Digitalisierung: Deutschland rutscht im EU-Index auf Platz 17 ab
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Digitalverband Bitkom hat am 2. August auf eine deutliche Verschlechterung der Position Deutschlands im Digitalisierungsindex der Europäischen Union (Desi-Index) hingewiesen. Die Bundesrepublik fiel im Vergleich zum Vorjahr von Platz 14 auf den 17. Rang zurück. Damit verliert der Wirtschaftsstandort im europäischen Vergleich weiter an Boden, obwohl die absolute Bewertung der digitalen Leistungsfähigkeit moderat gesteigert werden konnte.
Diskrepanz zwischen Punktgewinn und Rangverlust
Trotz der schlechteren Platzierung verzeichnete Deutschland bei der Bewertung seiner Digitalisierung am 2. August einen leichten Anstieg der Punktzahl. Der Wert kletterte von zuvor 50,1 auf nun 51,1 Punkte. Dieser Zuwachs reichte jedoch nicht aus, um die Position im Mittelfeld der EU-Staaten zu halten oder zu verbessern.
Im direkten Vergleich mit den europäischen Spitzenreitern wird die Lücke deutlich. Dänemark führt den Index mit einem Wert von 76,4 Punkten an. Während Deutschland nur marginale Fortschritte erzielte, gelang es anderen Mitgliedstaaten, ihre digitalen Infrastrukturen und Prozesse wesentlich schneller zu transformieren.
Schwächen in der öffentlichen Verwaltung
Ein wesentlicher Faktor für das schwache Abschneiden ist laut den am 2. August veröffentlichten Daten der Zustand der öffentlichen Verwaltung. In diesem spezifischen Teilbereich des Desi-Index belegt Deutschland lediglich Platz 22. Die schlechte Platzierung unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Digitalisierung von Behördengängen und staatlichen Dienstleistungen.
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Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst übte in diesem Zusammenhang deutliche Kritik an den bestehenden Rahmenbedingungen. Er verwies am 2. August auf eine ausgeprägte Überkomplexität und eine belastende Bürokratie. Zudem stünden lange Genehmigungsprozesse einer schnelleren digitalen Entwicklung im Weg. Diese strukturellen Hindernisse bremsen die Umsetzung digitaler Vorhaben sowohl im staatlichen als auch im privaten Sektor aus.
Internationaler Wettbewerbsdruck nimmt zu
Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht, dass die Anstrengungen in Deutschland nicht mit dem Tempo anderer EU-Nationen mithalten können. Ralf Wintergerst betonte am 3. August, dass Deutschland zwar durchaus Fortschritte mache, andere Länder jedoch eine deutlich höhere Geschwindigkeit an den Tag legten. Die reine Verbesserung der eigenen Punktzahl sei demnach kein Garant für Wettbewerbsfähigkeit, wenn das internationale Umfeld sich schneller transformiere.
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Branchenexperten sehen in dem Abrutschen auf Platz 17 ein Warnsignal für den Standort. Die Kombination aus langsamen Verwaltungsprozessen und bürokratischen Hürden führt dazu, dass Deutschland im digitalen Standortwettbewerb zunehmend nach hinten durchgereicht wird. Um den Anschluss an die Spitzengruppe um Dänemark nicht vollständig zu verlieren, sei eine grundlegende Beschleunigung der Digitalisierungsmaßnahmen erforderlich. Die aktuellen Zahlen des Desi-Index verdeutlichen, dass punktuelle Verbesserungen allein nicht ausreichen, um die relative Position innerhalb der Europäischen Union zu sichern oder auszubauen.
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