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Digital Services Act: ChatGPT und Roblox werden zu VLOPs im August

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 07:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ChatGPT und Roblox drohen strengere EU-Regeln: Die Kommission will beide als sehr große Online-Plattformen einstufen, was umfangreiche Auflagen nach sich zieht.

EU-Kommission plant strengere DSA-Aufsicht für ChatGPT und Roblox
Modernes Gebäude der Europäischen Kommission vor einem hellen, klaren Himmel als Symbol für regulatorische Aufsicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission bereitet eine signifikante Verschärfung der regulatorischen Aufsicht für den KI-Dienst ChatGPT sowie die Spieleplattform Roblox vor. Wie aus Kommissionskreisen bekannt wurde, sollen beide Dienste als sogenannte sehr große Online-Plattformen (Very Large Online Platforms, VLOPs) unter dem Digital Services Act (DSA) eingestuft werden. Grund für diesen Schritt ist das Überschreiten der gesetzlichen Schwelle von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern innerhalb der Europäischen Union.

Nutzerzahlen übersteigen gesetzliche Grenzwerte deutlich

Ein Sprecher der EU-Kommission, Thomas Regnier, bestätigte am 30. Juli 2026, dass eine entsprechende Einstufung definitiv möglich sei und früher oder später erfolgen könne. Berichten zufolge bereitet die Kommission diesen Schritt bereits vor; eine offizielle Entscheidung wird für den Verlauf des Augusts 2026 erwartet.

Die aktuellen Nutzerstatistiken der betroffenen Unternehmen untermauern die geplante Maßnahme. OpenAI gab Ende Juli bekannt, dass ChatGPT rund 159 Millionen monatliche Nutzer in der EU verzeichnet. Die Plattform Roblox meldete für denselben Zeitraum etwa 48 Millionen monatliche Nutzer in der Union. Damit liegen beide Dienste deutlich über der für den VLOP-Status kritischen Marke.

Umfangreiche Compliance-Pflichten für Betreiber

Mit der Einstufung als VLOP gehen weitreichende Verpflichtungen einher, die über die Standardvorgaben des DSA hinausgehen. Sowohl OpenAI als auch Roblox müssten künftig regelmäßig Transparenzberichte vorlegen und detaillierte Pläne zur Risikominderung erstellen. Zu den weiteren Auflagen gehören die Einrichtung offizieller Kontaktstellen für Behörden sowie die Durchführung jährlicher, unabhängiger Audits.

Darüber hinaus müssen die Unternehmen eine hohe Werbetransparenz gewährleisten und sind verpflichtet, bestimmte Daten mit der EU zu teilen. Finanziell bringt der neue Status ebenfalls Belastungen mit sich: Die Betreiber müssen eine jährliche Aufsichtsgebühr entrichten, die maximal 0,05 % des weltweiten Gewinns betragen darf.

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Fokus auf Jugendschutz und rechtliche Risiken

Besondere Relevanz hat die Einstufung für den Bereich des Jugendschutzes. Der Digital Services Act untersagt sehr großen Online-Plattformen unter anderem die Schaltung profilbasierter Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet. Dies trifft insbesondere Roblox, da die Plattform aufgrund von Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Kindern bereits unter Beobachtung steht. Während sich das Unternehmen mit Klagen wegen der Gefährdung des Kindeswohls konfrontiert sieht, verwies die Plattform Ende Juli auf bereits eingeführte, verstärkte Schutzmaßnahmen.

Auch für OpenAI bedeutet die strengere Aufsicht eine Zunahme des regulatorischen Drucks. Das Unternehmen sieht sich derzeit mit Klagen wegen fahrlässiger Tötung konfrontiert. Die nun bevorstehende Einstufung durch die EU-Kommission soll sicherstellen, dass systemische Risiken, die von derart verbreiteten Diensten ausgehen, frühzeitig erkannt und adressiert werden.

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Sollten die Unternehmen gegen die strengen Auflagen des DSA verstoßen, drohen empfindliche Strafzahlungen. Die EU-Kommission kann in solchen Fällen Geldstrafen von bis zu 6 % des globalen Jahresumsatzes verhängen.

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