OECD, DĂŒrreflĂ€chen

OECD: DĂŒrreflĂ€chen innerhalb von 120 Jahren etwa verdoppelt

17.06.2025 - 11:17:24 | dpa.de

Durch den Klimawandel sind immer grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen von DĂŒrre betroffen – mit schwerwiegenden Folgen fĂŒr Wirtschaft, Mensch und Umwelt. Neue OECD-Zahlen beziffern das Problem.

Von DĂŒrre betroffene FlĂ€chen nehmen deutlich zu (Archivbild). - Foto: Sina Schuldt/dpa

Immer grĂ¶ĂŸere Teile der Welt haben mit extremer Trockenheit zu kĂ€mpfen. Die von DĂŒrren betroffenen Regionen weltweit haben sich laut der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zwischen 1900 und 2020 verdoppelt. Um 1900 kamen noch bei gut einem Zehntel der LandflĂ€che DĂŒrren vor, mittlerweile ist dies auf mehr als einem FĂŒnftel der LandflĂ€che der Fall, wie einem OECD-Bericht zu entnehmen ist. «DĂŒrreperioden werden weltweit immer hĂ€ufiger und schwerer», schreiben die Autoren.

Ihre Analyse stĂŒtzt sich auf den DĂŒrreindex SPEI, der sich aus Daten zu Niederschlag und Verdunstung errechnet. Von DĂŒrre betroffen sind Gebiete demnach, wenn der Index einen bestimmten Schwellenwert unterschreitet. Ausgeklammert werden die Sahara, die WĂŒste Gobi, die Arabische Halbinsel sowie die Polarregionen.

40 Prozent der weltweiten LandesflĂ€che verzeichneten laut OECD zwischen 2000 und 2020 hĂ€ufigere und intensivere DĂŒrreperioden als zwischen 1950 und 2000.

VerĂ€nderungen auch in Deutschland spĂŒrbar

Die verĂ€nderten Niederschlagsmuster sind auch in Deutschland deutlich zu erkennen. WĂ€hrend die WinterniederschlĂ€ge seit der vorindustriellen Zeit im Schnitt um bis zu 30 Prozent zunahmen, gingen sie im Sommer um 10 Prozent zurĂŒck.

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, fiel im Mai fast ein Drittel weniger Regen als im Mittel der Periode 1991 bis 2020. Das FrĂŒhjahr war eines der trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Klimawandel als Hauptursache 

Wie die OECD berichtet, sind die Ursachen der DĂŒrre vielfĂ€ltig – allen voran sei aber der Klimawandel verantwortlich. «Steigende Temperaturen erhöhen die Verdunstung, stören die Niederschlagsmuster und verringern die Reserven der Schneedecke und der Gletscher.» Hinzu kĂ€men schĂ€dliche Praktiken in der Landwirtschaft, Entwaldung oder die Versiegelung von FlĂ€chen.

Laut OECD bringt die extreme DĂŒrre Ökosysteme aus der Balance und gefĂ€hrdet die Artenvielfalt – mit weitreichenden Folgen auch fĂŒr die Landwirtschaft. Zudem leide die Wirtschaft, wenn Wasser auf Schifffahrtswegen oder zur KĂŒhlung in der Energieerzeugung fehle.

«Wasser ist keine SelbstverstÀndlichkeit mehr»

«Die Landwirtschaft braucht dringend verlĂ€ssliche Wasserstrategien – und wir alle mĂŒssen lernen, sparsamer mit Wasser umzugehen. Wasser ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit mehr», sagte der PrĂ€sident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, der «Rheinischen Post».

Wenn die Trockenheit anhalte, mĂŒsse man wieder mit NutzungseinschrĂ€nkungen rechnen – «etwa bei der GartenbewĂ€sserung oder dem BefĂŒllen von Pools. Solche Maßnahmen haben sich in den vergangenen Jahren bewĂ€hrt und stoßen in der Bevölkerung ĂŒberwiegend auf Akzeptanz», sagte Messner weiter.

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