Elefanten, Heilpflanzen

Elefanten und Heilpflanzen: 34 von 39 Ressourcen auch in der Humanmedizin

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sabaot-Experten nennen 39 Ressourcen; direkte wissenschaftliche Belege für Selbstmedikation bei Elefanten fehlen bislang.

Elefanten am Mount Elgon: Lokales Wissen weist auf mögliche Selbstmedikation hin
Üppige Vegetation und natürliche Mineralvorkommen in der Mount-Elgon-Region in Kenia. Illustration mit AI erstellt.

In der Verhaltensbiologie und der Naturstoffforschung rückt das Phänomen der tierischen Selbstmedikation zunehmend in den Fokus. Eine Untersuchung von Forschenden des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und deren Partnern liefert neue Einblicke in das Verhalten von Elefanten im kenianischen Mount-Elgon-Gebiet an der Grenze zwischen Kenia und Uganda.

Die im Fachjournal Scientific Reports publizierte Forschungsarbeit stützt sich auf das Erfahrungswissen der lokalen Bevölkerung, um potenzielle Heilpflanzen und mineralische Ressourcen zu identifizieren, die von den Tieren gezielt angesteuert werden könnten.

Lokales Wissen über pflanzliche Ressourcen und Mineralien

Grundlage der wissenschaftlichen Erhebung sind Befragungen von acht lokalen Experten der Sabaot-Gemeinschaft, die jeweils über mehr als 20 Jahre Erfahrung verfügen. Die Befragten nannten insgesamt 39 natürliche Ressourcen, welche Elefanten nach ihrer Einschätzung bei spezifischen Beschwerden gezielt aufsuchen und konsumieren.

Die dokumentierten Naturstoffe umfassen 35 Pflanzenarten aus 23 verschiedenen Familien sowie vier mineralische Quellen wie Böden, Mineralien oder Tone. Auffällig ist dabei die hohe Schnittmenge mit der traditionellen Heilkunde der Region: 34 der 39 genannten Ressourcen – was einem Anteil von 87 Prozent entspricht – finden laut den Experten auch in der traditionellen Humanmedizin Anwendung.

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Wer sich für traditionelle Naturstoffe interessiert, findet in dieser Studie einen ungewöhnlichen Zugang: Elefanten am Mount Elgon suchen laut lokalen Experten gezielt Pflanzen auf, die zu 87 Prozent auch in der Humanmedizin der Region genutzt werden. Der kostenlose Report ordnet die 34 geteilten Heilpflanzen und die bereits bekannten Wirkstoffe für Sie ein. Jetzt kostenlosen Heilpflanzen-Report anfordern

Insgesamt 25 Pflanzenarten wurden von den Sabaot-Kennern explizit als Elefantenmedizin deklariert, wobei acht Pflanzenarten besonders starke Hinweise auf eine Funktion zur Selbstmedikation aufwiesen.

Potenzielle Wirkstoffe und offene wissenschaftliche Nachweise

Über die reine Verhaltensbeobachtung hinaus ergeben sich Anknüpfungspunkte für die pharmakologische Forschung. Nach Angaben der Forschenden sind bei fast 20 der mehr als 30 von Menschen und Tieren gleichermaßen genutzten Pflanzenarten bereits pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe bekannt. Dies unterstreicht die Relevanz traditioneller Kenntnisse als möglicher Ausgangspunkt für die Entdeckung bioaktiver Substanzen.

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Viele Naturheilmittel werden mit Skepsis betrachtet — zu Recht, solange die Belege dünn sind. Diese Untersuchung zeigt, wie traditionelles Erfahrungswissen als Ausgangspunkt für die Wirkstoffforschung dienen kann: Bei fast 20 der von Mensch und Elefant genutzten Pflanzenarten sind pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe bereits bekannt. Der Leitfaden erklärt, was davon gesichert ist und was noch nicht. Leitfaden zu traditionellen Heilpflanzen sichern

Trotz der detaillierten Berichte bleibt die wissenschaftliche Beweislage vorerst lückenhaft. Die Befragungsergebnisse beschreiben zwar, dass erkrankte Elefanten gezielt bestimmte Gewächse ansteuern, und erfassen auch Schilderungen von Muttertieren, die entsprechendes Pflanzenmaterial an ihre Kälber weitergeben.

Dennoch betonen die Autorinnen und Autoren der Studie, dass direkte Belege für ein bewusstes Verhalten im Sinne einer Selbst- oder Allomedikation bislang fehlen. Systematische Freilandbeobachtungen, die das berichtete Verhalten unmittelbar dokumentieren und überprüfen, stehen gegenwärtig noch aus.

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