Element Pro: EU-Kommission testet Teams-Alternative auf eigenen Servern
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EuropĂ€ische Kommission hat im Sommer 2026 die Software Element Pro als Notfall-Kommunikationskanal eingefĂŒhrt. Die Plattform soll im Fall eines Ausfalls des primĂ€ren Systems Microsoft Teams einspringen, das weiterhin die Hauptanwendung fĂŒr die Behörde bleibt. Technisch basiert die Neuerung auf dem offenen Matrix-Protokoll und wird auf der behördeneigenen Infrastruktur betrieben, anstatt auf Cloud-Dienste des US-Konzerns zurĂŒckzugreifen.
RĂŒckfallebene fĂŒr Messaging und Videokonferenzen
Mit dem Schritt zielt die EU-Kommission darauf ab, Funktionen fĂŒr Messaging, Videokonferenzen und den Austausch von Dokumenten auf europĂ€ischem Boden und unter den hier geltenden Vorschriften abzuwickeln. Die EinfĂŒhrung ist in die ĂŒbergreifende Strategie zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t eingebettet.
Durch den Betrieb auf eigenen Servern will sich die Verwaltung gegen technische Störungen absichern und die Kontrolle ĂŒber sensible Daten behalten. Die BrĂŒsseler Behörde betonte in diesem Zusammenhang, dass der Schutz und die Steuerung von Daten und internen Systemen in den vergangenen Monaten spĂŒrbar an Bedeutung gewonnen hĂ€tten.
Element ist ein britisches Unternehmen, das ĂŒber Niederlassungen in Deutschland, Frankreich und den USA verfĂŒgt. Die auf Matrix basierende Infrastruktur findet bereits im europĂ€ischen öffentlichen Sektor sowie bei Regierungen Anwendung. Unter anderem setzen auch die Bundeswehr, die NATO und die Vereinten Nationen auf Lösungen mit dieser Technologie.
WiderstÀnde und Kritik in den Behördenfluren
Innerhalb der EU-Verwaltung stieĂ die EinfĂŒhrung der Open-Source-Alternative jedoch nicht nur auf Zustimmung. Berichten zufolge stellten Beamte den praktischen Mehrwert der zusĂ€tzlichen Software infrage und Ă€uĂerten scharfe Vorbehalte bezĂŒglich der Handhabung.
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In internen Notizen bemÀngelten Mitarbeiter, dass Element Pro in puncto Bedienkomfort und Funktionsumfang nicht an etablierte kommerzielle Programme heranreiche. Zudem wurden Zweifel laut, ob das Projekt langfristig tragfÀhig sei, begleitet von der Sorge, investierte EU-Mittel könnten ohne nachhaltigen Nutzen verpuffen.
Der Chef von Element, Matthew Hodgson, bestĂ€tigte die laufende Testphase und rĂ€umte anfĂ€ngliche Schwierigkeiten ein. Er verwies dabei auf Umstellungsprobleme und betonte, dass VerĂ€nderungen bei tĂ€glichen ArbeitsablĂ€ufen stets mit HĂŒrden verbunden seien.
Risiken durch den US CLOUD Act als Treiber
Hinter den BemĂŒhungen um mehr UnabhĂ€ngigkeit stehen konkrete rechtliche Bedenken hinsichtlich US-amerikanischer Technologiekonzerne. Der US-amerikanische CLOUD Act erlaubt Behörden der Vereinigten Staaten den Zugriff auf Daten von US-Firmen, selbst wenn diese auf Servern auĂerhalb der USA gespeichert sind. Microsoft rĂ€umte im Rahmen einer Anhörung vor dem französischen Senat ein, eine derartige DatenĂŒbergabe nicht in jedem Fall ausschlieĂen zu können.
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Um solchen AbhÀngigkeiten zu begegnen, hat die Kommission eine Open-Source-Strategie aufgelegt, die den Bezug quelloffener Software fördern und die Sicherheit der Software-Lieferketten stÀrken soll.
Europaweite Initiativen im öffentlichen Sektor
Das Vorgehen der Kommission reiht sich in vergleichbare Bestrebungen anderer europĂ€ischer Institutionen und Staaten ein. So migrierte der Internationale Strafgerichtshof im September 2026 seine BĂŒrosoftware von Microsoft zu der des deutschen Anbieters openDesk, um sich vor möglichen Sanktionen der USA zu schĂŒtzen.
In Frankreich bestehen PlĂ€ne fĂŒr einen schrittweisen Abschied von Windows, wobei Millionen Staatsbedienstete bis 2027 zu nationalen Alternativen fĂŒr Teams und Zoom wechseln sollen. Auch in DĂ€nemark gibt es Initiativen, Windows und Office abzulösen. In Ăsterreich wiederum hat das MilitĂ€r Microsoft Office bereits durch LibreOffice ersetzt.
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