Digitaler Euro, EZB

Digitaler Euro: EZB vergibt Zehnjahresauftrag an Nexi und Telekom

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die EuropĂ€ische Zentralbank verteilt die Netzwerkanbindung des digitalen Euro auf zwei unabhĂ€ngige Anbieter. Der Auftrag ist Teil einer grĂ¶ĂŸeren technischen Beschaffung, die unter anderem Betrugsschutz und Offline-Zahlungen abdecken soll.

Technikpakete fĂŒr Europas DigitalwĂ€hrung

  • Die EZB vergibt die zentralen KonnektivitĂ€tsdienste an ein Konsortium aus Nexi und Deutscher Telekom.
  • TelefĂłnica kommt als zweiter unabhĂ€ngiger Netzwerkdienstleister hinzu.
  • Der Zehnjahresvertrag betrifft die Verbindung der Rechenzentren mit Banken, Zahlungsdienstleistern und Zentralbanken.
Die EuropĂ€ische Zentralbank peilt die EinfĂŒhrung eines digitalen Euros fĂŒr 2029 an. (Archivbild) - Bild: Michael Brandt/dpa

EZB verteilt Netzwerkauftrag fĂŒr digitalen Euro

Die EuropĂ€ische Zentralbank hat ein Konsortium aus dem italienischen Zahlungsdienstleister Nexi und der Deutschen Telekom mit zentralen KonnektivitĂ€tsdiensten fĂŒr den digitalen Euro beauftragt. Die Bietergemeinschaft erhĂ€lt dafĂŒr einen Zehnjahresvertrag.

Als zweiter unabhÀngiger Netzwerkdienstleister wurde Telefónica aus Spanien ausgewÀhlt. Die Doppelvergabe soll die Ausfallsicherheit erhöhen und AbhÀngigkeiten von einem einzelnen Anbieter vermeiden.

Netz verbindet kĂŒnftige Digital-Euro-Plattform

Nexi und die Deutsche Telekom sollen ein skalierbares und ausfallsicheres Netzwerk aufbauen und betreiben. Es soll die Rechenzentren der kĂŒnftigen Plattform fĂŒr Dienste rund um den digitalen Euro verbinden und den gesicherten Zugang fĂŒr GeschĂ€ftsbanken, Zahlungsdienstleister und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems ermöglichen.

Die Auswahl der Netzbetreiber ist nur ein Teil der technischen Beschaffungsinitiative der EZB. Weitere ausgeschriebene Komponenten betreffen das Betrugs- und Risikomanagement, einen Verzeichnisdienst fĂŒr die Auflösung von Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie den sicheren Austausch von Transaktionsdaten.

Weitere Bausteine fĂŒr das Zahlungssystem

Zu den geplanten Systemkomponenten gehören außerdem Verfahren fĂŒr Offline-Zahlungen ohne aktive Internetverbindung und eine standardisierte Referenz-App. Damit soll eine gemeinsame technische Grundlage fĂŒr die Nutzung des digitalen Euro entstehen.

Die digitale Variante der GemeinschaftswĂ€hrung soll das Bargeld ergĂ€nzen, nicht ersetzen. Die EZB strebt den Start eines Pilotprojekts 2027 und eine EinfĂŒhrung 2029 an; dafĂŒr muss zunĂ€chst der rechtliche Rahmen auf EU-Ebene abgeschlossen werden.

Der Auftrag betrifft einen zentralen Baustein der technischen Infrastruktur des geplanten digitalen Euro. Die EZB setzt dabei nicht auf einen einzigen Netzbetreiber, sondern auf zwei voneinander unabhÀngige Anbieter. Dadurch soll die Anbindung von Banken, Zahlungsdienstleistern und nationalen Zentralbanken auch bei technischen Störungen funktionsfÀhig bleiben und die AbhÀngigkeit von einem einzelnen Unternehmen begrenzt werden.

Der digitale Euro soll nach den bisherigen PlĂ€nen neben dem Bargeld bestehen. FĂŒr Nutzer wĂ€re er eine von den europĂ€ischen Zentralbanken ausgegebene digitale Zahlungsform, wĂ€hrend Banken und andere Zahlungsdienstleister den Zugang fĂŒr ihre Kunden bereitstellen mĂŒssten. Die technische Architektur muss deshalb unterschiedliche Teilnehmer, hohe Transaktionsmengen und sichere DatenĂŒbertragungen miteinander verbinden.

Rechtsrahmen entscheidet ĂŒber Zeitplan

Die Vergabe des Netzdienstes schafft noch keine nutzbare DigitalwĂ€hrung. DafĂŒr mĂŒssen weitere technische Komponenten entwickelt und die rechtlichen Voraussetzungen auf EU-Ebene abgeschlossen werden. Der von der EZB angepeilte Pilotbetrieb 2027 und eine mögliche EinfĂŒhrung 2029 hĂ€ngen daher nicht nur vom Aufbau der Infrastruktur ab.

FĂŒr Verbraucher wĂ€re der digitale Euro vor allem als zusĂ€tzliches Zahlungsmittel relevant. Die geplante Offline-Funktion könnte Zahlungen auch ohne aktive Internetverbindung ermöglichen; zugleich bleiben Fragen zu Datenschutz, Akzeptanz, ZustĂ€ndigkeiten und den praktischen Regeln fĂŒr Banken und HĂ€ndler entscheidend. Der Doppelauftrag zeigt, dass die EZB neben dem politischen und rechtlichen Rahmen auch die Ausfallsicherheit als Kernanforderung behandelt.

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