E-Scooter-StĂŒrze, Helm

E-Scooter-StĂŒrze: Helm halbiert Kopfverletzungsrisiko bei 15 km/ h

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TCS-Tests zeigen hohe Kopfverletzungsrisiken bei E-Scootern. Helm und geringeres Tempo senken die Belastung, UnfÀlle bleiben jedoch hÀufig.

E-Scooter-Crashtests: Helm schĂŒtzt, Tempo bleibt entscheidend
Ein leerer asphaltierter Fahrradweg in einem stÀdtischen Park an einem bewölkten Tag. Illustration mit AI erstellt.

Untersuchungen des Touring Club Schweiz (TCS) an den Standorten Vernier und Ostermundigen verdeutlichen die biomechanischen Risiken bei StĂŒrzen mit dem E-Trottinett. Crashtests zeigen, dass ein Helm die auftretenden KrĂ€fte erheblich mindert, schwere Verletzungen bei höherem Tempo jedoch nicht vollstĂ€ndig ausschließen kann.

Biomechanische Belastungen bei StĂŒrzen

Die Testreihen des TCS heben den Einfluss der Fahrgeschwindigkeit auf die Schwere möglicher Kopfverletzungen hervor. Bei einer Kollision mit 20 km/h wirken KrĂ€fte, die ĂŒber dem 200-Fachen der Erdanziehung mit Helm beziehungsweise ĂŒber dem 300-Fachen ohne Helm liegen. Trotz der Schutzwirkung eines Helms verbleibt die Wahrscheinlichkeit einer schweren Kopfverletzung bei diesem Tempo bei ĂŒber 50 Prozent.

Bei einer reduzierten Geschwindigkeit von 15 km/h fĂ€llt die Bilanz positiver aus: Hier liegt der Verletzungswert HIC36 mit getragenem Helm unter 1000, wĂ€hrend er ohne Kopfschutz darĂŒber bleibt. Schwere Kopfverletzungen werden bei dieser Geschwindigkeit durch das Tragen eines Helms wahrscheinlich verhindert. Der TCS empfiehlt Fahrenden daher das konsequente Tragen eines Velohelms bei der Nutzung von E-Trottinetts.

Unfallzahlen und Risikofaktoren

Die Notwendigkeit prĂ€ventiver Maßnahmen spiegeln auch offizielle Unfallstatistiken wider. Nach Angaben des Bundesamts fĂŒr Strassen (ASTRA) wurden in der Schweiz im Jahr 2025 insgesamt 152 E-Trottinett-Fahrende schwer und 3 Personen tödlich verletzt.

Neben der Geschwindigkeit spielt das Fahrverhalten eine wesentliche Rolle. Wie die Beratungsstelle fĂŒr UnfallverhĂŒtung (BFU) fĂŒr den Zeitraum von 2019 bis 2023 ermittelte, bildete Alkohol bei 39 Prozent der AlleinunfĂ€lle mit E-Trottinetts die Hauptursache. Auch regionale Daten aus Deutschland verdeutlichen den Trend: Im Kreis Warendorf stieg die Zahl der bei E-Scooter-UnfĂ€llen VerunglĂŒckten im Jahr 2025 deutlich an.

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Die Crashtests des TCS zeigen: Bei 20 km/h bleibt selbst mit Helm die Wahrscheinlichkeit einer schweren Kopfverletzung ĂŒber 50 Prozent — bei 15 km/h sinkt der Verletzungswert HIC36 mit Helm unter 1000. Wer sein Tempo bewusst wĂ€hlt und den richtigen Helm trĂ€gt, senkt sein Risiko messbar. Kostenlosen E-Scooter-Sicherheitsguide anfordern

Kontrollen und Verkehrsregeln

Sicherheitsbehörden reagieren auf die Unfallrisiken mit verstĂ€rkten Kontrollen und rechtlichen Vorgaben. Das PolizeiprĂ€sidium Mainz legt bei den europaweiten ROADPOL Safety Days vom 16. bis 22. September 2026 einen Kontrollschwerpunkt auf E-Scooter nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung sowie auf FußgĂ€nger. Am 17. September wird dabei das Ziel verfolgt, keinen Verkehrstoten im europĂ€ischen Straßenverkehr zu verzeichnen.

Die Polizei weist auf geltende Regeln hin: Das Fahren auf Gehwegen zieht ein Bußgeld von 15 Euro nach sich, die Handynutzung am Lenker kostet 100 Euro, und das Fahren ohne Versicherungsschutz fĂŒhrt zu einem Strafverfahren. Zudem gelten ein Mindestalter von 14 Jahren sowie eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.

Zahlreiche registrierte UnfĂ€lle unterstreichen die Missachtung dieser Sicherheitsregeln im Alltag. Am 14. September 2026 flĂŒchtete ein 14-JĂ€hriger in Dortmund auf einem E-Scooter mit mehr als 70 km/h vor der Polizei, prallte ohne Helm gegen eine Begrenzungsmauer und erlitt eine Gesichtsverletzung.

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Am selben Tag kollidierte in Celle ein 16-jÀhriger E-Scooter-Fahrer abgelenkt durch sein Mobiltelefon mit einer Pedelec-Fahrerin, die leicht verletzt wurde. Zudem kam es am 12. September 2026 in Bremerhaven-Wulsdorf zu einem Vorfall, bei dem ein 15-JÀhriger auf einem E-Scooter von einem Pkw vorsÀtzlich touchiert und leicht verletzt wurde.

Die Befunde der Unfallforschung und der Polizeibehörden machen deutlich, dass neben baulichen Geschwindigkeitsgrenzen vor allem die Nutzung von Schutzhelmen und das Einhalten elementarer Verkehrsregeln entscheidend fĂŒr die Risikominimierung sind.

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