E-Bike-UnfÀlle: TodesfÀlle bei Senioren steigen um 59 Prozent
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 06:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
In Nordrhein-Westfalen starben 2025 insgesamt 106 Radfahrer â ein Anstieg von 33 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. 68 der Getöteten waren ĂŒber 65 Jahre alt, ein Plus von 36 Prozent in dieser Altersgruppe. Besonders auffĂ€llig: Zwei Drittel der tödlich verunglĂŒckten Senioren fuhren ein E-Bike. Hier stieg die Zahl der TodesfĂ€lle um 59 Prozent.
Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich in KĂ€rnten. Drei Viertel der tödlich verunglĂŒckten Radfahrer waren dort ĂŒber 65. Verkehrsexperten wie Klara Maria Schenk vom VCĂ warnen: E-Bikes erhöhen zwar die Reichweite Ă€lterer Menschen, die höhere Geschwindigkeit werde aber oft unterschĂ€tzt.
Warum der Umstieg so tĂŒckisch ist
Die schwereren und schnelleren Pedelecs stellen viele Senioren vor Probleme. Jörg Weinrich von der Landesverkehrswacht NRW erklĂ€rt: Das Tempo werde hĂ€ufig falsch eingeschĂ€tzt â sowohl von den Fahrern selbst als auch von anderen Verkehrsteilnehmern.
Kursleiterin Anke Prinz aus Köln beobachtet seit Jahren: Besonders Anfahren und kontrolliertes Bremsen bereiten Schwierigkeiten. Viele unterschÀtzen den Umstieg vom normalen Fahrrad auf ein Pedelec. In ihren Schulungen stehen Kurvenfahren, Schulterblick und gezieltes Bremsen im Fokus.
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Wo es kostenlose Trainings gibt
Mehrere StÀdte haben bereits spezielle Programme aufgelegt:
- Köln: Seit 2013 bietet die Stadt viermal jĂ€hrlich kostenlose, fĂŒnftĂ€gige Kurse auf einem VerkehrsĂŒbungsplatz an. Gefördert vom Land NRW.
- Wien: Der ĂAMTC fĂŒhrt seit 2015 Radfahrkurse fĂŒr Frauen durch. Ăber 1.000 Teilnehmerinnen haben in rund 100 Kursen verschiedene Leistungsstufen absolviert.
- Hagen: Die Polizei bietet in den Sommerferien 2026 Pedelec-Trainings in der Jugendverkehrsschule Altenhagen an. Inklusive spezieller Einheiten fĂŒr GroĂeltern und Enkel.
- Hemer: FĂŒr den 27. Juli 2026 haben Polizei und Verkehrswacht ein kostenloses Training auf dem ĂbungsgelĂ€nde an der Sonnenblumenallee angekĂŒndigt. Helmpflicht besteht.
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Was sich strukturell Àndern muss
Neben den Trainings fordern VerbĂ€nde wie der ADFC und der VCĂ bessere Infrastruktur. Ihr Ziel: âVision Zeroâ â also keine Verkehrstoten mehr. DafĂŒr brauche es ein dichteres Radwegenetz und Tempo 30 in Ortschaften.
Parallel gewinnen Projekte an Bedeutung, die MobilitĂ€t ohne eigenes Steuern ermöglichen. Die Initiative âRadeln ohne Alterâ ist in SaarbrĂŒcken an drei Standorten aktiv und sucht ehrenamtliche Fahrer fĂŒr Rikscha-AusflĂŒge mit Heimbewohnern. Auch in Neukirchen-Vluyn ist fĂŒr den 11. September 2026 eine gemeinsame Ausfahrt geplant. Solche Projekte geben Senioren Teilhabe am sozialen Leben â ohne die Risiken des aktiven Fahrens im dichten Stadtverkehr.
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