Digital Skills Austria IV: Nur 4 von 7 Nachrichten richtig erkannt
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit der Veröffentlichung neuer Daten aus der Studie „Digital Skills Austria IV“ liegen aktuelle Erkenntnisse zur digitalen Kompetenz der österreichischen Bevölkerung vor. Für die Untersuchung wurden im Sommer 2025 insgesamt 2.307 Österreicherinnen und Österreicher ab einem Alter von 16 Jahren befragt, wobei das Durchschnittsalter der Teilnehmenden bei 49 Jahren lag. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere die Bewertung von Online-Informationen eine wachsende Herausforderung darstellt.
Schwierigkeiten bei der Identifikation von Desinformation
Ein zentrales Ergebnis der Erhebung ist die Wahrnehmung von Falschinformationen im Internet. Rund 70 Prozent der Befragten stufen Desinformation als ein problematisches Feld ein. Dass diese Einschätzung begründet ist, zeigte ein praktischer Test im Rahmen der Studie: Im Durchschnitt gelang es den Teilnehmenden lediglich, vier von sieben vorgelegten Nachrichten korrekt als wahr oder falsch einzuordnen.
Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in der individuellen Leistung. Während 22 Prozent der Probanden lediglich ein bis zwei Nachrichten richtig bewerteten, schnitten zwei Prozent bei allen gezeigten Meldungen falsch ab. Die Studienautoren stellten zudem eine Korrelation mit der politischen Einstellung fest: Befragte, die sich selbst politisch rechts positionierten, erzielten im Test schlechtere Ergebnisse als der Durchschnitt.
Aktualisierung des Nationalen Referenzrahmens DigComp 3.0 AT
Parallel zur Veröffentlichung der Studiendaten erfolgte in Österreich eine Aktualisierung des Nationalen Referenzrahmens für digitale Kompetenzen. Die neue Version „DigComp 3.0 AT“ integriert nun explizit Kompetenzen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Framework umfasst über 500 definierte Lernergebnisse, denen bereits mehr als 750 Bildungsangebote von insgesamt 135 verschiedenen Anbietern zugeordnet wurden.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das allgemeine Kompetenzniveau weiter zu festigen. Laut Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat verfügen derzeit rund 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung über digitale Basiskompetenzen.
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Förderung digitaler Kompetenzen im Gesundheitssektor
Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland wird die Stärkung digitaler Fähigkeiten vorangetrieben, insbesondere im Bereich der Gesundheitsversorgung. Eine Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom Juni 2026 unterstützt Projekte, die Patienten den Umgang mit digitalen Angeboten wie der elektronischen Patientenakte (ePA) erleichtern sollen. Die Förderquote liegt für Unternehmen bei bis zu 80 Prozent, während Hochschulen eine Finanzierung von 100 Prozent erhalten können. Anträge konnten von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und gemeinnützigen Körperschaften eingereicht werden, wobei die Frist für die Projektskizzen bereits im Juli 2026 endete.
Wissenschaftliche Untersuchungen stützen die Notwendigkeit solcher Programme. Eine Studie der Universität Ljubljana zeigt etwa, dass die Bereitschaft von Pflegestudierenden zur Nutzung von Telemedizin maßgeblich von vorhandenem Wissen und der wahrgenommenen Nützlichkeit abhängt, während Technologieangst die Akzeptanz mindert.
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Neue Instrumente zur Messung der Datenschutzkompetenz
Um die digitale Reife im Umgang mit sensiblen Daten präziser zu erfassen, haben Forscher der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) eine Kurzskala entwickelt. Diese umfasst vier Fragen und ermöglicht eine Bewertung auf einer Skala von 4 bis 20 Punkten.
In einer Validierungsstudie mit 1.666 Befragten zur elektronischen Patientenakte zeigten sich demografische Unterschiede: Männer und Personen mit Universitätsabschluss erzielten höhere Werte, während Befragte über 60 Jahren niedrigere Punktzahlen erreichten. Um ältere Menschen gezielter zu unterstützen, boten der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) und das Bundeskanzleramt im Juni spezielle Aktionstage zur Registrierung der ID Austria an. Diese Termine für Seniorinnen und Senioren waren aufgrund der hohen Nachfrage vollständig ausgebucht.
