BioWare schließt nach 31 Jahren – Mass Effect eingestellt
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBioWares letzte Projekte und Konzernkurs
- Electronic Arts übernimmt BioWare rund 20 Jahre vor der nun angekündigten Schließung.
- Das Studio entstand 1995 in Edmonton und prägte mehrere bekannte Rollenspielreihen.
- Electronic Arts begründet den Schritt mit dem Fokus auf weniger, umfangreichere Vorhaben.
Electronic Arts schließt BioWare in Edmonton
Das legendäre Videospielstudio BioWare wird nach rund 31 Jahren geschlossen. Electronic Arts teilte mit, dass auch die Entwicklung eines neuen „Mass Effect“-Projekts aufgegeben werde.
Studio prägte bekannte Rollenspiele
Das 1995 im kanadischen Edmonton gegründete Unternehmen wurde durch Reihen wie „Dragon Age“ und „Mass Effect“ bekannt. Zu den weiteren erfolgreichen Titeln zählen „Baldur’s Gate“ und „Star Wars: Knights of the Old Republic“.
Electronic Arts hatte BioWare vor rund 20 Jahren übernommen. Das Studio würdigte in sozialen Netzwerken, was Generationen von Entwicklern, Spielern und Fans gemeinsam aufgebaut hätten.
EA setzt auf weniger Großprojekte
Electronic Arts erklärte, sich künftig auf weniger, dafür umfangreichere Vorhaben konzentrieren zu wollen. Der Konzern steht hinter bekannten Reihen wie „Battlefield“ und „Madden NFL“.
Die US-Firma war im Sommer für rund 55 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 49 Milliarden Euro, von Investoren übernommen worden. Zu den Käufern gehören der staatliche Investmentfonds Saudi-Arabiens und die Investmentfirma des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner.
Die Schließung beendet die Geschichte eines Studios, das seit 1995 zu den prägenden Namen des Computer-Rollenspiels zählt. BioWare verband große Fantasy- und Science-Fiction-Welten mit verzweigten Handlungen und Entscheidungen der Spieler. Reihen wie „Baldur’s Gate“, „Dragon Age“ und „Mass Effect“ wurden dadurch zu langfristig wichtigen Marken von Electronic Arts.
Die Entscheidung steht zugleich für einen Strategiewechsel beim Mutterkonzern. Electronic Arts will weniger, dafür umfangreichere Projekte verfolgen. Das erhöht den wirtschaftlichen Druck auf Spiele, deren Entwicklung viele Jahre dauert und hohe Kosten verursacht, während laufende Einnahmen aus etablierten Sport- und Onlineangeboten für den Konzern besonders wichtig sind.
Weniger Studios, größere Projekte
Für die Spielerschaft bedeutet das Ende von BioWare zunächst vor allem, dass das neue „Mass Effect“-Projekt nicht weiterentwickelt wird. Die Marke verschwindet damit nicht zwangsläufig dauerhaft, doch ihre angekündigte Fortsetzung verliert ihr bisheriges Entwicklungsstudio. Offen bleibt, ob Electronic Arts Teile der Arbeit künftig in andere Strukturen verlagert.
Auch für Edmonton hat die Entscheidung Folgen: Die Stadt verliert einen international bekannten Arbeitgeber der Games-Branche. Der Fall zeigt, wie stark Übernahmen, Konzernumbauten und die Konzentration auf wenige Großproduktionen inzwischen die Entwicklung etablierter Spieleserien bestimmen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „EA schließt Studio BioWare - Aus für das nächste „Mass Effect““ (22.10.2026)
Der Beitrag bestätige die Schließung des Studios und das Ende der Entwicklung am nächsten „Mass Effect“. Er ordne den Schritt ausführlicher in den Konzernumbau ein und nenne zusätzlich rund 400 konzernweite Stellen sowie die frühere Verkleinerung von BioWare.
n-tv: „Spiele-Gigant EA kürzt 400 Stellen und macht Bioware dicht“ (22.10.2026)
Der Artikel bestätige ebenfalls das Ende von BioWare und des neuen „Mass Effect“. Als Schwerpunkt stelle er die konzernweiten Kürzungen, den finanziellen Druck nach der Übernahme und die Priorität großer Sport- und Actionspiele heraus.
Einigkeit bestehe beim Ende des Studios und des aktuellen Projekts. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung des Konzernumbaus und bei der Frage, ob die Spielereihen später in anderer Form fortgeführt werden könnten.
