EEG-Studie mit über 1.200 Menschen: Tanz und Musik hängen mit jüngerem Gehirn zusammen
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Körperorientierte Methoden und mentale Entspannungstechniken gewinnen in der präventiven Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung. Bildungseinrichtungen und Tanzstudios erweitern derzeit ihr Programm um strukturierte Kurse in Selbsthypnose und therapeutischem Tanz, um Teilnehmenden Wege zu größerer Gelassenheit und mentaler Ausgeglichenheit zu vermitteln.
Kommunale Initiativen, Volkshochschulen und wissenschaftliche Projekte verdeutlichen, wie eng Bewegung, Achtsamkeit und geistige Gesundheit zusammenwirken.
Gezielte Entspannung durch Methoden der Selbsthypnose
Die Fähigkeit, den eigenen Geist gezielt in ressourcenreiche Zustände zu versetzen, steht im Zentrum moderner Selbsthypnose-Angebote. An der Volkshochschule Stäfa steht am 24. Oktober 2026 ein Vormittagskurs in der Alten Krone an, den die Hypnosetherapeutin Manuela Reinert leitet.
Auch in der medialen Vermittlung rückt das Verfahren verstärkt in den Fokus: Am 12. Oktober 2026 thematisiert der SWR1 Baden-Württemberg in der Sendung „SWR1 Leute“ die Methode mit dem Mentalisten und Hypnose-Experten Jan Becker. Dieser betont, dass Selbsthypnose eine erlernbare Fähigkeit darstelle, von der jeder Mensch profitieren könne.
Becker, der vor mehr als 15 Jahren die Fernsehsendung „The next Uri Geller“ gewann und dessen Ratgeber regelmäßig Bestsellerstatus erreichen, unterstreicht dabei, keine übersinnlichen Kräfte zu besitzen, sondern ein mündiges Publikum anzusprechen.
Ergänzt werden derartige Methoden durch übergeordnete Konzepte der Achtsamkeit. So richtet das Moin-Zentrum des Vereins Lichtquelle in Ganderkesee ein Herbstprogramm mit Schwerpunkten auf Achtsamkeit, Gesundheit und Familienbegleitung aus. Die Stadtteilkoordination und das Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe setzen am 13. Oktober 2026 auf einen einstündigen Online-Vortrag zur Selbstfürsorge mit der Heilpraktikerin für Psychotherapie Andrea Doer.
Therapeutischer Tanz und Bewegung in der kommunalen Praxis
Parallel zur mentalen Fokussierung etabliert sich Tanz als Mittel zur Förderung der seelischen und neurologischen Gesundheit. Die Stadt Heidelberg widmet dem Thema im Oktober zwei Veranstaltungen unter dem Titel „Tanzen ab 60“. Am 15. Oktober 2026 veranstaltet das städtische Amt für Soziales und Senioren in der Akademie für Ältere einen kostenlosen Infotag.
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Dort referiert Prof. Dr. Sabine Koch von der SRH Hochschule Heidelberg über Forschungsergebnisse zur positiven Wirkung von Tanz, flankiert von Informationen zu Formaten wie „Tango mit Parkinson“ und „Tanzen mit Demenz“. Am 22. Oktober 2026 folgt im Bürgerzentrum Kirchheim ein praktischer Mitmachtag mit Disziplinen wie Neurotango, Line Dance und Zumba Gold.
Die präventive Ausrichtung greift auch in anderen Kommunen. Die Stadt Brandenburg an der Havel beteiligt sich ab dem 12. Oktober 2026 an der bundesweiten „Woche der Seelischen Gesundheit“, unter anderem mit Seminaren zu Hochsensibilität an der Volkshochschule sowie barrierearmem Yoga.
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Zugleich bauen private Anbieter ihr Portfolio aus: Die Tanzschule Emmerling startete am 6. Oktober 2026 neue Einstiegstermine für Paartanz über mehrere Leistungsstufen an sächsischen Standorten wie Chemnitz, Freiberg und Annaberg-Buchholz. In Berlin bietet die Sentidos-Milonga fortlaufende Kurse für Tango, Vals und Milonga an.
Neurowissenschaftliche Bezüge und langfristige Projekte
Die Kombination aus Rhythmus, Kognition und Bewegung stützt sich zunehmend auf empirische Befunde. Eine in Nature Communications aufgegriffene Untersuchung deutet darauf hin, dass kreative Betätigungen mit einem geringeren biologischen Gehirnalter einhergehen können.
Forschende erfassten dafür mittels EEG die Hirnaktivität von über 1.200 Teilnehmenden; Personen mit besonderer Expertise in künstlerischen Bereichen wie Tanz oder Musik wiesen im Schnitt ein niedrigeres Gehirnalter auf. Als Erklärungsansatz dient die Neuroplastizität.
Zugleich untersuchen Langzeitstudien konkrete therapeutische Potenziale: An der Universität Wien startete für den Zeitraum von 2025 bis 2029 das vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekt „Musik für das Gedächtnis“ unter Leitung der Psychologin Anja-Xiaoxing Cui. Dabei erhalten 100 Probanden über 65 Jahren mit Alzheimer-Demenz Gesangsunterricht, begleitet von bildgebenden EEG- und MRT-Untersuchungen.
Für den Schutz in der Vermittlungspraxis legte zudem der Bundesverband Aktion Tanz eine praxisorientierte Arbeitshilfe für freiberufliche Vermittler vor, um sichere Rahmenbedingungen bei Projekten mit jungen Teilnehmenden zu gewährleisten.
