Drohnenabwehr, Fortem

Drohnenabwehr Fortem: USA bewilligt 1,01 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die US-Streitkräfte investieren massiv in unbemannte Systeme und KI. Mehrere Großaufträge an Rüstungs- und Technologiekonzerne unterstreichen den strategischen Fokus auf Automatisierung.

US-Militär setzt auf Automatisierung: Milliardenaufträge für Robotik und KI
Roboter-Schweißarm führt automatisierte Fertigung am Stahlrumpf eines Marineschiffs in einer Werft durch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die amerikanischen Streitkräfte treiben die Automatisierung massiv voran. Mehrere Großaufträge für Roboter, KI und Drohnen zeigen den Kurs – auch für europäische Partner relevant.

Am heutigen Donnerstag haben mehrere Rüstungskonzerne und Technologiefirmen bedeutende Verträge zur Integration von Robotik und künstlicher Intelligenz in US-Militäroperationen unterzeichnet. Die Vereinbarungen erstrecken sich von der Automatisierung im Schiffbau bis hin zu autonomen Lufttransportsystemen. Der Trend zu unbemannten Systemen zieht sich durch sämtliche Teilstreitkräfte – und dürfte auch die Debatte über die europäische Verteidigungsfähigkeit befeuern.

Milliarden-Deal für den Schiffbau der Zukunft

Der US-Marinewerftbetreiber Huntington Ingalls Industries (HII) hat langfristige Produktionsvereinbarungen mit den Robotik-Unternehmen Path Robotics und GrayMatter Robotics geschlossen. Das Vertragsvolumen: bis zu 900 Millionen Euro über sieben Jahre. Im Rahmen des HYPR-Programms der US-Marine soll die Fertigung von Flugzeugträgern, U-Booten, Zerstörern und unbemannten Überwasserschiffen automatisiert werden.

Der größte Anteil von rund 600 Millionen Euro fließt an Path Robotics aus Ohio. Das Unternehmen hat sich auf physikalische KI für Schweißautomation spezialisiert. Die Partnerschaft ist zweistufig aufgebaut: Zuerst steht die Entwicklung im Fokus, danach die Auslieferung. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, will HII in diesem Jahr mehr als 2,5 Millionen Arbeitsstunden auslagern – ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber 2025.

Parallel dazu läuft ein Pilotprojekt in der Werft Ingalls Shipbuilding in Mississippi. Gemeinsam mit dem südkoreanischen Konzern HD Hyundai Heavy Industries testet HII dort intelligente Schweißsysteme. Diese erkennen Werkstücke automatisch und korrigieren die Schweißposition in Echtzeit. Das soll Effizienz und Sicherheit in der Produktion deutlich verbessern.

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Drohnen und autonome Transporter im Fokus

Auch die Luftwaffe investiert in unbemannte Systeme. Das Air Force Research Laboratory hat einen Auftrag über mehr als 6 Millionen Euro an DZYNE Technologies vergeben, eine Tochtergesellschaft von Ondas. Entwickelt wird das System „Long-Range Grasshopper" für autonome Luftlieferungen. Die Tests aus den Jahren 2024 und 2025 werden nun ausgeweitet – mit modularen Nutzlasten und Navigationssystemen, die auch ohne GPS-Signale funktionieren.

Nur einen Tag zuvor hatte die US-Armee einen Großauftrag an die Ondas-Tochter Mistral erteilt. Das Auftragsvolumen für das Programm „Lethal Unmanned Systems" übersteigt 50 Millionen Euro. Insgesamt summiert sich das Programm damit auf mehr als 240 Millionen Euro.

Ebenfalls am Dienstag erhielt der Rüstungskonzern American Rheinmetall einen 18-Monats-Vertrag. Entwickelt werden hybride autonome Lastwagen für den Nachschub von Kompanie-Einheiten. Das Ziel: Soldaten bei Logistikmissionen nicht mehr unnötig Gefahren aussetzen.

Weltraumüberwachung und Küstenschutz im Ausbau

Die jüngsten Investitionen betreffen auch die Überwachung aus dem All. Die US-Weltraumstreitkräfte haben Verträge über 615 Millionen Euro an Rocket Lab, STR und einen dritten, nicht genannten Partner vergeben. Entwickelt wird das System SB-AMTI zur Raketenverfolgung. Rocket Lab erhält davon 397 Millionen Euro und arbeitet an speziellen „Flach-Satelliten".

Im maritimen Bereich hat das Office of Naval Research einen Auftrag über 9,8 Millionen Euro an die University of Southern Mississippi und Integer Technologies vergeben. Das Programm zur Software für die Meeresboden-Kriegsführung erreicht damit ein Gesamtvolumen von 24,8 Millionen Euro.

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Das Heimatschutzministerium hat zudem Fortem als Hauptauftragnehmer für einen Fünfjahresvertrag zur Drohnenabwehr benannt. Das Auftragsvolumen kann bis zu 1,01 Milliarden Euro erreichen. Und das Marine Corps plant, den Rüstungskonzern Anduril exklusiv mit elektronischen Kampfsystemen für Amphibienfahrzeuge zu beauftragen. Die erste Auslieferung wird für Anfang des Fiskaljahres 2027 erwartet.

Die Auftragswelle zeigt: Die USA setzen in der Verteidigungspolitik konsequent auf Automatisierung und KI. Für die deutsche und europäische Rüstungsindustrie dürfte das ein klares Signal sein – wer im globalen Wettbewerb mithalten will, muss bei Robotik und autonomen Systemen investieren.

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