Einsamkeit, Jugendlichen

Einsamkeit bei Jugendlichen: Ein Drittel fühlt sich häufig isoliert

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Basel eröffnet ein kostenloses Gesprächsangebot für junge Menschen. Geschulte Peers unterstützen gegen Einsamkeit und psychische Belastungen.

Basler Projekt „Ansprechbar“: Neue Anlaufstelle für Jugendliche in Krisen
Zwei junge Erwachsene führen ein vertrauliches Gespräch an einem Café-Tisch in einer entspannten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das in Basel initiierte Projekt „Ansprechbar“ – auch bekannt als „Bar à écoute“ – adressiert die steigende Relevanz mentaler Gesundheit bei jungen Menschen. In Kooperation mit Standorten wie dem Finkmüller Café und der lokalen Markthalle bietet die Initiative Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren eine Plattform für den Austausch und die Krisenprävention.

Das Angebot ist darauf ausgerichtet, Barrieren in der psychosozialen Unterstützung abzubauen und junge Erwachsene in belastenden Lebenssituationen aufzufangen.

Das Konzept der Peer-to-Peer-Beratung

Kern des Projekts ist die Bereitstellung eines niederschwelligen Gesprächsangebots, das an drei Abenden pro Woche ohne vorherige Anmeldung genutzt werden kann. Die Beratungen werden von sogenannten „Listeners“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die speziell für diese Aufgabe geschult wurden.

Derzeit verfügt das Projekt über 25 ausgebildete Listeners, wobei die Ausbildung weiterer Freiwilliger bereits geplant ist. Der Fokus liegt auf dem kostenlosen und vertraulichen Austausch, um insbesondere das Gefühl der Isolation und Einsamkeit unter Jugendlichen zu lindern.

Durch den geringen Altersunterschied zwischen Ratsuchenden und Beratenden soll eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen werden, die sich deutlich von klinischen oder behördlichen Beratungssettings abhebt.

Wissenschaftlicher Hintergrund und gesellschaftliche Relevanz

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Die Notwendigkeit solcher Angebote wird durch aktuelle Erhebungen gestützt. Daten aus einer Jugendstudie aus St. Gallen verdeutlichen das Ausmaß der Problematik: Demnach gibt fast ein Drittel der 16- bis 27-Jährigen an, sich häufig einsam zu fühlen. Die soziale Isolation in dieser Altersgruppe gilt als wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Erkrankungen.

Christina Stadler von den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel erläutert in diesem Zusammenhang die vielfältigen Ursachen für Einsamkeit in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter. Sie betont die Bedeutung der Kommunikation und rät unter anderem Eltern dazu, aktiv das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen. Initiativen wie „Ansprechbar“ fungieren hierbei als ergänzende Schnittstelle, wenn familiäre oder bestehende soziale Netzwerke nicht ausreichen.

Ursprung und geplante Entwicklung des Projekts

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Das Modell für die Basler Initiative stammt ursprünglich aus den Niederlanden, wo vergleichbare Konzepte bereits erfolgreich etabliert wurden. Die Übertragung auf den Schweizer Kontext in Basel dient nun als Referenz für eine mögliche Ausweitung des Programms.

Nach der Implementierung an den aktuellen Standorten ist eine Ausweitung des Projekts auf andere Kantone vorgesehen. Ziel ist es, ein flächendeckendes Netzwerk an Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen, um der Vereinsamung junger Menschen präventiv entgegenzuwirken.

Das Projekt unterstreicht damit den Trend zu komplementären, gemeinschaftsbasierten Hilfsangeboten, die den professionellen psychiatrischen Sektor entlasten und frühzeitige Unterstützung im Alltag ermöglichen sollen.

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