Digitaler, Euro

Digitaler Euro: EU-Parlament ebnet Weg zur Einführung 2029

24.06.2026 - 00:05:30 | boerse-global.de

Der digitale Euro rückt näher: EU-Ausschuss stimmt für Gesetzesrahmen. Bargeldloses Bezahlen in Deutschland nimmt weiter zu.

EU-Parlament ebnet Weg für den digitalen Euro bis 2029
Digitaler - A hand holding a smartphone making a contactless payment at a modern point-of-sale terminal in a German retail store. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments (ECON) stimmte am heutigen Dienstag mit 43 zu 14 Stimmen für den Gesetzesrahmen der digitalen Währung. Damit rückt die geplante Einführung im Jahr 2029 in greifbare Nähe. Für Deutschland bedeutet das einen tiefgreifenden Wandel: Die traditionelle Bargeldnation wandelt sich rasant.

Anzeige

Während Brüssel den digitalen Euro vorantreibt, wächst bei vielen Sparern die Sorge vor gläsernen Konten und staatlichem Zugriff. Dieser kostenlose Report enthüllt die Hintergründe zum geplanten EU-Vermögensregister und liefert einen konkreten 5-Schritte-Plan zum Schutz Ihres Ersparten. Was Brüssel über Ihr Vermögen wissen will – und wie Sie sich schützen können

Geopolitische Notwendigkeit statt Option

Hinter dem Vorstoß steckt mehr als technischer Fortschritt. Europäische Gesetzgeber sehen den digitalen Euro als Frage der Zahlungssouveränität. Aktuell wickeln nicht-europäische Unternehmen fast zwei Drittel aller Kartenzahlungen in der Eurozone ab. In 13 der 21 Euro-Länder gibt es kein nationales Kartensystem – die Abhängigkeit von US-Anbietern wie Visa und Mastercard ist enorm.

Der digitale Euro soll als separates Wallet funktionieren, sowohl online als auch offline. Um eine Massenflucht aus den Geschäftsbanken zu verhindern, plant die EZB Höchstgrenzen und Nullzinsen. Die Kosten? Die EZB schätzt sie auf vier bis 5,8 Milliarden Euro über vier Jahre. Die Geschäftsbanken rechnen mit bis zu 18 Milliarden Euro. Nach dem Ausschussvotum steht im Juli die Abstimmung im gesamten EU-Parlament an. Ein zwölfmonatiges Pilotprojekt soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.

Deutsche zahlen immer seltener bar

Die Zahlen des EHI Retail Instituts sprechen eine deutliche Sprache: 2025 werden voraussichtlich nur noch 50,5 Prozent der Ladenkäufe in Deutschland bar bezahlt. Vor zehn Jahren waren es noch 78 Prozent. Vom gesamten Einzelhandelsumsatz von rund 500 Milliarden Euro werden inzwischen 65 Prozent mit Karte abgewickelt.

Die Bundesbank hatte bereits 2023 als Wendepunkt markiert: Erstmals überstiegen die bargeldlosen Zahlungen die 50-Prozent-Marke (52,3 Prozent). 2020 lag der Wert noch bei 44 Prozent. Marktforscher erwarten, dass der Anteil bis 2025 auf über 60 Prozent steigt.

Anzeige

Der Wandel zum digitalen Bezahlen ist in vollem Gange, doch viele Nutzer sind bei der Einrichtung neuer Dienste noch unsicher. Dieses kostenlose Startpaket führt Sie sicher durch die Welt des Mobile Payments und zeigt Ihnen, wie Sie PayPal einfach und professionell für Ihre Einkäufe nutzen. In 10 Minuten startklar: PayPal einrichten, sicher zahlen, Geld senden

Besonders dynamisch: Mobile Zahlungen. Ihr Anteil an allen bargeldlosen Transaktionen kletterte von 12,8 auf rund 20 Prozent. Im Online-Handel bleibt PayPal mit 29 Prozent der Transaktionen der Platzhirsch.

Junge Generation setzt aufs Smartphone

Eine norisbank-Umfrage vom März 2026 zeigt den Trend: 54 Prozent der Deutschen bevorzugen im Urlaub Karte oder Smartphone – 2019 waren es nur 39,9 Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt die Präferenz für bargeldloses Bezahlen auf Reisen bei 57,6 Prozent.

Unter den Bargeldverweigerern setzen 80,2 Prozent auf Karten: Kreditkarten führen mit 45,4 Prozent, gefolgt von Debitkarten (30,9 Prozent). Mobile Bezahldienste nutzen 10,9 Prozent. Jeder dritte Befragte würde für den Urlaub sogar eine Kreditkarte beantragen.

Bargeld bleibt – aber seine Rolle schrumpft

Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte Mitte Juni, der digitale Euro solle Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Der Durchschnittsdeutsche trägt noch rund 98 Euro im Portemonnaie, 43 Prozent der Haushalte horten zusätzliche Reserven zu Hause.

Doch die Infrastruktur verändert sich. Klassische Geldautomaten werden seltener, Verbraucher heben vermehrt an der Supermarktkasse ab. Während 78 Prozent der Deutschen regelmäßig digital bezahlen, hält eine Kernminderheit von 12 Prozent unbeirrt am Schein fest.

Nagel sprach sich zudem für Euro-Stablecoins aus – digitale Vermögenswerte, die günstigere grenzüberschreitende Transaktionen ermöglichen sollen. Sie fallen unter die EU-Verordnung für Krypto-Werte (MiCAR), die Risiken für Geldpolitik und Finanzstabilität eindämmen soll.

de | wissenschaft | 69614201 |