Digitaler Nachlass: 25 kostenlose Vorträge der Verbraucherzentralen im November
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die rechtzeitige Regelung des digitalen Nachlasses sowie verbindliche Vereinbarungen in Partnerschaften gewinnen zunehmend an Bedeutung, um rechtliche Unklarheiten im Ernstfall zu vermeiden.
Verschiedene Ratgeber und Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass weder eine langjährige Ehe noch das Zusammenleben ohne Trauschein automatisch vor organisatorischen Hürden schützen. Ohne konkrete Dokumente und Handlungsanweisungen drohen Angehörigen im Notfall erhebliche Blockaden bei Banken, Behörden und Online-Diensten.
Gesetzliche Irrtümer in Ehe und Partnerschaft
Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft die rechtlichen Befugnisse von Ehepartnern. Selbst nach 40 bis 50 Ehejahren sind Partner nicht automatisch berechtigt, gegenseitig Bankgeschäfte abzuwickeln, Angelegenheiten bei Behörden zu regeln oder laufende Verträge zu verwalten.
Auch für Paare ohne Trauschein besteht Handlungsbedarf: Ein Partnerschafts- oder Ehevertrag sollte nach Ansicht von Rechtsexperten bereits geregelt werden, solange die Beziehung unbelastet ist. Auf diese Weise können sich auch unverheiratete Partner wechselseitig verlässlich absichern.
Vollmachten und Regelungen für Bankkonten
Um zu verhindern, dass im Fall einer Handlungsunfähigkeit eine gerichtliche rechtliche Betreuung nach Paragraph 1814 des Bürgerlichen Gesetzbuches erforderlich wird, ist eine Vorsorgevollmacht ein zentrales Instrument. Vollmachten können zudem im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden, damit sie von Gerichten im Ernstfall zügig aufgefunden werden.
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Für den finanziellen Alltag empfiehlt sich zudem ein Blick auf Kontokonstellationen: Bei einem sogenannten Oder-Konto sind beide Ehepartner berechtigt, alleinige Verfügungen über das Guthaben vorzunehmen, was Handlungsspielräume im Ernstfall sichert.
Digitaler Nachlass und sichere Datenspeicherung
Neben klassischen Verträgen rückt der digitale Raum immer stärker in den Fokus der Nachlassplanung. Die Nutzung von Cloud-Speichern schützt Fotos, Videos und Dokumente vor Verlust und ermöglicht den Zugriff von jedem Gerät aus. Seriöse Anbieter garantieren regelmäßige Back-ups, wobei sich die Sicherheit der Dienste über die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfohlene Plattform trusted-cloud.de überprüfen lässt.
Viele Anbieter setzen mittlerweile auf Zwei-Faktor-Authentifizierung oder biometrische Verfahren. Dennoch gilt aus Sicherheitsgründen die Vorgabe, dass sensible Informationen wie IBAN und Kennwörter grundsätzlich nicht ungeschützt in die Cloud gehören.
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Kostenlose Vorträge der Verbraucherzentralen im November
Zur Orientierung veranstalten die Verbraucherzentralen vom 2. bis zum 6. November 2026 bundesweit die sechste Auflage ihrer sogenannten Fokuswoche Vorsorge. Gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz umfasst die Veranstaltungsreihe 25 kostenlose Online-Vorträge.
Das Programm deckt wesentliche Kernbereiche ab:
- Patientenverfügung mit 8 Terminen
- Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung mit 9 Terminen
- Digitale Vorsorge mit 8 Terminen
Die jeweils etwa einstündigen Vorträge beginnen um 10, 15 oder 18 Uhr. Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die vollständige Terminübersicht ist über das Portal verbraucherzentrale-niedersachsen.de/fokuswoche-vorsorge zugänglich.
