Digital Arrest-Betrug: Indische Polizei zerschlÀgt Netzwerk mit 7 Festnahmen
06.06.2026 - 20:14:03 | boerse-global.de
Die indischen Sicherheitsbehörden haben ihre Offensive gegen Cyberkriminelle verschÀrft. Allein in dieser Woche nahm die Polizei in Gurugram, Cyberabad und anderen Regionen mehrere VerdÀchtige fest. Die Aktionen folgen auf eine Serie schwerer BetrugsfÀlle, die sich gezielt gegen Àltere Menschen und pensionierte Staatsbedienstete richteten.
Gurugram: Polizei zerschlÀgt Konten-Netzwerk
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Die Cyberpolizei in Gurugram konnte zwei mutmaĂliche BetrĂŒger dingfest machen. Ihnen wird vorgeworfen, an einem Schaden von umgerechnet rund 880.000 Euro beteiligt gewesen zu sein. Mohammad Saif Ali wurde am 3. Juni in Bhagalpur festgenommen, Saurabh Kumar zwei Tage spĂ€ter in Ghaziabad.
Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige Ende November 2025. Ein falscher Polizeibeamter hatte damals ein Opfer zur Ăberweisung von GeldbetrĂ€gen gezwungen. Die Spur fĂŒhrte zu Alis Bankkonto, auf dem umgerechnet etwa 270.000 Euro der Beute eingingen. Dieses Konto hatte Ali angeblich fĂŒr umgerechnet 800 Euro an Kumar verkauft, der es fĂŒr umgerechnet 2.500 Euro weiterverĂ€uĂerte.
ACP Cyber Gaurav Phogat bestÀtigte, dass Alis Konto mit landesweit 52 weiteren Strafanzeigen in Verbindung steht. Die Dimension des Netzwerks wird damit deutlich.
Cyberabad: Sieben Festnahmen in mehreren Bundesstaaten
Zwischen dem 27. Mai und dem 2. Juni fĂŒhrte die Cybercrime-Einheit von Cyberabad eine konzertierte Aktion durch. Beamte nahmen in verschiedenen Bundesstaaten sieben VerdĂ€chtige fest. Sie sollen in sieben verschiedenen FĂ€llen aktiv gewesen sein â darunter drei AnlagebetrugsfĂ€lle und zwei âDigital Arrest"-Maschen.
Besonders perfide: Ein Opfer verlor umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro. Die TĂ€ter lockten ihn ĂŒber eine WhatsApp-Gruppe auf eine gefĂ€lschte Handelsplattform namens âMarket Exchange". Abhishek Anand aus Uttar Pradesh wurde festgenommen, weil er die Bankkonten fĂŒr die Transaktionen bereitgestellt hatte.
Die Behörden konnten in 77 zusammenhĂ€ngenden FĂ€llen immerhin 304 RĂŒckerstattungsanordnungen erwirken. Das entspricht einem Gesamtwert von umgerechnet ĂŒber einer Million Euro.
Ăltere Menschen im Visier falscher Ermittler
Besonders dreist: Die TĂ€ter geben sich als hochrangige AmtstrĂ€ger aus. In Nagpur und Pune wurden zuletzt zwei FĂ€lle bekannt, die exemplarisch fĂŒr diese Masche stehen.
Ein 85-jĂ€hriger pensionierter Bundesbediensteter aus Nagpur verlor umgerechnet fast eine Million Euro â nahezu sein gesamtes Erspartes. Die TĂ€ter gaben sich als Mitarbeiter der indischen Strafverfolgungsbehörde Enforcement Directorate (ED) aus. Einen Monat lang hielten sie den Rentner per Videoanruf in âdigitalem Gewahrsam" und drohten ihm mit Verhaftung. Erst am 4. Juni 2026 erstattete das Opfer Anzeige.
Ăhnlich erging es einem 69-jĂ€hrigen Metallbauer in Pune. Zwischen dem 10. Mai und dem 3. Juni erbeuteten falsche CBI-Beamte umgerechnet rund 620.000 Euro von ihm. Die TĂ€ter behaupteten, seine Aadhaar-Daten seien mit GeldwĂ€scheaktivitĂ€ten verknĂŒpft. Nachdem sie eine gefĂ€lschte CBI-Vorladung geschickt und den Mann unter âdigitalen Hausarrest" gestellt hatten, ĂŒberwies das Opfer zwei Tranchen zur angeblichen ĂberprĂŒfung.
Die Polizei von Pimpri Chinchwad hat den Fall nach dem Information Technology Act und mehreren Paragrafen des indischen Strafgesetzbuchs Bharatiya Nyaya Sanhita registriert.
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Betrug im Wohnumfeld: Falscher Mitbewohner
Doch nicht nur digitale Maschen sind im Umlauf. Die Polizei in Gurugram nahm am 4. Juni Deepak Maurya fest. Unter einem falschen Namen hatte er sich angeblich als Mitbewohner in einem Apartment im Sektor 67A ausgegeben. Sein Ziel: den tatsÀchlichen Mitbewohner und einen Freund betÀuben.
Am 21. Mai soll Maurya dann WertgegenstÀnde gestohlen und unbefugte Transaktionen in Höhe von umgerechnet rund 6.500 Euro getÀtigt haben. Bei seiner Festnahme stellten die Beamten vier Laptops, acht Mobiltelefone und 14 Bankkarten sicher. Ermittler fanden zudem Hinweise auf einen Àhnlichen Fall in Gujarat.
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