EFT, Angststörungen

EFT bei Angststörungen: IQWiG prüft Wirksamkeit der Klopftechnik

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der vorläufige IQWiG-Bericht bewertet EFT; Stellungnahmen sind bis zum 11. November 2026 möglich.

IQWiG prüft EFT bei Angst- und Panikstörungen im ThemenCheck
Ein minimalistischer, leerer Raum mit natürlichem Lichteinfall und sanften Schatten auf einem Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) widmet sich in einem Bericht vom 14. Oktober 2026 der wissenschaftlichen Bewertung einer alternativen Behandlungsmethode.

Im Rahmen des Formats ThemenCheck Medizin prüft das Institut die Wirksamkeit der sogenannten Emotional Freedom Technique (EFT) bei Angst- und Panikstörungen. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Bericht im Bereich des Health Technology Assessment (HTA), dessen Fragestellung unmittelbar auf Vorschläge aus der Bevölkerung zurückgeht.

Die Ursprünge und Mechanismen der Klopftechnik

Die im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Tapping bezeichnete Methode wurde in den 1990er Jahren von Gary Craig eingeführt und wird dem Bereich der Energiepsychologie zugeordnet. Das grundlegende Konzept hinter diesem Ansatz geht davon aus, dass negative Emotionen durch eine Störung im körpereigenen Energiesystem verursacht werden.

Zur Regulierung dieser Zustände sieht die klassische Vorgehensweise laut IQWiG das Klopfen auf Akupressurpunkte entlang der Meridiane vor, wie sie aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bekannt sind. Anwender stimulieren dabei in der Praxis zwölf definierte Hauptmeridianpunkte.

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Neben dieser etablierten Klopfvariante entwickelte Craig später ein modifiziertes Verfahren namens Optimal EFT. Dieses verzichtet gänzlich auf das physische Klopfen und stützt sich stattdessen auf eine Form des Gebets in Verbindung mit einem sogenannten ungesehenen Therapeuten.

Kontroverse zwischen Befürwortern und wissenschaftlicher Fachwelt

In der therapeutischen Praxis sowie in der öffentlichen Wahrnehmung existieren stark voneinander abweichende Ansichten zu dieser Methode. Während Befürworter von einem Nutzen der Emotional Freedom Technique berichten, fällt das Urteil der akademischen Medizin und Psychiatrie deutlich distanzierter aus. Fachkreise werten die Technik als Pseudowissenschaft, da es an empirischen Belegen für eine Wirksamkeit fehle.

Das IQWiG stellt dem Verfahren die geltenden Leitlinien für die Versorgung von Betroffenen gegenüber. Als anerkannte Standardbehandlung bei Angst- und Panikstörungen gelten demnach wissenschaftlich fundierte Psychotherapien – insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie –, medikamentöse Behandlungen oder eine Kombination aus Psychotherapie und Arzneimitteln.

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Frist für Stellungnahmen zum ThemenCheck-Bericht

Mit dem ThemenCheck Medizin greift das IQWiG regelmäßig Fragestellungen auf, die für Patientinnen und Bürger im Versorgungsalltag von Interesse sind. Da es sich bei der aktuellen Publikation um eine vorläufige Fassung handelt, haben Fachleute und interessierte Kreise nun die Möglichkeit, die Ergebnisse zu kommentieren.

Stellungnahmen zu dem vorläufigen Bericht können bis zum 11. November 2026 beim Institut eingereicht werden, bevor die Rückmeldungen gewürdigt und der endgültige Abschlussbericht erstellt werden.

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