Eklund Foundation: 120.000 Euro fĂŒr Studie zu GLP-1 und Zahngesundheit
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die zunehmende Verbreitung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen und Adipositas rĂŒckt mögliche zahnmedizinische Begleiterscheinungen verstĂ€rkt in den Fokus der Wissenschaft. Die Eklund Foundation stellte am 1. Oktober 2026 weltweit insgesamt 242.000 Euro an Fördermitteln fĂŒr drei universitĂ€re Forschungsvorhaben bereit.
Mit 120.000 Euro flieĂt knapp die HĂ€lfte dieser Summe an ein Vorhaben des UniversitĂ€tsklinikums des Saarlandes (UKS), das unter der Leitung von Madline Gund die spezifischen Auswirkungen dieser Medikamentengruppe auf die Mund- und Zahngesundheit analysiert.
Gezielte Förderung fĂŒr zahnmedizinische Langzeitstudie
Das Forschungsprojekt am UniversitĂ€tsklinikum des Saarlandes ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt. Im Rahmen der Untersuchung werden Patientinnen und Patienten ĂŒber diesen Zeitraum hinweg klinisch begleitet. Das Ziel besteht darin, fundierte Erkenntnisse darĂŒber zu gewinnen, ob und in welchem AusmaĂ die medikamentöse Behandlung mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten VerĂ€nderungen im Mundraum hervorruft.
Die Stiftung unterstĂŒtzt mit der Vergabe gezielt universitĂ€re AnsĂ€tze, um LĂŒcken in der zahnmedizinischen Begleitforschung zu schlieĂen. Die Förderung der Eklund Foundation verteilt sich dabei auf insgesamt drei ausgewĂ€hlte Projekte weltweit, wobei die saarlĂ€ndische Untersuchung den gröĂten Einzelbetrag der AusschĂŒttung darstellt.
Mögliche Risiken fĂŒr Zahnschmelz und Speichelfluss
Im Zentrum der klinischen Beobachtungen des UKS-Projekts stehen mehrere konkrete Symptome und SchĂ€digungen, die im Zusammenhang mit der Arzneimitteleinnahme auftreten können. Untersucht werden unter anderem das Auftreten von Mundtrockenheit, das Risiko fĂŒr Zahnschmelzerosion sowie FĂ€lle von rasch fortschreitender Karies.
Eine zweijĂ€hrige klinische Untersuchung prĂŒft derzeit, ob GLP-1-Rezeptor-Agonisten Mundtrockenheit, Zahnschmelzerosion und rasch fortschreitende Karies begĂŒnstigen â bei bis 2030 möglicherweise rund 30 Millionen Behandelten allein in den USA. Wer heute Patienten mit dieser Therapie betreut, kann die Vorsorge schon jetzt strukturieren: Anamnese, Kontrollintervalle, Befunddokumentation. Kostenlosen Praxis-Leitfaden zur GLP-1-Zahnvorsorge anfordern
Ein reduzierter Speichelfluss kann die natĂŒrliche Schutzfunktion der Mundhöhle beeintrĂ€chtigen, da Speichel zur Neutralisierung von SĂ€uren und zur Remineralisierung der Zahnsubstanz beitrĂ€gt.
Kommt es therapiebedingt zu einer dauerhaften Trockenheit oder verĂ€ndertem Milieu im Mundraum, steigen die Risiken fĂŒr Substanzverluste am Schmelz sowie fĂŒr einen beschleunigten Kariesbefall deutlich an. Das Projekt soll dokumentieren, wie hĂ€ufig solche VerlĂ€ufe auftreten und welche Mechanismen ihnen zugrunde liegen.
Wachsende Relevanz durch steigende Patientenzahlen
Die Notwendigkeit einer systematischen Erfassung dieser Wechselwirkungen ergibt sich nicht zuletzt aus der rasanten Verbreitung der Wirkstoffklasse. Prognosen im Umfeld des Forschungsprojekts verdeutlichen die Dimension der Anwendung: Bis 2030 könnten allein in den USA rund 30 Millionen Menschen eine Therapie mit GLP-1-PrÀparaten erhalten.
Reduzierter Speichelfluss nimmt der Mundhöhle ihre Schutzfunktion: SĂ€uren werden schlechter neutralisiert, die Remineralisierung der Zahnsubstanz sinkt. Bei Patienten unter GLP-1-Therapie kann das Schmelz und Zahnsubstanz schneller angreifen, als es routinemĂ€Ăige Kontrollen erfassen. Der Leitfaden zeigt, welche Warnzeichen Sie im Praxisalltag frĂŒh erkennen und welche Mundpflege Sie Betroffenen mitgeben können. FrĂŒhwarnzeichen und Mundpflege jetzt nachlesen
Angesichts dieser hohen Patientenzahlen gewinnen potenzielle zahnmedizinische Nebenwirkungen erhebliche prĂ€ventive und klinische Relevanz. Die Ergebnisse der zweijĂ€hrigen Beobachtung sollen dazu beitragen, Risiken frĂŒhzeitig im zahnĂ€rztlichen Praxisalltag zu erkennen und entsprechende VorsorgemaĂnahmen fĂŒr Betroffene zu etablieren.

