Digitaler Euro: EZB startet Pilotprojekt 2027
Veröffentlicht: 30.06.2026 um 10:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Gleich zwei GroĂprojekte treiben die UnabhĂ€ngigkeit von US-Dominanz im Zahlungsverkehr voran.
Wero erobert den Westen Europas
Die europĂ€ische Zahlungsinitiative EPI hat ihr Wero-Netzwerk um bedeutende österreichische Institute erweitert. Die Erste Bank und die Raiffeisen-Gruppe sind die jĂŒngsten NeuzugĂ€nge. Damit ist Wero nun in Frankreich, Deutschland, Belgien und Ăsterreich aktiv â eine echte Alternative zu den etablierten internationalen Anbietern.
Um den Ăberblick zu behalten, hat sich ein Community-Projekt namens Wero Tracker etabliert. Es sammelt offizielle AnkĂŒndigungen und listet alle teilnehmenden Banken sowie Online-HĂ€ndler auf, die den Dienst akzeptieren.
Branchenkenner sehen in solchen souverĂ€nen Infrastrukturen eine strategische Notwendigkeit. WĂ€hrend traditionelle Systeme lediglich Geld bewegen, schaffen Wero und der geplante digitale Euro etwas Grundlegenderes: Vertrauen in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft. Der Schritt kommt nicht zu frĂŒh â rund 61 Prozent aller Kartentransaktionen im Euroraum laufen derzeit ĂŒber nicht-europĂ€ische Zahlungsriesen.
Digitaler Euro: Pilotprojekt fĂŒr 2027 geplant
61 % aller Kartentransaktionen im Euroraum laufen ĂŒber nicht-europĂ€ische Zahlungsriesen. Mit Wero und dem digitalen Euro entsteht eine echte Alternative. Unser kostenloser SouverĂ€nitĂ€ts-Check zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen darauf vorbereiten. SouverĂ€nitĂ€ts-Check anfordern
WĂ€hrend Wero den Markt erobert, treibt die EuropĂ€ische Zentralbank ihre PlĂ€ne fĂŒr den digitalen Euro voran. Das EuropĂ€ische Parlament hat dem Vorhaben kĂŒrzlich grĂŒnes Licht gegeben. Ziel ist eine kostenlose, elektronische Version von Zentralbankgeld â nutzbar sowohl online als auch offline.
Die EinfĂŒhrung erfolgt in Etappen. Zuerst sollen Peer-to-Peer-Zahlungen und E-Commerce-Transaktionen möglich sein, spĂ€ter folgen der Handel und staatliche Zahlungen. Ein zwölfmonatiger Pilot startet in der zweiten JahreshĂ€lfte 2027, der vollstĂ€ndige Launch ist fĂŒr 2029 anvisiert.
Um das Bankensystem zu schĂŒtzen, wird der digitale Euro keine Zinsen abwerfen. Zudem sind Obergrenzen fĂŒr die Guthaben vorgesehen. Manche Beobachter fragen sich, ob private Initiativen wie Wero den digitalen Euro nicht ĂŒberflĂŒssig machen könnten. Die EZB sieht beide Projekte jedoch als komplementĂ€r â beide dienen der strategischen Autonomie Europas.
Starke Infrastruktur im Hintergrund
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Die Expansion von Wero stĂŒtzt sich auf die TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) -Infrastruktur der EZB. Dieses System wickelt Euro-Ăberweisungen in Sekundenschnelle ab â zu Kosten von weniger als einem Cent pro Transaktion. FrĂŒhe Teilnehmer sind Banken aus Spanien, Deutschland und Frankreich, darunter CaixaBank und Natixis.
Der gesamte europĂ€ische Fintech-Sektor reift mit diesen Entwicklungen. Die Neobank N26 meldete kĂŒrzlich ihren ersten Jahresgewinn: 1,6 Millionen Euro Nettogewinn fĂŒr 2025 bei Einnahmen von ĂŒber 500 Millionen Euro. Auch der Bereich der digitalen IdentitĂ€ten boomt. Das Unternehmen Wultra sicherte sich 6,8 Millionen Euro fĂŒr die Entwicklung von IdentitĂ€tsplattformen, die kĂŒnftig mit europĂ€ischen Zahlungs-Wallets verknĂŒpft werden könnten.
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