen nun nicht kaputtgespart werden dürfe.

Bekanntheit in der Bevölkerung steigt, Informationsbedarf bleibt hoch

DiGAs stellen eine reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung dar und können von Ärzten sowie Psychotherapeuten verordnet werden. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder verwies im Zusammenhang mit den Umfragewerten insbesondere auf bestehende lange Wartezeiten im Gesundheitssystem, bei denen die Anwendungen unterstützen könnten.

Das Potenzial der digitalen Anwendungen spiegelt sich auch in einer separaten Bitkom-Bevölkerungsbefragung unter 1.132 Personen ab 16 Jahren wider, die von Ende August bis Ende September 2026 durchgeführt wurde.

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Demnach kennen 56% der Bürger die Apps auf Rezept. 20% haben bereits eine DiGA verschrieben bekommen und 15% haben eine solche verordnete Anwendung eingelöst. Weitere 36% kennen das Angebot, ohne bisher eine eigene Verordnung erhalten zu haben.

Bei den potenziellen Einsatzgründen gaben 44% an, eine solche App zur Überbrückung langer Wartezeiten auf eine medizinische Behandlung nutzen zu wollen. 33% sehen in den Anwendungen eine Erleichterung im Alltag.

Gleichzeitig besteht weiterhin Skepsis: 41% der Befragten sehen keinen möglichen persönlichen Nutzen in den Programmen, und 27% verstehen deren konkreten Nutzen nicht. Entsprechend ausgeprägt ist der Wunsch nach Aufklärung, da 49% der Bürger mehr Informationen durch Ärzte und Psychotherapeuten fordern.

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