Drohnen-Alarm: Günther fordert Bundeswehr im Inland gegen Angriffe
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will die Bundeswehr im Inland gegen Drohnen vorgehen lassen. Dafür brauche es womöglich eine Grundgesetzänderung, sagte er am heutigen Montag. Hintergrund sind mehrere Sicherheitsvorfälle an Flughäfen und Militärstandorten.
Drohnen über Patriot-Anlage in Mechernich
In der Nacht zum Sonntag meldeten Sicherheitsbehörden gleich sechs Überflüge über einer Wartungsanlage für Patriot-Systeme in Mechernich. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens kreisten zwei Drohnen über dem Gelände. Die Ermittler prüfen, ob es sich um den Typ Fly-380 VTOL handelt – eine Maschine mit 3,8 Metern Spannweite, die bis zu 150 km/h schnell fliegt und mehr als zehn Kilogramm Nutzlast über 400 Kilometer transportieren kann.
Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf sicherheitsgefährdendes Abbilden von Militäranlagen.
Auch am Flughafen Leipzig/Halle schlugen die Sicherheitskräfte Alarm. Dort wurde eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe von ukrainischen Transportflugzeugen entdeckt. Zudem kollidierte ein Flugzeug mit einem bislang nicht identifizierten Objekt.
Bundespolizei verdoppelt Anti-Drohnen-Einheit
Das Bundesinnenministerium hat bereits reagiert. Die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei wächst von 150 auf 300 Einsatzkräfte, wie das Ministerium von Alexander Dobrindt am Sonntag bekanntgab. Auch die Zahl der Standorte verdoppelt sich von vier auf acht – für schnellere Reaktionszeiten an kritischer Infrastruktur.
Günther reicht das nicht. Er fordert eine Einbindung der Bundeswehr, um hybriden Bedrohungen effektiver zu begegnen.
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