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Digitaler Euro: EZB startet Pilotprojekt mit 36 Finanzinstituten

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 20:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EZB hat die Teilnehmer für das Pilotprojekt zum digitalen Euro bekanntgegeben. Deutsche Banken und Zahlungsdienstleister sind dabei.

Digitaler Euro: EZB benennt 36 Pilot-Teilnehmer für Testphase
Glühende digitale Euromünze vor verschwommener europäischer Stadtsilhouette, Symbol für digitale Währung und Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli 2026 die Teilnehmer für das groß angelegte Pilotprojekt zum digitalen Euro bekanntgegeben. Darunter befinden sich namhafte deutsche Finanzinstitute und Zahlungsdienstleister.

Mit dabei sind Deutsche Bank, DZ Bank und Helaba sowie die von der BaFin beaufsichtigte RS2 Financial Services GmbH. Auch europäische Zahlungsriesen mit starken Deutschland-Aktivitäten wie Payone, Worldline und Adyen wurden ausgewählt. Die 36 Teilnehmer wurden aus über 50 Bewerbern ausgewählt – ein klares Signal, dass die Finanzbranche bereit ist für die digitale Währung.

Testphase ab 2027: Offline-Zahlungen als Knackpunkt

Das Pilotprojekt startet in der zweiten Jahreshälfte 2027 und läuft zwölf Monate. Die ausgewählten Anbieter testen dann eine Beta-Version des digitalen Euro – noch ohne Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Im Fokus stehen die technische Infrastruktur, die Betriebsbereitschaft und vor allem die Nutzererfahrung.

Die Tests umfassen sowohl Person-zu-Person- als auch Person-zu-Unternehmen-Transaktionen. Geprüft wird das Bezahlen online, im E-Commerce und an physischen Verkaufspunkten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Offline-Zahlungen: Nutzer sollen auch ohne Internetverbindung bezahlen können.

Das Projekt wird von der EZB in Zusammenarbeit mit 19 nationalen Zentralbanken durchgeführt. Die Notenbanken Bulgariens und Maltas beteiligen sich an dieser Phase nicht.

Legislative Hürden: Trilog-Verhandlungen im Herbst

Die technische Entwicklung beginnt bereits im dritten Quartal 2026. Die endgültige Einführung des digitalen Euro hängt jedoch von der EU-Gesetzgebung ab. Hier gibt es Fortschritte: Der ECON-Ausschuss gab im Juni 2026 grünes Licht, das Europaparlament verabschiedete am 9. Juli 2026 seine Verhandlungsposition.

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Die Trilog-Verhandlungen zwischen Kommission, Parlament und Rat sollen im Herbst 2026 starten. Steht der Rechtsrahmen rechtzeitig, peilt die EZB eine Einführung des digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel bis 2029 an.

Die EZB sieht den digitalen Euro als notwendige Ergänzung zum Bargeld. Ziel ist es, die europäische Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungsanbietern zu verringern und privaten Stablecoins Paroli zu bieten.

Branche äußert Bedenken – und Chancen

Der Auswahl der Pilotteilnehmer gingen intensive Diskussionen zwischen EZB und Branchenvertretern voraus. Bereits veröffentlichte Dokumente aus dem Jahr 2025 zeigen unterschiedliche Positionen deutscher und europäischer Interessengruppen.

Der DSGV und die DZ Bank äußerten damals Bedenken zu den vorgeschlagenen Gebührenmodellen und möglichen Überschneidungen mit bestehenden privaten Initiativen wie Wero. Der Handelsverband HDE und EuroCommerce forderten dagegen Obergrenzen für Händlergebühren.

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Für teilnehmende Firmen wie die RS2 Financial Services GmbH eröffnet der Pilot neue Perspektiven. Ulrike Schaeffter, Co-CEO des Unternehmens, betonte die Bedeutung, die Währung unter realen Bedingungen zu testen. Diskutiert wird weiterhin über mögliche Obergrenzen für Guthaben pro Nutzer – im Gespräch sind Beträge zwischen 500 und 3.000 Euro, um die Auswirkungen auf Bankeinlagen zu begrenzen.

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